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Comeback des Elefanten-Rollschuhs

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Comeback des Elefanten-Rollschuhs

17.06.2008, 20:06 Uhr

Der Smart: Unerwartetes Comeback (Foto: ddp)Er steht da wie ein Vorbote neuer Zeiten: Der kleine Smart Fortwo, der in der First Avenue parkt. Im New Yorker Szeneviertel East Village zwischen fünfter und sechster Straße gehört der kleine Wagen schon seit einigen Wochen zum Straßenbild. "Der findet hier immer eine Lücke, auch wenn er quer einparkt", sagt der Kellner des gegenüberliegenden Thai-Restaurants. "Hier gibt's genügend komische Leute, die so was kaufen."

Foto-Show Smart Fortwo electric drive
Foto-Show Smart Fortwo

"Eine unglaubliche Quote"

Noch ist davon in den Straßen New Yorks nicht viel zu sehen - die Begegnung mit einem Smart gehört zu den Ausnahmeerscheinungen. Doch es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sich das ändert. In den ersten vier Monaten seit der Einführung auf dem US-Markt im Januar wurden 5600 Autos ausgeliefert. Mehr als 70 Prozent derjenigen, die sich in die Interessentenliste haben eintragen lassen, unterschrieben anschließend auch einen Kaufvertrag. "Eine unglaubliche Quote", schwärmt Smart-Chef Anders Sundt Jensen. "Die Nachfrage ist so groß, dass wir gerade kaum nachkommen." Im Moment beliefere man hauptsächlich die Ballungsräume in Kalifornien - und eben New York und sein Umland.



Einmalig großes Interesse

Dass die stürmische Nachfrage keine vorübergehende Erscheinung ist, davon ist Jensen überzeugt. Und er begründet dies mit der großen Sympathie, die die Amerikaner dem Smart entgegenbrächten. "Während der Roadshow im Jahr 2007 haben rund 50.000 Interessierte den Wagen gefahren", erklärt er. "In der anschließenden Befragung erklärten 92 Prozent, sie könnten sich vorstellen, ein solches Auto zu fahren. Einen derart hohen Prozentsatz kenne ich von keiner anderen Marke."

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Lahm wie ein Käfer

Damit stößt der Smart auf ein Echo, wie es sich die Oberen bei Daimler schon immer gewünscht haben. Endlich scheint die Zeit reif zu sein für ein Auto, das den Verzicht so offensichtlich demonstriert wie kein zweites - mit lediglich zwei Sitzen, einem winzigen Kofferraum und einer Höchstgeschwindigkeit auf dem Niveau des seligen Käfers von Volkswagen. Mehr noch: Der gern als Elefantenrollschuh verspottete Kleinwagen schickt sich an, ein ernstzunehmendes Mitglied in der Flotte der großen Mercedes zu werden. Der US-Markt gilt dabei als Omen: Wenn es gelingt, die Amerikaner aus ihren SUVs und Stretchlimousinen herauszulocken, dann klappt es überall.

Bald auch in China

Auch in Europa verzeichnen die Smart-Verkäufer einen merklichen Zuwachs der Nachfrage. Die zweite Generation des Fortwo, seit April 2007 auf dem Markt, fand schon über 100.000 Käufer - rund 80 Prozent mehr als das Vorgängermodell im Vergleichszeitraum zwischen 2006 und 2007. Für zusätzliche Stückzahlen soll auch der Verkauf von Smart-Autos in China sorgen. Ab Mitte 2009 sollen die ersten Autos in einigen Großstädten ausgeliefert werden, wie Daimler-Chef Dieter Zetsche vor zwei Wochen auf der Auto China Beijing 2008 verkündete.

Hochbeinig durch die Landschaft stelzen

Der Misserfolg der Anfangsjahre ist einfacher zu erklären als der plötzliche Hype. Seit dem Modellwechsel federt der Smart zwar deutlich besser und auch die Automatik verzichtet auf die elend langen Pausen zwischen den Gangwechseln. Doch die prinzipbedingten Nachteile konnten die Ingenieure allenfalls mildern: Der kurze Randstand macht den Winzling weiterhin anfällig für Schlaglöcher. Die indirekte Auslegung der Lenkung bleibt ein Muss, weil die elektronischen Helferlein die Kippneigung anders nicht in den Griff bekommen. Das angenehme Fahrverhalten eines Gokarts lässt sich nur erreichen, wenn das Fahrzeug auf der Straße kauert - der Smart dagegen stelzt hochbeinig durch die Landschaft wie ein Van.

Kein Sparwunder

Nicht einmal in Sachen Umwelt stellt der Smart ein wirkliches Vorbild dar. Nur die Dieselversion erfüllt mit einem Normverbrauch von 3,3 Litern und einem CO2-Ausstoß von 88 Gramm pro 100 Kilometern die Erwartungen. Die stärker motorisierten Varianten gehen dagegen schon wesentlich ungezügelter mit dem Treibstoff um. Für die 84-PS-Version steht ein Normverbrauch von 6,4 Litern im Datenblatt - ein Wert, der im Praxisbetrieb nur mit großer Zurückhaltung zu erreichen ist. Bei hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn übersteigt er sogar locker die Acht-Liter-Grenze.

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