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Stau wegen Spinnen: Verkehrsleitsysteme gestört

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Spinnen sorgen für Stau

01.08.2012, 10:26 Uhr | ADAC

Stau wegen Spinnen: Verkehrsleitsysteme gestört. Verkehrsleitsysteme können leicht gestört werden (Quelle: imago)

Verkehrsleitsysteme können leicht gestört werden (Quelle: imago)

Spinnen, die an Verkehrsleitsystemen ihre Netze weben, können die Anlagen ganz schön durcheinander bringen. Das berichtet der ADAC - aber warum passiert das eigentlich?

Nebel-Anzeige im Frühsommer

Eine laue Mainacht auf der A 2 Richtung Berlin. 20 Grad, kaum Verkehr: eine entspannte Fahrt. Bis zwischen den Anschlussstellen Veltheim und Bad Eilsen die automatische Schilderanlage plötzlich für Verwirrung sorgt: "Nebel!" heißt es da und kurz darauf: "40".

Tempolimit ohne ersichtlichen Grund

Dabei ist weit und breit kein Nebel in Sicht, kein Wölkchen trübt den Himmel. Wieso also nur 40 fahren? Dennoch tritt man pflichtbewusst auf die Bremse. Eine Nachfrage des "Weserkuriers" bringt Klarheit: Der falsche Nebelalarm war kein Einzelfall. "Das kann immer wieder mal passieren", sagt Hartmut Prüß, der Leiter der niedersächsischen Verkehrsmanagementzentrale in Hannover.

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Spinnweben irritieren die Sensoren

Die Natur sorge öfter mal für Störungen der Anlage: "Wenn Spinnen über die Sichtweitenmessgeräte krabbeln und ihre Netze weben, wird eben Nebel diagnostiziert." Das Phänomen sei auch aus Tunneln bekannt. Als Gegenmaßnahme versuche man bereits, die Spinnen mit speziellen Duftstoffen zu vertreiben. Auch Hasen, Rehe und Insekten könnten den Sensoren einschränkte Sicht auf der A 2 vorgaukeln. Von der A 6 in Hessen wurden auch schon ähnliche Probleme beobachtet.

Anlagen sehr sensibel

Nebel sei generell ein großes Problem auf Autobahnen, sagt Prüß. Wegen der Gefahr von Massenkarambolagen habe man die Sensoren der Anlagen sehr empfindlich eingestellt. Die Verkehrsleitzentrale sei zwar rund um die Uhr besetzt, gleiche die automatischen Anzeigen der Schilderbrücken permanent mit der Wirklichkeit draußen ab und justiere notfalls nach, aber das könne schon mal bis zu 20 Minuten dauern, sagt Prüß. Doch wer fährt schon so lange 40, wenn nirgends eine Nebelbank stört?

Bei Vergehen kann man auf Milde hoffen

Grundsätzlich müssen Tempolimits natürlich eingehalten werden. Wenn diese aber offensichtlich unsinnig sind, dürfen geblitzte Autofahrer zumindest auf Milde hoffen. Behörden und Gerichte sind aufgrund des Opportunitätsprinzips bei Ordnungswidrigkeiten nicht verpflichtet, Bußgelder einzutreiben, sondern können Verfahren jederzeit einstellen - was bei technischen Pannen auch relativ häufig passiert. Aber: Die Vorgaben des automatischen Verkehrsleitsystems und die Witterung werden ausführlich dokumentiert, sodass man jederzeit feststellen kann, ob ein Tempolimit berechtigt gewesen ist - Spinne hin oder her.

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