Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Technik & Service > Oldtimer >

50 Jahre Ami6: Citroëns schräges Frauenzimmer

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

50 Jahre Ami6: Citroëns schräges Frauenzimmer

10.06.2011, 14:47 Uhr | Markus Henrichs, mid

50 Jahre Ami6: Citroëns schräges Frauenzimmer. Citroën Ami6 (Foto: Citroën)

Citroën Ami6 (Foto: Citroën)

Ein fast bis nach Paris zu hörendes Hallo hat es gegeben, als Citroën seinen deutschen Händlern im Juni 1961 erstmals sein neues Mittelklasse-Modell Ami6 vorgestellt hat. Denn es ist schon eine buchstäblich ganz schön schräge automobile "Freundin", die die Franzosen ihren Händlern da vorgesetzt haben. Das Technikmuseum Speyer widmet der Französin eine Sonderausstellung.

Wortspiel beim Auto-Namen Ami6

Wie schon bei der "göttlichen" DS, deren Spitzname sich ebenfalls aus der französischen Aussprache der Modellbezeichnung ableitet ("La déesse", die Göttin), spielen die Franzosen auch diesmal nicht nur mit Formen, sondern auch mit Worten: "L'Ami Six" (wörtlich übersetzt: der "Freund sechs") hört sich ausgesprochen an wie "la Missis", zu deutsch: "das Fräulein".

Design der Ami6 stellte Kreativität der Ingenieure auf die Probe

Und dieses französische Fräuleinwunder hat es ganz schön in sich. Was heute aufgrund des waghalsig konstruierten Glashauses mit seinem weit nach hinten ausgestellten "Regendächlein" auf den ersten Blick zum Schmunzeln anregt, hat die Kreativität der Ingenieure damals auf eine ernste Probe gestellt.

Anzeige 
Jetzt Autokosten senken

Kfz-Versicherung wechseln und viele hundert Euro sparen. Versicherungsvergleich starten

Denn die Anforderungen, die Generaldirektor Pierre Bercot seinen Entwicklern seinerzeit ins Pflichtenheft geschrieben hatte, waren schon recht anspruchsvoll gewesen: ein Auto zu konstruieren, mit einem großen Kofferraum, Komfort für alle Mitfahrer, komprimiert auf maximal vier Metern Fahrzeuglänge - und das alles, wenn möglich, ohne einen Kombi zu bauen.

Ami6 schloss Lücke zwischen Ente und der Göttin

Die Antwort der Entwickler: der Ami6. Als neuer Vertreter der Mittelklasse sollte das intern "Projekt M" genannte Auto die Lücke zwischen der Oberklasse-Limousine Citroën DS mit seiner hydropneumatischen Federung und dem hierzulande als "Ente" oder 2CV bekannten "Volkswagen" der Franzosen schließen, der seit 1949 gebaut wurde.

Technisch betrachtet ist das "Fräulein" aber alles andere als ein Wunder, sondern ein Mittelding aus beiden Modellen. Experimentieren die Entwickler anfangs noch mit einer abgespeckten DS als technischer Basis, entschließen sie sich aus Kostengründen bald, auf den robusten und alltagsbewährten 2CV als Plattform zurückzugreifen, allein schon um die Längenvorgabe erfüllen zu können.

Design aus Italien

Das gewagte Design mit der "falsch herum" geneigten Heckscheibe steuert der italienische Design-Künstler Flaminio Bertoni bei, welcher schon der DS und der "Ente" ihre Formen gab. Der aus dem 2CV bekannte luftgekühlte 0,6-Liter-Zweizylinder-Boxermotor wird für den Ami6 auf knapp 21 PS gesteigert. Um mit dem gestiegenen Fahrzeuggewicht mithalten zu können, muss die Federung verstärkt werden. Auch die Fliehkraftkupplung wird der stärkeren Motorleistung angepasst. In Sachen Interieur hat man dagegen am Citroën DS angeknüpft.

Umständlicher Schließmechanismus

Gewöhnungsbedürftig sind nicht nur die Optik, sondern auch Details wie der Schließmechanismus des Kofferraums, der sich anfangs nur recht umständlich von innen öffnen lässt, nämlich über einen Seilzug am Innenbereich der Rücksitzbank.

Produktion wurde 1971 eingestellt

In Frankreich avanciert der Ami6 nur fünf Jahre nach seinem Start mit rund 180.000 verkauften Einheiten im Jahr 1966 zum meistverkauften Auto der Nation. In Deutschland werden insgesamt 10.000, weltweit mehr als eine Million Ami6 zugelassen, ehe die Produktion 1971 eingestellt wird.

Sonderausstellung in Speyer

Schade, dass man heute so herrlich schräge Modelle im global funktionierenden, automobilen Modellangebot der Kompaktklässler und Fließhecklimousinen vergeblich sucht. Das meinen offenbar auch die Macher des Technik-Museums Speyer. Dem Ami6 haben sie eine Sonderausstellung gewidmet, die bis zum 16. Oktober 2011 zu sehen ist. Flankiert wird das Automobil gewordene "Fräuleinwunder" von historischen Citroën-Modellen und Designstudien der Marke aus den 50er und 60er Jahren.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 


Anzeige
shopping-portal