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Alkohol am Steuer: nur jede 600. Trunkenheit wird entdeckt

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Nur jede 600. Trunkenheitsfahrt wird entdeckt

20.05.2011, 10:47 Uhr | mid

Alkohol am Steuer: nur jede 600. Trunkenheit wird entdeckt. Alkohol am Steuer bleibt oft unentdeckt (Foto: Imago)

Alkohol am Steuer bleibt oft unentdeckt (Foto: Imago)

Von 600 Trunkenheitsfahrten wird durchschnittlich nur einer entdeckt. Das teilte Professor Dr. Dieter Müller von der Sächsischen Polizei. 0,19 Prozent aller Führerscheinbesitzer in Deutschland mussten sich im vergangenen Jahr der Medizinisch Psychologischen Untersuchung (MPU) wegen und Alkohol-, Drogen-, Verkehrs- und Strafdelikten unterziehen.

Alkohol-Anteil ist rückläufig

Von diesen 102.000 Gutachten betrafen 60 Prozent das Thema Alkohol. Deren Anteil ist allerdings seit Jahren rückläufig. Begutachtungen im Drogenbereich nehmen dafür zu. Zirka 600.000 Deutsche haben laut Bundesgesundheitsministerium einen problematischen Cannabiskonsum. 200.000 sind als Konsumenten illegaler Drogen registriert. Zirka 1,4 Millionen sind medikamentenabhängig.

Neun Millionen Autofahrer auffällig

Zur Zeit sind fast neun Millionen Autofahrer im Verkehrszentralregister registriert. 281.000 davon haben auf einen Schlag fünf bis sieben Punkte bekommen, meistens wegen einer Trunkenheitsfahrt. "Wer darf motorisiert fahren und wer nicht?" war daher das Motto eines Seminars des Deutschen Verkehrssicherheitsrats.

Streitthema MPU

Auf keinen Fall an das Steuer oder den Lenker darf, wer zur MPU aufgefordert wurde und diese nicht besteht, so die Kernaussage der Referenten. Die MPU würde aber zu Unrecht als "Idiotentest" bezeichnet. Schließlich müssten sich auch Leute der Untersuchung stellen, die im Straßenverkehr nicht auffällig geworden sind. Zum Beispiel wenn sie körperliche Gebrechen haben, oder wenn sie schon mit 17 Jahren den Führerschein machen wollen.

Grund oft auch Straftaten oder Ordnungsverstöße

Die große Masse der MPU-Teilnehmer setze sich allerdings aus Leuten zusammen, bei denen Zweifel an der Fahreignung bestehen, weil sie Straftaten oder Ordnungsverstöße in erheblichem Umfang begangen haben. Im Jahr 2009 waren 30 Prozent der MPU-Anlässe erstmalige Alkoholauffälligkeit.

Drogenkonsum bei fast jedem Fünften der Fall

17 Prozent betrafen wiederholte Auffälligkeit. Bei 19 Prozent waren Drogenkonsum oder missbräuchlicher Umgang mit Medikamenten der Anlass.

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