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Mercedes SLC: großer Bruder des Mercedes SL

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Mercedes SLC: großer Bruder des Mercedes SL

10.12.2012, 14:28 Uhr | Ulrich Feld

Mercedes SLC: großer Bruder des Mercedes SL. Mercedes SLC als Rallye-Fahrzeug (Quelle: Hersteller)

Mercedes SLC als Rallye-Fahrzeug (Quelle: Hersteller)

Bei seiner Präsentation im Jahr 1971 sorgte der Mercedes SLC eher für Stirnrunzeln als für leuchtende Augen. Vor allem die glitzernden Lamellen vor der hinteren Dachsäule waren schuld. Sie sollten die lange Fensterlinie des Mercedes SLC-Coupés optisch verkleinern. Dieses stilistische Merkmal der großen Mercedes-Coupés findet bis heute Gegner, aber auch begeisterte Zustimmung.

Die Zustimmung stieg noch, als der Mercedes SLC später zur schlagkräftigen Waffe im Rallye-Sport wurde. Im Gegensatz zu allen Vorgängern und Nachfolgern basiert der Mercedes SLC der siebziger Jahre nicht auf der Oberklasse-Limousine Mercedes S-Klasse W116, sondern auf dem nahezu zeitgleich vorgestellten Mercedes SL der Baureihe R107. Bis zur Windschutzscheibe sind die beiden Baureihen denn auch identisch. Das Coupé verfügt aber über ein sanft gewölbtes Dach, das hinten in einer großen Heckscheibe in den Heckbereich übergeht.

Mercedes SLC als Coupé für die Familie

Und während der Roadster Mercedes SL ein Zweisitzer mit optionalen Notsitzen ist, handelt es sich beim SLC um eines der wenigen Coupés, die tatsächlich familientauglich zu nennen sind. Der um 35 Zentimeter längere Radstand des Coupés gegenüber dem SL macht sich in einer beachtlichen Beinfreiheit bemerkbar. Dazu sorgt die große hintere Heckscheibe nicht nur für Transparenz auf den hinteren Plätzen. Sie bewirkt auch eine angenehme Kopffreiheit. Anders als etwa in dem - wenn auch überaus eleganten - Lamborghini Espada müssen sich hinten sitzende Passagiere in einem Mercedes SLC nicht wie ein Taschenmesser zusammenklappen.

Mercedes SLC: schwerer, aber nicht langsamer als der SL

Die gestiegene Länge sorgte für eine besonders günstige Aerodynamik, was sich auch bei den Fahrleistungen bemerkbar machte: Obwohl gut einen Zentner schwerer als der Roadster, war der Mercedes SLC nicht langsamer. Unter dem Blech waren Mercedes SL und SLC weitgehend identisch: Zur Auswahl stand ein Sechszylinder-Reihenmotor mit 2,8 und zwei V8-Motoren mit 3,5 und 4,5 Litern Hubraum.

Erster Alu-V8 im Mercedes 450 SLC 5.0

Dem Mercedes SLC blieb aber der erste Achtzylinder einer neuen Generation von V8-Motoren aus Leichtmetall vorbehalten: Er verfügte über fünf Liter Hubraum und 240 PS, das waren 15 PS mehr als beim bis 1980 weitergebauten 4,5 Liter-V8. Als 450 SLC 5.0 erschien das neue Topmodell auf der IAA 1977. Es war auf den ersten Blick am Bug- und Heckspoiler erkennbar. Motorhaube und Kofferraumdeckel bestanden aus Leichtmetall.

Schneller als Porsche und BMW

Im unteren Geschwindigkeitsbereich konnte sich der Mercedes 450 SLC 5.0 nicht vom 450 SLC mit Grauguss-Motor absetzen. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 232 km/h übertraf er den damals gebauten Porsche 911 SC dagegen deutlich und zeigte auch dem BMW 635 CSI die Rücklichter. Im Gegensatz zu seinen handgeschalteten Rivalen fuhr der Mercedes 450 SLC 5.0 ausschließlich mit automatischem Getriebe. Im Jahr 1978 kostete das Auto beträchtliche 62.000 Mark.

Mercedes SLC im Motorsport

Der Fünfliter machte den Mercedes SLC als komfortables Reise-Coupé nahezu unschlagbar. Aber besonders im harten Rallye-Einsatz zeigte der Mercedes SLC mit Alu-V8 seine Qualitäten, so bei der durch zehn Länder Südamerikas führenden und fast 30.000 Kilometer langen „Vuelta a la Americana Sud“, eine Mammut-Rallye von fast 30.000 Kilometern Länge durch zehn Länder Südamerikas im Spätsommer 1978. Der Mercedes 450 SLC 5.0 erreichte drei Plätze unter den ersten fünf Rängen. Nicht minder spektakulär war sein vierfacher Sieg in der Bandama-Rallye (Elfenbeinküste) vom Dezember 1979.

Mercedes 380 und 500 SLC

Der 240 PS-V8 zog auch in das Topmodell 500 SE/L der auf der IAA von 1979 vorgestellten neuen S-Klasse Mercedes W126 ein. Darunter gab es noch einen kleineren Achtzylinder mit 3,8 Litern Hubraum und 218 PS. Mit der Markteinführung des Mercedes W126 kam auch das Mercedes SLC-Coupé mit neuen Motoren als 380 und 500 SLC.

Mercedes 500 SLC noch flotter

Als 500 SLC war der Mercedes der schnellste Straßen-Achtzylinder der Firmengeschichte, er erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 238 km/h. Dass er wie sein Vorgänger ebenfalls über Front- und Heckspoiler verfügte, war also keineswegs nur Show. Doch seine Zeit war trotzdem abgelaufen: Anfang 1981 lief der letzte von insgesamt 62.888 Mercedes SLC der Baureihe C107 vom Band.

Preise ziehen an

Für den Mercedes SLC gilt im Wesentlichen das Gleiche wie für den Roadster Mercedes SL. Als Neuwagen waren die Coupés teurer als die offenen SL, als Gebrauchtwagen standen sie dagegen immer im Schatten. Sie waren auch weniger gehätschelt und häufiger im harten Ganzjahreseinsatz, was sich nachteilig auf ihren Bestand auswirkte. Allmählich ziehen die Preise allerdings wieder an, besonders natürlich für den Mercedes SLC mit Fünfliter-Maschine. Gut erhaltene Exemplare dieses Wagens sind kaum noch unter 25.000 Euro haben. Aber auch entsprechende Mercedes 450 SLC finden zahlungskräftige Liebhaber, vor allem, wenn sie mit den sehr beliebten Extras Ledersitze und elektrischem Schiebedach ausgestattet sind.

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