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VW Golf I Cabrio: Deutschlands erfolgreichstes Offen-Auto

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VW Golf I Cabrio: Deutschlands erfolgreichstes Offen-Auto

09.08.2012, 09:20 Uhr | Ulrich Feld, driver.de

VW Golf I Cabrio: Deutschlands erfolgreichstes Offen-Auto. VW Golf I Cabrio (Quelle: imago)

VW Golf I Cabrio (Quelle: imago)

Den VW Golf I Cabriolet liebte 1979 keiner so richtig. Statt der barocken Rundungen und nostalgischen Trittbretter wie beim offenen VW Käfer präsentierte er sich in einem sachlichen und kantigen Blechkleid. Was ihm besonders mit geschlossenem Dach den Spitznamen "Schuhkarton mit Baskenmütze" einbrachte. Und offen wurde es noch schlimmer: Da hatte VW dem neuen Offen-Auto doch glatt diesen seltsamen Überrollbügel verpasst. Das Publikum reagierte mit einem weiteren Spitznamen und taufte den VW Golf I Cabrio auf den Namen Henkelkörbchen oder Erdbeerkörbchen.

Dabei erfüllte der Überrollbügel gleich zwei gute Zwecke. Erstens schützte er die Insassen bei einem seitlichen Überschlag. Das war besonders wichtig für den amerikanischen Markt, wo in den siebziger Jahren aus Sicherheitsgründen sogar ein Verbot für offene Autos im Gespräch war. Und außerdem gab er dem Golf Cabriolet I jene Dosis an Stabilität, die der Wolfsburger Dauerbrenner nach der Amputation seines Daches nun einmal dringend nötig hatte. Diese Aufgabe bewältigte er natürlich nicht im Alleingang. VW verstärkte die gesamte Karosserie des Golf I Cabriolets mit einem Netz von Profilträgern aus Blech. Der Überrollbügel war nur der sichtbare Bestandteil dieses stählernen Korsetts. Ganz nebenher sorgt er auch für eine sichere Führung der Seitenscheiben.

Schwer wiegende Karosserieversteifungen beim VW Golf I Cabrio

Das Stahlkorsett führte zu einer Gewichtszunahme, ohne dass die Figur des VW Golf I Cabrios darunter gelitten hätte. Laut VW wog des Cabrio satte 130 kg mehr als die Version mit festem Dach. Der erste 1979 von "Auto, Motor und Sport" getestete VW Golf I Cabrio brachte indessen mit einem Leergewicht von 935 kg nur 75 kg mehr auf die Waage.

Solides Cabrio-Dach

Und das, obwohl das Dach des Golf I Cabriolets alles andere als ein Notdach war. Insgesamt vier Lagen Stoff und eine dicke Polsterfüllung sorgen im ersten offenen Golf für behagliche Ruhe. Ob bei Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn, bei arktischen Temperaturen, strömendem Regen oder in der Waschanlage: dieses Cabrio-Dach ließ weder irgendein Lüftchen noch Kälte noch Wassertropfen durch. Was der Osnabrücker Cabrio-Spezialist Karmann als Verdeck für den Golf I Cabrio geschneidert hatte, war damals eine Meisterleistung. Auch an ein großes Heckfenster hatte Karmann gedacht.

VW Golf I Cabrio mit simpler Dachmechanik

Das Zurückklappen geschah damals noch per Hand, was aber auch nach heutigen Maßstäben keine große Sache ist: Der Fahrer muss nur vorne zwei kleine Hebel lösen und das Verdeck nach hinten schieben. Zum Schluss rastet das Dachgestänge in zwei Federklinken ein, die es sicher halten. Bis 1981 ragte das Dach noch etwas höher über das Heck hinaus als in den nachfolgenden Baujahren, was bei offenem Dach die Sicht nach hinten erheblich einschränkte. Die Verwendung der Persenning war vorgeschrieben, um bei offenem Fahren Verletzungen der Passagiere durch offen liegende Metallteile des Verdecks zu vermeiden.

Überrollbügel stört Fahrer nicht

Beim Fahren merkt man von dem Überrollbügel nichts, für die vorne Sitzenden ist er aus dem Blickfeld. Den Hinterbänklern kann der Überrollbügel dagegen schon den Blick versperren, besonders den etwas länger Gewachsenen. Hinten ist aber im VW Golf wie in allen offenen Viersitzern durch den Fahrtwind sowieso nicht der ideale Platz. Vorne dagegen sorgen Windschutzscheibe und seitliche Fenster wirkungsvoll dafür, dass es auch bei flotterem Tempo nicht allzu stürmisch zugeht. Das offen liegende Verdeck übernimmt dabei teilweise auch die Aufgaben eines Windschotts.

Verschiedene Motoren für den VW Golf I Cabrio

Allzu temperamentvoll aber fällt der Vorwärtsdrang eines Golf I Cabriolets ohnehin nicht aus. VW bot den offenen Golf anfangs mit zwei Motoren an, als GLS mit 1,5 Litern Hubraum und 70 PS und als GLI mit 1,6 Litern und 110 PS. Mit 70 PS lief der offene Golf knapp 150 km/h und beschleunigte in knapp 15 Sekunden von null auf hundert. Bei der stärkeren Version waren es in der Beschleunigung rund drei Sekunden weniger und in der Spitze 30 km/h mehr. Ein Sportwagen ist er dennoch nicht.

VW Golf I Cabrio als erfolgreichstes deutsches Cabrio

Die Kunden honorierten die Bemühungen von VW, ein modernes Cabrio auf den Markt zu bringen. Trotz des Gespötts entwickelte sich der VW Golf I Cabrio zum Bestseller. Am 20 Juni 1991 lief Exemplar Nr. 331.848 vom Band, womit der offene Golf den offenen Käfer als meistgebautes deutsches Cabrio entthronte.

VW Golf I Cabrio als preiswertes Vergnügen

Die hohe Stückzahl sorgt für günstige Preise. Schon ab 2000 Euro sind taugliche Autos auf dem Markt. Nur Spitzenexemplare können mehr als 10.000 Euro kosten. Rost tritt vor allem bei älteren Exemplaren auf im Bereich von Windschutzscheibenrahmen, Radläufen, Schwellern und Achsaufnahmen. Wichtig ist der Zustand des Verdecks. Der Tausch eines Verdecks kostet bei VW über 2000 Euro und kann damit schnell teurer kommen als der Kauf eines VW Golf I Cabrios.

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