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Auto-Auktionen: Oldtimer BMW 328 Mille Miglia Roadster soll Rekordsumme erzielen

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Auto-Versteigerung  

Der BMW "Bügelfalte" soll Rekordsumme erzielen

08.03.2010, 15:12 Uhr | auto-reporter.net

Auto-Auktionen: Oldtimer BMW 328 Mille Miglia Roadster soll Rekordsumme erzielen. Die "Bügelfalte": BMW 328 Mille Miglia Roadster (Foto: ampnet)

Die "Bügelfalte": BMW 328 Mille Miglia Roadster (Foto: ampnet)

Ein Blech gewordenes Stück deutscher Automobilgeschichte kommt am 1. Mai in Monaco bei RM Auctions im Grimaldi Forum unter den Hammer: Der BMW 328 Mille Miglia Roadster mit dem Spitznamen Bügelfalte, Baujahr 1937, mit der Fahrgestellnummer 85032. Die Geschichte dieses Oldtimers liest sich wie das Drehbuch zu einem Film. (zur Foto-Show BMW 328 Mille Miglia Roadster)

BMW mit Standard-Fahrgestellnummer

BMW hatte schon vor dem Zweiten Weltkrieg aktiv Motorsport betrieben und mit seinem technisch hochentwickelten und leistungsfähigen Modell 328 beachtliche Erfolge gefeiert. Die Fahrgestellnummer 85032 wurde im Mai 1937 als Standardkarosse für die BMW-Entwicklungsabteilung unter Leitung von Rudolf Schleicher gebaut. Der Wagen nahm 1937 beim Rennen von Le Mans teil, gefahren von dem damals sehr berühmten britischen Rennfahrer AFP Fane (eigentlich: Alfred Fane Peers Agabeg), der fünf Jahre später als Pilot der Royal Airforce über England abstürzte.

Sieg bei der Mille Miglia

Bei der Tourist Trophy 1937 wurde der Wagen vom nicht weniger bekannten H.G. Dobbs gelenkt. Im darauffolgenden Jahr nahm das Fahrzeug an der Mille Miglia teil und errang den Sieg in der Zwei-Liter-Klasse, wieder mit Fane am Steuer und William James als Beifahrer. Später gewann der BMW die Goldmedaille bei der Deutschen Alpenfahrt mit Fritz Roth und "Blasi“ Huber und errang den Gesamtsieg bei der gleichen Veranstaltung im Jahre 1939.

Zerlegt und wieder aufgebaut

Im Herbst 1939 wurde die der Wagen von der Rennabteilung in seine Einzelteile zerlegt und komplett neu aufgebaut mit einer offenen Stromlinienform für den Einsatz als Werkswagen bei der Mille Miglia 1940, zusammen mit zwei weiteren stromlinienförmigen Coupés.

Markanter Kniff

Seinen Spitznamen verdankt der BMW dem markanten Kniff auf seinen Kotflügeloberseiten. Diese charakteristische und ikonenhafte Karosserieform wurde zum Maßstab einer ganzen Generation von Sportwagen in der Nachkriegsgeschichte, dessen Einfluss man sehr deutlich zum Beispiel am Jaguar XK120 Roadster erkennen kann.

130 PS bei 725 Kilogramm

Eine weitere Neuerung war der komplexe Stahlrohrrahmen für die Karosserie. Doch der Neuaufbau umfasste noch wesentlich mehr als nur Fahrwerk und Karosserie. Komponenten wie die Bremsen und das Hurth-Getriebe wurden verbessert, um die erhöhte Leistung aufnehmen zu können, die aus dem leistungsstärkeren 130 PS-Motor und dem leichteren Gesamtleergewicht von 725 Kilogramm entstand. Die "Bügelfalte" ist der einzige spezielle Roadster, der je in den BMW-Werken in München gebaut wurde. Die anderen beiden "Zweitserien“ der stromlinienförmigen Roadster erhielten ihre Aluminiumkarosserie vom Karosseriebauer Touring in Mailand.

Ein sechster Platz

Die neue Form des Fahrgestells 85032 wurde von Ernst Loof, dem Leiter der BMW-Rennabteilung, getestet, bevor sie 1940 bei der Mille Miglia zusammen mit den beiden 328-Coupés zum Einsatz kam. Das Fahrzeug 85032 wurde schließlich Sechster bei der Mille Miglia 1940 mit Hans Wencher und Rudolf Scholz am Steuer, während das 328-Touring Coupé von Fritz Huschke von Hanstein und Walter Bauerner in jenem Jahr den Sieg davontrug.

BMW gegen Lada getauscht

Nach dem Ende des Krieges 1945 war das Fahrzeug Teil der Reparationsleistungen, wurde der UdSSR übergeben und landete schließlich in den Händen von Artjom Iwanowitsch Mikojan, dem Leiter des Entwicklungsbüros von Mikojan-Gurewitsch, das vor allem als Erfinder der russischen MiG-Jagdflugzeuge in die Geschichte eingehen sollte. Sein Sohn fuhr das Auto und tauschte es letztendlich 1972 mit Guido Adamson aus Riga gegen einen brandneuen Lada. Adamson behielt das Auto bis 2001.

Wie teuer wird der BMW versteigert?

Nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" überführte er den Rennwagen von Riga nach München ins BMW-Museum. Der derzeitige Besitzer kaufte diese historisch bedeutende Einzelstück 2001 und bietet es jetzt in Monaco zum Kauf an. Erwartet wird ein siebenstelliger Betrag auf der Auktion in Monaco.

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