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Ford GT 40: Sieger gegen Ferrari

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Ford GT 40  

Sieger gegen Ferrari

16.10.2012, 09:35 Uhr | mid

Ford GT 40: Sieger gegen Ferrari. Ford GT 40 (Quelle: Hersteller)

Ford GT 40 (Quelle: Hersteller)

Ohne Ferrari hätte es den Ford GT 40 wohl nie gegeben: Henry Ford II, mächtigster Mann von Detroit, war im April 1963 stocksauer. Seit 1962 verhandelte er mit Enzo Ferrari, weil er dessen Firma kaufen wollte. Der Alte aus Maranello, wie Enzo Ferrari auch genannt wurde, stellte indessen eine Bedingung: Er wollte weiterhin die Motorsport-Abteilung der Firma leiten, die noch dazu "Ford-Ferrari" heißen sollte. Als Henry Ford ihm das verweigerte, ließ Ferrari die Verhandlung platzen. Der Enkel von des legendären Auto-Tycoons Henry Ford sann auf Rache. Der Ford GT 40 war die Folge.

Fords Interesse an dem legendären italienischen Sportwagenbauer war alles andere als eine Luxusmarotte. Bei Langstreckenrennen blickte die Motorsportwelt geschlossen nach Le Mans. Henry Ford II. erkannte schnell, wie sehr die erfolgreichen Marken den Absatz ihrer Serien-Modell mit sportlichen Erfolgen ankurbelten. Von diesem Image-Kuchen wollte der Massenhersteller Ford sich eine dicke Scheibe abschneiden. An den Ford GT 40 dachte zu dieser Zeit noch keiner.

Ford GT 40 für Le Mans

1962 beschloss Henry Ford II., mit seinem Unternehmen in den internationalen Rennsport einzusteigen. Mangels geeigneter eigener Entwicklungen und mit einem gut gefüllten Konto entschied sich der Auto-Tycoon aus dem amerikanischen Dearborn für das abgekürzte Verfahren. Er wollte einfach einen europäischen Hersteller mit entsprechenden Meriten kaufen. Aus Verärgerung über Ferraris Ablehnung fasste Henry Ford II. den Entschluss, Ferrari ausgerechnet im prestigeträchtigsten Autorennen der Welt zu schlagen: in Le Mans, das Ferrari seit 1960 souverän dominierte.

Die "40" steht für die Fahrzeughöhe

Für die Entwicklung des passenden Sportgeräts spielte Geld keine Rolle. Ford engagierte Spezialisten, die etwas von dem Job verstanden. John Weyer verließ als Projektleiter Aston Martin und Eric Bradley kam von Lola, wo bereits Ford-V8-Motoren zum Renneinsatz gekommen waren. Das Ergebnis der intensiven Bemühungen erschien 1964 als GT 40. "GT" stand für "Grand Tourismo", die "40" für die Fahrzeughöhe des ersten Prototyps von 1963 in Inch, was 1016 Millimetern entspricht.

Erster Le Mans-Start des Ford GT 40 scheiterte

Der 4,04 Meter lange Ford GT 40 brachte 908 Kilo auf die Wage und verfügte über einen V8-Motor mit 4,7 Liter Hubraum in Mittelmotorlage aus dem Ford Mustang. Die Karosserie, deren Form auf Anhieb den Sprung unter die zeitlos schönen Klassiker schaffte, spannte sich über einen stabilen Rahmen aus Stahl. Die vor der Hinterachse verbaute Kraftübertragung lieferte der deutsche Spezialist ZF aus Friedrichshafen. Die Premiere des Ford GT 40 im Mai 1964 verlief vielversprechend. Das Auto behauptete sich beim "1000-Kilometer-Rennen" auf dem Nürburgring bis zum Ausfall mit technischem Defekt auf dem zweiten Platz. Der erste Auftritt in Le Mans endete einen Monat später jedoch mit einem Desaster. Alle drei Werks-GT 40 scheiterten technisch und Signore Ferrari feierte in Modena einen weiteren Sieg seiner "Scuderia".

Sieben Liter für den Ford GT 40

"Macht nichts", entschieden die Amerikaner, und zeigten wahren Sportgeist, legten aber eine Schippe nach. 1966 trat die Truppe schließlich mit sieben Liter Hubraum an. Mit rund 520 PS waren auf den langen Geraden in Le Mans 320 km/h drin. Die Neuseeländer Chris Amon und Bruce McLaren sicherten so den ersten Sieg für Ford in Le Mans. Die unschlagbaren GT 40 belegten die ersten drei Plätze. Bis 1969 legten der GT 40 eine makellose Bilanz in Frankreich hin. Für die Plätze am Volant engagierte Ford die Creme della Creme des Rennsports. Besonders süß schmeckte der Sieg, weil ihn mit Dan Gurney und A.J. Foyt die damals größten US-Ikonen des Rennsports eingefahren hatten. Neben den Rennfahrzeugen baute Ford für reiche Enthusiasten 95 Exemplare des GT 40 mit Straßenzulassung. Einer der berühmtesten Kunden war Autofanatiker und Star-Dirigent Herbert von Karajan.

Bis heute beliebt

Der Ford GT 40 avancierte nach seiner aktiven Zeit zu einem der begehrtesten und besten Sport- und Rennfahrzeug aller Zeiten. Erst im August erzielte ein Ford GT 40 auf einer Auktion im kalifornischen Pebble-Beach einen Rekordpreis von elf Millionen Dollar, das sind neun Millionen Euro. Dass er in seiner fast 50jährigen Geschichte weder an Faszination noch an Leistungsfähigkeit eingebüßt hat, stellte er dieser Tage bei den "Le Mans Classic" unter den Beweis. Alle zwei Jahre trifft sich die Elite der Le-Mans-Geschichte, um mit originalen Autos, die vor 1981 entstanden sind, die guten alten Zeiten über 24 Stunden wieder aufleben zu lassen. 2012 konnten 109000 Zuschauer einmal mehr den Sieg eines Ford GT bejubeln. Genau gesagt ein dreifachen.

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