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CO2-Ausstoß  

Politiker lassen sich ungern unter Motorhaube gucken

08.05.2008, 13:03 Uhr | Von Alexandra Ringleb, dpa

Umweltminister Sigmar Gabriel geht mit gutem Beispiel voran: Sein Mercedes fährt mit Gas (Foto: imago)Umweltminister Sigmar Gabriel geht mit gutem Beispiel voran: Sein Mercedes fährt mit Gas (Foto: imago) Deutschlands Politiker haben sich den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben - doch wenn es um ihren eigenen Beitrag geht, lassen sich viele offensichtlich nur ungern unter die Motorhaube schauen.#

Foto-Show So viel CO2 blasen die Politiker in die Luft
Grafiken Dienstwagen unserer Minister

Schwierige Recherche

Selten sei eine Anfrage so schwierig gewesen wie die zu Verbrauch, Kohlendioxid-Ausstoß und Höchstgeschwindigkeit der Dienstflotte bei Ministerien in Bund und Ländern, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, am Donnerstag in Berlin. Bei einigen habe nur die Drohung gefruchtet, der Verband werde notfalls die Informationen per Klage einholen.



"Bürger hat das Recht"

"Der Bürger hat das Recht auf diese Informationen", meinte Resch. Doch mit dem Argument, die Sicherheit der Spitzenpolitiker müsse geschützt werden, hatten viele Ministerien und Staatskanzleien die Auskunft verweigert. Gelten lassen will der Umweltverband dies aber nur bei den Bundesministerien für Außen-, Innen- und Verteidigungspolitik sowie bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

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Widerwillige Auskünfte

12 von 16 Länderchefs gaben keine Antwort. Eine Standard-Absage: "Der Minister setzt grundsätzlich nur Kraftfahrzeuge neuester Bauart mit energieeffizienten Motoren und modernster Filtertechnik ein." Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) erklärte sein Nein damit, er habe sich über die Deutsche Umwelthilfe geärgert. Thüringens Umweltminister Volker Sklenar (CDU) antwortete mit einer Retourkutsche: "Welchen Dienstwagen fährt eigentlich der DUH-Geschäftsführer?"

Mehr als 140 Gramm ist "Klimakiller"

Auch wenn die "Dienstwagen-Erhebung" unvollständig ist, das Ergebnis steht für die Umwelthilfe fest: Spitzenpolitiker fahren beim Klimaschutz meist nur mit schlechtem Beispiel voran. Die EU fordert einen Ausstoß von maximal 140 Gramm Kohlendioxid (CO2) je Kilometer. Was mehr als die Hälfte darüber liege, sei "ein Klimakiller", sagte Resch.

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Das Gefährt von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) etwa stößt der DUH zufolge 271 Gramm des Klima schädigenden Gases aus. Auch die Umweltminister von Nordrhein-Westfalen, Bayern, Thüringen und Niedersachsen pusteten mit ihren meist neuen Limousinen deutlich zu viel in die Luft. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) habe mit einer Neuanschaffung sogar den CO2-Ausstoß um zehn Prozent erhöht.

Es geht auch anders

Umweltverträglicher dagegen fahre etwa Berlins Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) mit ihrem Hybrid-Auto. Und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) habe mit einem Autowechsel den CO2-Ausstoß um elf Prozent gesenkt. Politiker müssten beim Klimaschutz Vorbild sein, forderte Resch. Trotzdem soll nun nicht jeder Minister auf einen Kleinwagen umsteigen. Es gebe gehobene und umweltverträglichere Mittelklassewagen, die weder Komfort noch Sicherheit einschränkten. "Auch wenn man dann nicht mehr von 0 auf 100 beschleunigen kann", meinte der Umweltschützer.

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