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VW-Porsche 914-6: Die freche Spaßmaschine

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Klein, flink und Porsche: Der 914/6

| Ulrich Feld, driver.de

VW-Porsche 914-6: Die freche Spaßmaschine. Auch der Porsche 914/6 hatte den Ruf, ein Frauen-Magnet zu sein – so wie viele Sportwagen aus Zuffenhausen . (Quelle: Hersteller)

Auch der Porsche 914/6 hatte den Ruf, ein Frauen-Magnet zu sein – so wie viele Sportwagen aus Zuffenhausen. (Quelle: Hersteller)

Klingt nach einem idealen Spaß-Auto: Ein leichter zweisitziger Sportwagen mit Mittelmotor und abnehmbarem Dach. Genau dieses Konzept wollten Porsche und VW im Jahr 1969 mit dem VW-Porsche 914/6 verwirklichen und damit neue Kunden gewinnen. Mit 110 PS aus zwei Litern Hubraum bot der Kleine auch ordentlich Pfeffer. Doch das futuristische Design, die doppelte Vaterschaft und die schwierige Fertigung verhinderten seinen Erfolg. Heute ist er als Oldtimer dafür umso beliebter.

Die Bedingungen für eine Zusammenarbeit zwischen Porsche und Volkswagen waren zu diesem Zeitpunkt günstig. Porsche fehlte unterhalb des Porsche 911 ein preiswertes Einsteiger-Modell für junge Kunden. Der VW-Sportwagen Karmann-Ghia war bereits seit 1955 auf dem Markt und mit seinem Käfermotor im Heck technisch veraltet. VW-Chef Heinrich Nordhoff war zudem eng mit der Porsche Familie befreundet. Per Handschlag vereinbarten Nordhoff und Ferry Porsche die Entwicklung eines gemeinsamen Sportwagens.

Schwierige Zusammenarbeit mit VW

Nordhoff erkrankte jedoch schwer und starb 1968. Sein Nachfolger Kurt Lotz lehnte das Projekt ab, was die Zusammenarbeit erheblich erschwerte. VW hatte zudem nicht die nötige Produktionskapazität und holte deswegen die Karosseriefirma Karmann mit ins Boot, die jedoch nicht die bei Porsche gewünschte Qualität liefern konnten. Die nötigen Nacharbeiten machten die Karosserie eines Porsche 914 darum so teuer wie die eines 911.

Polarisierendes Design und überzeugendes Fahrerlebnis

Der VW-Porsche sollte vor allem stilistisch mit der Tradition brechen. Die barocken Rundungen des Karmann-Ghia waren passé, in den späten sechziger Jahren stand die Kundschaft auf klare Kante. Besonders Klappscheinwerfer galten 1969 als der letzte Schrei im Autodesign. Die Formen des 914 vermochten jedoch nicht auf den ersten Blick zu überzeugen. Zu unvermittelt ging die Hecksäule in den flachen Heckbereich über. Die wuchtigen Stoßstangen der ab 1975 gebauten Versionen harmonierten auch nicht mit der zierlichen Karosserie. Dafür überzeugte das Fahrverhalten des Porsche 914. Mit dem Motor vor der Hinterachse erreichten die Ingenieure eine optimale Verteilung des Gewichts auf Vorder-und Hinterachse. Mit knapp einer Tonne Leergewicht eignete sich der vier Meter lange 914 damit besser zur flotten Kurvenhatz als sein hecklastiger größerer Bruder Porsche 911. Auch die Fahrleistungen des VW-Porsche mit dem luftgekühlten Sechszylinder ließen keine Wünsche offen. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 207 km/h zeigte er sogar einer Mercedes-Pagode die Rücklichter.

Flott, aber zu teuer

Die Einstiegsversion des Porsche 911 Targa bot indessen 125 PS, war mit einem Kaufpreis von 23.199 DM nur knapp 3300 DM teurer als ein Porsche 914/6 und stand für eine exklusivere Sportwagenklasse. Porsche konnte dadurch im ersten Modelljahr 1970 nur 2657 Exemplare absetzen. In den beiden Folgejahren fand der 914/6 nur noch 432 beziehungsweise 299 Kunden. Das ganze Konzept des Porsche 914 roch einfach zu sehr nach VW, wozu auch die Einstiegsversion 914/4 beitrug: Sie besaß den 1,7 Liter großen Vierzylinder des VW 411 E mit 85 PS. Für VW-Kunden war der VW-Porsche wiederum zu exklusiv. Nach 1972 stellte Porsche darum den 914 mit Sechszylinder ein. Sein Nachfolger 914 2.0 bekam einen auf zwei Liter Hubraum vergrößerten Vierzylinder mit Benzineinspritzung und 100 PS. Damit lief dieser Porsche fast so schnell wie der 914/6.

Es gab auch ganz heiße Varianten

Ausgereizt waren die technischen Möglichkeiten eines 914 damit noch lange nicht. Für die Familien Porsche und Piech und einige sehr gute Kunden des Hauses baute Porsche 1971 insgesamt zehn Exemplare des Porsche 916. Für eine bessere Karosseriesteifigkeit besaß der 916 ein fest verschweißtes Dach, was auch nötig war: Die drei ersten 916 befeuerte der 2,4 Liter große und 190 PS starke Sechszylinder des Porsche 911 S, damals das schnellste deutsche Serienauto, auf eine Höchstgeschwindigkeit von 233 km/h. Noch etwas besser konnte es naturgemäß die restlichen sieben 916 mit dem 2,7 Liter-Motor des 911 Carrera und 210 PS.

Spaßmaschine für Junggebliebene

Die Produktion des Porsche 914 endete 1976 nach immerhin 120.000 Exemplaren. Erst zwanzig Jahre später kam mit dem Boxster wieder ein Porsche mit Mittelmotor und ein überwältigender Verkaufserfolg. Auf ein wirklich preiswertes Einstiegsmodell warten viele Porsche-Fans allerdings immer noch. Pläne dafür liegen in Stuttgart längst fertig in der Schublade. Bis diese endlich realisiert werden, bietet sich der Kauf eines Porsche 914 an: Der VW-Porsche war selbst in seiner schwächsten Version eine Fahrmaschine für Junge und Junggebliebene, und das ist er auch heute noch.

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