Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Technik & Service > Oldtimer >

BMW 507: Der Sportwagen, der fast seinen Hersteller ruinierte

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

BMW 507: Der Sportwagen, der fast seinen Hersteller ruinierte

26.03.2013, 17:26 Uhr | Ulrich Feld

Der BMW 507 erfüllte viele Voraussetzungen zu einem richtigen Hit: Er hatte eine der schönsten Karosserien der Automobilgeschichte, einen klangvollen und leistungsstarken V8-Motor und er begeisterte viele Stars. Doch das Traumauto wurde zum Alptraum: Am Ende führte der Roadster BMW fast in den Konkurs.

BMW hatte sich nämlich bereits mit dem BMW 502 V8 erheblich verkalkuliert, der die technische Basis für den BMW 507 lieferte. Mit dem Achtzylinder-Motor wollte BMW in den fünfziger Jahren wieder in den Luxusmarkt einsteigen. 2,6 bis 3,2 Liter Hubraum und eine Leistung von 100 bis 140 PS verliehen dem knapp 1,4 Tonnen schweren BMW 502 eine Höchstgeschwindigkeit von über 160 km/h. Das Luxusauto hatte eine aerodynamisch geformte Front - oder zumindest das, was man damals dafür hielt. Windkanäle gab es damals noch nicht. Und was es noch weniger gab, war eine entsprechend zahlungskräftige Käuferschicht in Deutschland. Für den Kaufpreis eines neuen BMW 502 hätte man fast fünf neue VW Käfer bekommen.

Albrecht Graf Goertz schuf den BMW 507

BMW wollte zudem mit einem neuen Sportwagen an die glorreichen Vorkriegs-Roadster wie dem BMW 319 anknüpfen. Der Automobilkaufmann Max Hoffman, wichtiger US-Importeur verschiedener europäischer Edelmarken und größter Autohändler von New York, brachte einen guten Freund mit ins Spiel: Albrecht Graf Goertz (1914 - 2006). Für BMW fertigte Goertz einige Skizzen an und schickte sie nach München.

BMW 507 mit extrabreiter Niere

Beim Entwurf für den BMW 507 nahm sich Albrecht Graf Goertz eine erhebliche gestalterische Freiheit. Für die Front des Sportroadsters zog er die berühmte BMW-Niere so weit auseinander, dass sie fast den gesamten Kühlergrill einnahm. Manch einer behauptet heute, dass BMW dies dem Grafen durchgehen ließ, weil er kein Werksdesigner war.

BMW 507 gegen Ferrari

Doch wahrscheinlicher ist wohl, dass BMW keinen Anstoß an der Niere nahm, weil das ganze Auto ein Augenschmaus war. Das optische Zusammenspiel von elegant geschwungener Motorhaube und markantem Hüftschwung vor der Hinterachse mit filigranem Chromschmuck riss Presse wie Publikum zu Beifallsstürmen hin. Vielfach wurde der BMW 507 mit den besten Produkten italienischer Designer verglichen, sogar mit Ferrari-Modellen etwa des Typs 250 Cabriolet. Unter der Motorhaube ging der BMW V8-Motor mit sanftem Grollen seiner Arbeit nach. Seine 3,2 Liter Hubraum verhalfen ihm zu 140 PS, genug für eine Höchstgeschwindigkeit von fast 200 km/h und eine Beschleunigung von null auf 100 in 12 Sekunden.

Premiere des BMW 507 in New York

Bereits im Sommer 1955 debütierte der BMW 507 im New Yorker Waldorf-Astoria Hotel. Seine Deutschland-Premiere erfuhr der neue Münchener Sportwagen im Herbst 1955 auf der IAA in Frankfurt. Die Produktion begann im Herbst 1956 - und damit auch die Probleme. Max Hoffman hatte für den BMW 507 einen Preis von etwa 5000 Dollar (etwa 13.000-15.000 Mark) veranschlagt und damit rund 5000 Exemplare des BMW 507 verkaufen wollen. BMW konnte den 507 aber zu diesem Preis nicht bauen: Der Einführungspreis lag bei 26.500 Mark und damit nahezu doppelt so hoch.

Konkurrenz für den BMW 507

Hoffman hatte beabsichtigt, mit dem BMW 507 in die Lücke zwischen den teureren Mercedes 300 SL und den preiswerteren Jaguar der XK-Reihe zu stoßen. Der Mercedes war zwar fast 6000 Mark teurer, aber dafür auch deutlich schneller. Ein Jaguar XK 120 kostete dagegen bei vergleichbaren Fahrleistungen rund 5000 Mark weniger. Er bedeutete darum eine scharfe Konkurrenz. Auch der neue US-Sportwagen Corvette von Chevrolet machte dem schönen BMW das Leben schwer.

Am Ende war ein Schuldenberg

Da half es auch nichts, dass sich viele Prominente einen BMW 507 zulegten. Der junge Alain Delon und Elvis Presley zählten ebenso dazu wie der Aga Khan und die Rennfahrer John Surtees und Hans Stuck. Als BMW die Produktion des BMW 507 im Jahr 1959 auslaufen ließ, waren nur 252 Fahrzeuge gebaut worden. Zusammen mit den enttäuschenden Verkäufen der BMW V8-Limousinen hatte der BMW 507 zu einem ungeheuren Schuldenberg geführt. Nur die Millionen der Familie Quandt bewahrten BMW vor der Pleite oder der Übernahme durch Erzrivale Mercedes.

Jagd nach Fantomas im BMW 507

Es ist eine hübscher Schluss der Geschichte, dass der bildschöne Verlierer BMW 507 gerade durch seine geringe Stückzahl heute als Oldtimer der große Gewinner ist. Preislich zeigt er nahezu allen Rivalen von damals die Rücklichter. Bis zu einer Million Euro kostet ein BMW 507 heute. Wer sich dieses Auto nicht leisten kann und es trotzdem gerne einmal in Fahrt betrachten möchte: In dem Film "Fantomas" von 1964 gibt es eine wilde Verfolgungsjagd zwischen einem BMW 507 und einem Zug.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Straßenlaterne rettet Leben 
Junge Frau hat das Glück ihres Lebens

An einer Kreuzung stoßen zwei Autos zusammen. Ein Peugeot verliert die Kontrolle, rast auf den Bürgersteig zu. Eine Straßenlaterne rettet einer jungen Passantin das Leben. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 


Anzeige
shopping-portal