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Ford Taunus 12 M: Aufbruch in die Moderne

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Ford Taunus 12 M: Aufbruch in die Moderne

14.12.2012, 13:19 Uhr | auto-medienportal.net

Ford Taunus 12 M: Aufbruch in die Moderne. Der Ford 12 M aus dem Jahr 1952. (Quelle: imago)

Der Ford 12 M aus dem Jahr 1952. (Quelle: imago)

Der Ford Taunus 12 M erhielt aufgrund seines Globus auf der Mitte seiner Motorhaubenkante den Kosenamen "Weltkugel". Ford trug mit diesem Modell wesentlich zur Massenmotorisierung in Deutschland bei. Das gefällige, glattflächige Äußere der Pontonform ermöglichte einen komfortablen Innenraum für fünf Personen und ein üppiges Gepäckabteil. Dieses Platzangebot plus die großen Fensterflächen samt gebogener Frontscheibe inspirierte den berühmten Automobil-Grafiker Walter Gotschke zu der Bezeichnung "der fahrende Raum".

Auch das Fahrwerk war ein Bekenntnis zum Neuanfang: Als erster deutscher Hersteller spendierte Ford dem Neuling 13 Zoll kleine Felgen, was den Schwerpunkt senkte und für mehr Innen- und Gepäckraum sorgte. Diese kurvenfreudigen Räder wurden an der Vorderachse per Einzelradaufhängung an Doppel-Querlenkern geführt. Hellorange leuchtende Blinker vorn statt der überkommenen Winker und Türen mit einem doppelt sicheren Sternschloss stellten moderne Sicherheitsmerkmale dar. Der Motor war indes ein alter, aber nicht veralteter Bekannter: Im neuen Taunus arbeitete der jetzt 38 PS starke 1,2-Liter-Reihenvierzylinder, der schon im 1935er Ford Eifel und im Ford Taunus (auch "Buckel" genannt) sowohl für seine hohe Literleistung als auch für seine lange Lebensdauer gerühmt worden war.

Ford Taunus 12 M kam auch als Kombi, Pick-up und Kastenwagen

Kurzum: Ford war mit dem neuen Mittelklässler ein echtes Meisterstück gelungen. Und genau dieses Empfinden schlug sich in der Modellbezeichnung nieder, die für die nächsten zwei Jahrzehnte die Modellpalette des Hauses prägen sollte: Der neue Taunus hieß "12" für den Hubraum von 1,2 Litern und "M" für "Meisterstück".
Mehr noch als die hochmoderne Konstruktion stach jedem Betrachter auf Anhieb das prägende Element dieser Baureihe ins Auge: Der mittig auf der Motorhaubenkante platzierte Globus trug dem eigentlich "P1" genannten Wagen umgehend den Kosenamen "Weltkugel" ein. Kurz nach der Vorstellung des Zweitürers auf der IAA 1952 ergänzte Ford das Modellangebot um Kombi, Pick-up und Kastenwagen. Und ab Ende des Debütjahres bereicherten zwei- und viersitzige, vom Karosserieschneider Deutsch umgebaute Cabriolets die Typenvielfalt.

Ford strich dem Ford 12 das "M" aus dem Namen heraus

Für den umfassenden Erfolg des intern G13 genannten Models war aber wohl die Einführung einer Sparversion von größerer Bedeutung. Als Reaktion auf die allgemeine Befindlichkeit des Automobilmarktes in Deutschland hatte Ford 1953 für besonders kostenorientierte Kunden den Rotstift gespitzt, das "M" aus dem Namenszug sowie weitere Ausstattungsdetails herausgestrichen und die abgespeckte Modellversion als Taunus 12 herausgebracht.

Abgespeckte Ausstattung

Hintergrund der Sparversion: Zu dieser Zeit besaßen erst zwei von 100 Deutschen ein eigenes Auto, und gerade die Mittelklasse blieb für viele Normalverdiener erst mal kaum erschwinglich. So besaß der Taunus 12 beispielsweise verschraubte Einzelsitze aus Stahlrohr statt der mondän durchgehenden Sitzbank vorn, die modische Lenkradschaltung wich dem unglamourösen Hebel auf dem Kardantunnel. Und auf seitliche Zierleisten ließ sich im Nachkriegs-Deutschland offenbar auch verzichten. Ob mit oder ohne "M": Der G13 verkaufte sich prächtig, denn schon im Juli 1953 lief das 50.000ste Exemplar vom Kölner Band.

Aus dem Ford Taunus 12 M wird der Ford Taunus 15 M

Der erste große Schnitt in der langen Modellhistorie erfolgte 1955. Einerseits zeigte der Taunus jetzt Zähne – nämlich in dem im Zuge der Modellpflege überarbeiteten Kühlergrill. Das jetzt G4B genannte Meisterstück hieß folgerichtig Taunus 15 M.

Deluxe-Version im Jahr 1955

Im September 1955 stellte Ford eine deluxe-Version des Taunus 15 M vor. Diese glänzten unter anderem mit sieben senkrechten Chromspangen im Grill, Rückfahrscheinwerfern, Sonnenblenden mit Makeup-Spiegel und – erstmals bei einem deutschen Pkw – einer Lichthupe. Der 15 M zählte mit einer Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h zu den schnellsten Limousinen auf Deutschlands Straßen.

In elf Jahren baute Ford mehr als Taunus 12 und 15 M

Das "Projekt 1" von Ford prägte mehr als ein Jahrzehnt Automobilgeschichte und trug wesentlich zur Massenmotorisierung in Deutschland bei. Innerhalb von elf Jahren baute Ford in Köln mehr als 560.000 Exemplare, rund 330.000 davon mit dem 1,5-Liter-Triebwerk.

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