Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Aktuelles >

Stau: Auf Autobahn bleiben oder abfahren?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Was bei Stau besser ist  

Auf Autobahn bleiben oder abfahren?

22.07.2014, 09:47 Uhr | Berrit Gräber, dapd

Jetzt geht der Sommerreiseverkehr wieder in die heiße Phase. Wer mit dem Auto in die Ferien will, wird auf vielen Fernstraßen häufig nur im Schneckentempo vorwärts kommen. Die meisten Reisenden stehen auch dieses Jahr wieder vor der Gretchenfrage: Staumeldungen aus Radio und Navi ignorieren und stur auf der Autobahn bleiben - oder doch lieber abfahren?

Stau: Bleiben ist meist besser

Für Stauforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen ist die Antwort klar: Durchhalten statt rausfahren - selbst wenn sich die Blechlawine nur im quälenden Stop-and-Go vorwärts bewegt. Das sei klüger und in der Regel auch schneller als das Ausweichen auf Nebenstraßen, fasst der Wissenschaftler seine Studien zusammen. Ausnahme: Bei einer Vollsperrung sollten Reisende so bald wie möglich runter von der Autobahn.

Alternativrouten meist schnell dicht

"Das Umfahren lohnt sich unterm Strich nicht", betont Schreckenberg. Fahren nur zehn Prozent der Autofahrer ab, ist jede Alternativroute schon nach kurzer Zeit ebenfalls dicht.

"Die Dynamik ist trügerisch"

Wer rausfährt, hat meist nur den Eindruck, er komme rascher vorwärts. "Die Dynamik ist trügerisch", winkt der Stauprofessor ab. Am Ende sei er in der Regel länger unterwegs als die, die stoisch durchhalten.

Höhere Durchschnittsgeschwindigkeit auf Autobahn

Auch der Frankfurter Verkehrssoziologe Alfred Fuhr hält stures Weiterfahren auf der Autobahn in den allermeisten Fällen für die richtige Entscheidung. "Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Autobahn ist selbst Stoßstange an Stoßstange höher als auf der Landstraße", so die Erkenntnisse Fuhrs. Gut ausgebaute Autobahnen schafften etwa das Dreifache an Verkehrsaufkommen wie Umgehungsstraßen.

Keine Angst vor Stauwarnungen

Von Stauwarnungen aus dem Radio solle sich grundsätzlich niemand verrückt machen lassen, sagt Fuhr, der auch Autoclubs berät. Wer auf einen gemeldeten Autobahnstau zufährt, muss nicht zwangsläufig in der Stop-and-Go-Falle landen, wie viele Autofahrer befürchten.

Jede dritte Verkehrsmeldung wertlos

Ein Staubericht ist - wenn er vom Radiosprecher verlesen wird - demnach meist schon 30, 40 Minuten alt. Auf jede dritte Verkehrsmeldung sei deshalb kein Verlass, warnt Fuhr.

Navis nicht immer zuverlässig

Auch das Vertrauen ins hochmoderne Navigationsgerät solle sich in Grenzen halten, empfiehlt Schreckenberg. Die Datenlage der Navis sei keinesfalls perfekt. Wer sich auf seinen digitalen Lotsen verlässt, steuert oft erst so richtig in den Stau hinein, wie der ADAC herausfand.

Navis schafften oft erst die Stau-Probleme

Weil so viele der gut 20 Millionen Navi-Besitzer auf ihr Gerät hören, ist die penetrant empfohlene Ausweichroute dann garantiert dicht. Navis schafften oft erst die Stau-Probleme, ist auch Schreckenberg überzeugt.

Was fürs Abfahren spricht

Neben bei der Vollsperrung hat Fuhr noch drei Gründe parat, die trotzdem fürs Abfahren sprechen: Wenn die Kinder quengeln, kein Proviant dabei ist oder der Sprit im Tank zur Neige geht. Einige Autos schlucken im Stop-and-Go-Verkehr bis zum 40fachen des sonstigen Benzinverbrauchs.

Unfälle oft bei Stau-Auflösung

Die Fahrt in den Urlaub sollte grundsätzlich antizyklisch geplant sein, also nicht gerade an den am stärksten frequentierten Sommerwochenenden, empfiehlt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat. Stop-and-Go-Fahrten bedeuten immer Stress. Die meisten Unfälle passieren ausgerechnet dann, wenn der Stau sich endlich auflöst.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 


Anzeige
shopping-portal