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Elektromobilität: Seit 100 Jahren ein Flop?

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Diese Elektroautos wollte keiner fahren

27.08.2012, 12:57 Uhr | dpa

Elektromobilität: Seit 100 Jahren ein Flop? . Konzeptauto Citroën Citela aus dem Jahr 1992. (Quelle: Hersteller)

Konzeptauto Citroën Citela aus dem Jahr 1992. (Quelle: Hersteller)

Fahrzeuge mit Elektromotoren gab es schon vor mehr als 100 Jahren. Seitdem versuchen Entwickler, Autos mit Elektromotoren alltagstauglich zu konzipieren. Doch bisher gab es nur unzählige Flops mit kuriosem Design wie zum Beispiel der Citroën Citela.

Die große Elektro-Euphorie in der Automobilbranche ist verflogen. Die geringe Reichweite der Fahrzeuge und die hohen Preise halten viele vom Kauf ab. Dennoch will die Bundesregierung bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen sehen, bis 2030 sechs Millionen. Während noch unklar ist, wie dies bei der gegenwärtig geringen Nachfrage zu verwirklichen ist, ist die Vorgeschichte geschrieben - und sie beginnt überraschend früh.

Das Hautproblem der Elektroautos war schon damals die Batterie

Elektroautos hatten damals den Vorteil, dass sie weniger wartungsbedürftig waren als anders motorisierte Modelle. Doch je handhabbarer Verbrennerfahrzeuge wurden, desto mehr fielen die Nachteile des Elektroautos ins Gewicht. Das Hauptproblem ist damals schon die Batterie gewesen. Überlandfahrten waren wegen der geringen Reichweite nahezu unmöglich.

1900 entwickelte Ferdinand Porsche den "Lohner-Porsche"

Zur Pariser Weltausstellung 1900 hatte Ferdinand Porsche als Cheftechniker der k.u.k.-Hofwagenfabrik Jakob Lohner & Co. den Lohner-Porsche entwickelt, ein E-Auto mit Nabenmotoren an den Vorderrädern. Die Reichweite stieg von 50 auf 200 Kilometer. Über 100 Jahre später debütierte bei Porsche der Panamera als Hybrid.

BMW präsentierte den 1602 zu den Olympischen Spielen in München 1972

In den 1970er Jahren lebte die Idee vom E-Auto wieder auf. Zu den Olympischen Spielen in München 1972 präsentierte BMW den 1602, der bei den Marathonwettbewerben als Begleitfahrzeug eingesetzt wurde.

VW brachte den Golf I mit einem 27 PS starkem E-Motor raus

Erstes E-Auto der Wolfsburger war ein Golf I mit 20 kW/27 PS starkem E-Motor, der bis 1986 als Versuchsträger diente. Drei Jahre später debütierte der Golf City-Stromer auf Basis der zweiten Golf-Generation als Kleinserienfahrzeug. 1993 folgte der nächste City-Stromer auf Basis des Golf III, von dem bis 1996 120 Einheiten gebaut wurden. Den nächsten E-Golf planen die Wolfsburger für Ende 2013 auf Basis der siebten Auflage. Vorher startet der VW e-Up.

Mercedes brachte 2003 die A-Klasse F-Cell auf den Markt

Während 1991 BMW lange vor dem für 2013 geplanten Stadtwagen i3 mit dem E1 den "Stand des Machbaren" demonstrierte, und Citroën Bundeskanzler Helmut Kohl 1992 in Hannover das E-Stadtauto Citela vorführte, blieb auch Mercedes nicht untätig. Ab 1992 testete die Marke ihre Versuchsträger auf Rügen. 2003 brachten die Schwaben die Brennstoffzelle in die A-Klasse F-Cell. 2009 startete der Daimler-Konzern die Serienproduktion des Smart fortwo electric drive.

Entwicklung der E-Fahrzeuge lief bei Audi parallel zu anderen Auto-Konzepten

In Ingolstadt bei Audi verlief die Entwicklung der E-Fahrzeuge nahezu parallel, wenngleich man dort ein Hybridkonzept verfolgte: 1996 stellte die Marke den Dieselhybrid Audi Duo auf Basis des A4 Avant vor, den es ab 1997 für rund 60.000 Mark zu kaufen gab. Der häufig als Hybridvorreiter bezeichnete Toyota Prius ging im gleichen Jahr in Serie. Als reines E-Auto plant Audi aktuell eine A3-Variante.

Der EV1 war für General Motors 1996 ein Flop

In den USA leistete man sich bei General Motors mit dem EV1 einen Flop: 1996 ging das E-Auto in Serie. Wenig später forderte der Hersteller die Halter auf, ihre Autos zurückzugeben. Angeblich war die Versorgung mit Ersatzteilen nicht gewährleistet war. Jetzt hat der Konzern den Chevrolet Volt mit Range Extender und bei der Tochter Opel den baugleichen Ampera im Programm.

Aus Frankreich kommen viele Elekro- und Hybridfahrzeuge

Aus Frankreich, wo einst die ersten E-Mobile in Serie gingen, kommen heute wieder recht viele Elektro- und Hybridfahrzeuge: Renault hat als Akkuautos die Modelle Kangoo Z.E., Fluence Z.E., Twizy und Zoe parat. Von Peugeot und Citroën surren die mit dem Mitsubishi i-Miev baugleichen Kleinwagen iOn und C-Zero umher. Als Dieselhybride liefert Peugeot die Modelle 508 und 3008 aus, und Citroën plant mit dem DS5 ebenfalls ein Fahrzeug mit dieser Technik.

Teure Technologie und geringe Reichweite bei E-Autos

Die Krux bei reinen E-Autos sei noch die gleiche wie vor 100 Jahren, sagt Mikloweit: "Teure Technologie und geringe Reichweite." Einen Unterschied gebe es aber doch: Heute seien E-Auto flüsterleise, anfangs polterten die schweren Droschken meist auf Eisenrädern über die Basaltpisten der Städte.

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