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Ford Capri: Sport mit Ford

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Ford Capri: Sport mit Ford

14.12.2012, 14:17 Uhr | Ulrich Feld, driver.de

Ford Capri: Sport mit Ford. Ford Capri (Quelle: Hersteller)

Ford Capri (Quelle: Hersteller)

Er passte so wunderbar in sein Präsentationsjahr 1969, der Ford Capri. Mit langer Schnauze, kurzem Fließheck und kurzen Überhängen vorne und hinten kopierte er geschickt die Proportionen des millionenfach verkauften Ford Mustang, ohne auf stilistische Eigenständigkeit zu verzichten. Auf Platz im Innenraum musste die Besatzung trotz des sportlichen Äußeren nicht verzichten. Und die bewährte Ford-Technik unter dem wohlgeformten Blech versprach zudem Genuss ohne Reue.

Spaßfaktor Sechszylinder

Nur: Mit dem Genuss war es erst mal nicht allzu weit her. Ford hatte es auch mit der weniger solventen Kundschaft gut gemeint und bot als Einstiegsversion einen 1,3 Liter großen V4-Motor an, dessen schwindsüchtige 50 PS dem Sportcoupé das Temperament einer Wanderdüne verlieh. Fast eine halbe Minute lang schleppte sich der kleinste Vierzylinder auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 133 km/h. Auch die Topversion mit Sechszylinder holte aus zwei Litern Hubraum nur 90 PS, was einem Mustang-Fahrer bestenfalls ein mildes Lächeln entlockte. Richtig Fahrspaß boten erst die beiden Sechszylinder mit 2,3 und 2,6 Litern Hubraum, die ab Ende 1969 erhältlich waren. Der größte leitete 125 PS an die Hinterräder. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von knapp über 190 war man schon jemand auf den Autobahnen der ausgehenden sechziger Jahre.

Pferdestärken für das Volk

Genau das war es nämlich, was General Motors, Ford und Chrysler mit ihren Muscle-Cars so erfolgreich vorexerziert hatten: die Demokratisierung der Pferdestärken. Während sich Porsche, Ferrari oder Jaguar an Kunden aus der Oberschicht hielten, basierten Ford Mustang, Dodge Charger oder Chevrolet Camaro auf Mittelklasse-Modellen. Durch den jahrelangen Wirtschaftsboom nach dem Zweiten Weltkrieg war sowohl in den USA wie in Europa eine konsumkräftige und selbstbewusste neue Mittelklasse entstanden. Die verlangte es nach Ausdrucks- und Individualisierungsmöglichkeiten, nicht zuletzt im automobilen Bereich. Capri und Co wurden somit schnell zu Ikonen einer autobegeisterten jugendlichen Subkultur.

Ford Capri RS 2600 als Basis für Rennmodelle

Ford wollte dem Leistungshunger der Kunden Rechnung tragen. Dabei kam dem Capri zugute, dass sich Ford ab 1968 eine Rennsportabteilung unter der Leitung des jungen Jochen Neerpasch leistete. Und so präsentierten die Kölner im März 1970 einen richtigen Kracher: den Ford Capri RS 2600, leicht erkennbar an den Doppelscheinwerfern. Zunächst mal aber nur als Leichtbauausführung für den Rennsport, erst im September folgte die Straßenversion. Und die hatte es in sich: Die neue Kugelfischer-Benzineinspritzung holte satte 150 PS, so zumindest die Werksangabe. In Wirklichkeit, so die Gerüchte, lag die Leistung eher bei 170 PS. Ford hütete sich, solche Gerüchte zu dementieren. Von Null auf 100 unter acht Sekunden, über 200 km/h Höchstgeschwindigkeit - die Deutschen hatten einen neuen Traumwagen. Die Ausführung mit Dreiliter-V6 lief allerdings sogar mit Automatik nicht allzu viel langsamer. Dafür lehrte die Rennversion des RS mit Fahrern wie Jochen Maas oder Hans-Joachim Stuck am Steuer die Konkurrenz auf den Rundstrecken das Fürchten.

Ölkrise bremst den Ford Capri aus

Der Dreiliter mit 138 PS bildete auch die stärkste Motorisierung der zweiten Capri-Generation ab Frühjahr 1974. Mit Rollkragenpullover und Lederjacke und dem bassigen Brabbeln dieser Maschine im Ohr konnte sich der Fahrer wie Steve McQueen in der Verfolgungsjagd in dem Film "Bullit" fühlen. Oder auch wie John Wayne, der raste nämlich mit einem Capri durch London in dem Krimi "Brannigan - Ein Mann aus Stahl" von 1974. Doch so gut der Wagen auch ging, so schleppend lief der Verkauf: Aufgrund der Ölkrise konnten sich im ersten Jahr nur 188 Kunden für das Topmodell begeistern. Ford hatte die Karosserie geglättet und den Kofferraumdeckel des ersten Capri durch eine richtige Heckklappe ersetzt. Bis Ende 1977 fanden die ersten beiden Capri-Generationen 1,5 Millionen Käufer, was ihn zum meistverkauften Coupé Europas machte.

Turbo als Topmodell: die dritte Generation des Ford Capri

Von der Topversion RS 2600 des Urmodells übernahm die dritte Generation des Ford Capri die markanten Doppelscheinwerfer. Der Escort fungierte als Organspender der 72 PS leistenden 1,6-Liter-Version für Einsteiger, der bekannte Dreiliter war wieder die Topversion. 1981 ersetzte Ford den stärksten V6 durch den neuen 2,8-Liter-Sechszylinder, der mit 160 PS ein Höchsttempo von 210 ermöglichte und damit sogar den legendären RS 2600 in den Schatten stellte. Noch mehr Pfeffer bot die 188 PS starke Turboversion, von der Ford aber nur 200 Exemplare verkaufen konnte. An den Erfolg von Capri I und II vermochte der dritte Capri nicht mehr anzuknüpfen. Das Rebellenimage verkörperten mittlerweile vor allem leistungsstarke Mittelklasselimousinen wie der BMW 535i. Im Dezember 1986 lief der letzte von insgesamt 1.886.647 Ford Capris vom Band. Fans warten bis heute vergeblich auf einen adäquaten Nachfolger.

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