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Straßenverkehr: Kampf um den Parkplatz

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Straßenverkehr  

Am Parkplatz kämpfen Platzhirsche um ihr Revier

10.02.2010, 17:20 Uhr | dpa

Straßenverkehr: Kampf um den Parkplatz. Bei der Parkplatzsuche können einem schon mal die Nerven durchgehen

Bei der Parkplatzsuche können einem schon mal die Nerven durchgehen (Quelle: imago)

Da ist endlich ein freier Parkplatz, und dann will sich ein anderer draufdrängeln. Wohl jedem Autofahrer steigt in so einem Fall das Blut in den Kopf, gelegentlich artet ein Streit um den Parkplatz sogar zum blutigen Kampf aus. Immer wieder gibt es Verletzte und Tote, wenn der Parkplatz zum Revier wird, das Platzhirsche um jeden Preis verteidigen. Falls dabei einer den anderen beißt wie vor Jahren in Frankfurt, wirkt das noch kurios. Doch andere Schlagzeilen der vergangenen Jahre aus dem In- und Ausland lauteten "Mann im Streit um Parkplatz erschlagen", "Ein Toter bei Streit um Parkplatz" und "Messerstiche nach Streit um Parkplatz"

Zeigefinger abgetrennt

Die jüngste juristische Auseinandersetzung über einen blutigen Streit ums Parken wurde jüngst vor dem Bundesgerichtshof geführt: Ein Rentner war im Oktober 2008 in Mittelhessen aus Ärger über falsches Parken mit einer Machete auf einen Taxifahrer losgegangen, hatte ihm den Zeigefinger der rechten Hand abgetrennt und ihn am Kopf schwer verletzt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hob die Haftstrafe gegen den 71-Jährigen aus Weilburg wegen versuchten Totschlags auf. In einem neuen Verfahren vor demselben Gericht droht dem Mann jetzt eine härtere Haftstrafe wegen versuchten Mordes.

Italiener bei Parkplatzsuche erstochen

Wie brutal es zugehen kann, zeigen Berichte aus anderen Orten. In Rom wurde 2009 ein Italiener vor den Augen von Frau und Kindern erstochen, als er sich mit einem anderen um einen Parkplatz stritt. In der Schweiz hatte 2005 ein 24-Jähriger aus dem gleichen Grund einen Kontrahenten erschossen. In Portugal starb im selben Jahr ein Dorfbürgermeister: Ein Dorfbewohner hatte einen Parkplatz vor seiner Wohnung mit Steinbrocken reserviert, Wahlkampfhelfer des Bürgermeisters räumten die weg, schon fielen Schüsse.

"Das ist ganz archaisch"

Bei der Suche nach Erklärungen, warum solche Streitigkeiten im Extremfall eskalieren und zu Mord und Totschlag führen können, fällt schnell das Stichwort "Revierkämpfe". Wer meint, er habe den freien Parkplatz zuerst gesehen, fühle sich subjektiv im Recht, "seinen Parkplatz" auch zu verteidigen, erklärt der Verkehrssoziologe Alfred Fuhr vom Automobilclub in Deutschland (AvD). "Das ist ganz archaisch", meint er. Hinzu komme das Empfinden, das Auto sei ein Teil der eigenen Person.

Platzhirsche unter sich

Auch nach Einschätzung des Kriminalpsychologen Rudolf Egg haben derartige Streitigkeiten mit Besitzansprüchen zu tun. Es gehe darum, als "Platzhirsch" ein Revier gegen einen anderen zu verteidigen. Dabei treten unter Umständen Verhaltensweisen zutage, die eigentlich nach der Kindheit abgelegt sein sollten. Statt "das ist meine Schaufel" heißt es dann "das ist mein Parkplatz". Parkplätze könnten zu den letzten Orten gehören, an denen eine derart unmittelbare Wunschbefriedigung möglich erscheint.

Unbekannt gegen Unbekannt

Egg vermutet auch, die Bereitschaft zu Handgreiflichkeiten auf Parkplätzen könnte etwas damit zu tun habe, dass die Kontrahenten meist Unbekannte sind. Solche Verhaltensweisen würden im Umgang mit Bekannten kaum gezeigt. Auch Stress dürfte eine Rolle spielen. Wenn beispielsweise ein Fahrer lange verzweifelt einen Parkplatz gesucht hat, und dann schnappt ein anderer die scheinbar letzte freie Fläche weg, sinkt die Hemmschwelle.

Unfall bei der Parkplatzsuche

Dass eine lange vergebliche Suche nach einem Parkplatz noch andere Gefahren bereithält, hat Egg vor Jahren selbst erfahren. Angesichts eines freien Platzes auf der gegenüberliegenden Straßenseite bog er so zügig nach links ab, dass sein Wagen von einem anderen gerammt wurde, der gerade überholen wollte. Es gab einen ordentlichen Blechschaden. Die Ironie dabei: Egg hatte sich getäuscht, es gab gar keinen freien Parkplatz.



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