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Jaguar XK 140: Warum John Wayne ihn verschenkte

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Jaguar XK 140: Warum John Wayne ihn verschenkte

02.01.2013, 13:10 Uhr | Ulrich Feld

Jaguar XK 140: Warum John Wayne ihn verschenkte. Jaguar XK 140 (Quelle: imago)

Jaguar XK 140 (Quelle: imago)

Der Jaguar XK 120 eroberte Hollywood nach seinem Debüt im Jahr 1948 im Sturm. Seine Eleganz und Schnelligkeit machten ihn zum geborenen Sieger. Humphrey Bogart, Clark Gable und Tyrone Power zeigten sich gerne mit dem rasanten Engländer. Auch der Jaguar XK 140, das Nachfolgemodell des XK 120, war in der Traumfabrik sehr beliebt. Ein Jaguar XK 140 besaß dabei eine besonders interessante Geschichte.

Hollywoods größter Kassenmagnet der fünfziger Jahre war John Wayne (1907-1979). Als Westernstar wurde er zur amerikanischen Legende. Weniger bekannt ist, dass Wayne auch als Filmproduzent sehr aktiv war. Er brachte 30 Filme heraus, darunter auch solche, in denen er nicht mitspielte. Einer dieser Streifen war der Kriminalfilm "Ring of Fear". In dem Film arbeitete er mit einer anderen US-Ikone zusammen: dem Schriftsteller Mickey Spillane, dem Schöpfer des Privatdetektivs Mike Hammer. Spillane spielte sich in dem Film selbst.

Jaguar XK 140: beliebt in Hollywood

Bald nach Beginn der Dreharbeiten im Jahr 1954 kamen aber nicht nur Wayne erhebliche Zweifel wegen des Drehbuchs. Spillane verfasste daraufhin innerhalb von zwei Tagen ein neues Skript, das auch verfilmt wurde. Als John Wayne ihn dafür bezahlen wollte, lehnte Spillane jedoch ab. Er betrachtete diese Arbeit als Freundschaftsdienst. Aber nicht nur Wayne war aufgefallen, dass Spillane sich sehr für den neuen Jaguar XK 140 interessierte.

Mehr Platz, PS und Chrom für den Jaguar XK 140

Der Nachfolger des Jaguar XK 120 kam ebenfalls 1954 und war noch mehr als sein Vorgänger auf den amerikanischen Geschmack zugeschnitten. Es gab mehr Chrom in Form von wuchtigeren Stoßstangen mit Hörnern und mehr Platz, da der Motor um siebeneinhalb Zentimeter noch vorne gewandert war. Der Roadster bot so mehr Stauraum, während das Coupé und das Cabriolet - das im Gegensatz zum Roadster mit Notverdeck über ein gefüttertes Dach verfügte - nun zwei Notsitze hatten. Der Motor leistete bei unverändertem Hubraum von 3,4 Litern 190 PS. Die S-Version genannte Sportversion brachte es dank eines speziellen Zylinderkopfs auf 210 PS.

140 Meilen erreichte der Jaguar XK nicht

Das Fahrerlebnis entsprach weitgehend dem XK 120, wobei sich der XK 140 wegen seines weiter vorne liegenden Motors aber etwas kopflastiger fuhr. Bei seiner Bezeichnung mogelte der Jaguar XK 140 noch weit mehr als der XK 120. Bei der Jaguar XK-Serie standen die Ziffern für die Höchstgeschwindigkeit in Meilen pro Stunde. Die Höchsttempo des Jaguar XK 120 hätte somit bei 120 Meilen oder 192 km/h liegen müssen, realistischer waren knapp 180 km/h. Sein Nachfolger Jaguar XK 140 hätte bei 140 Meilen pro Stunde gar eine Höchstgeschwindigkeit von 224 km/h erreichen müssen, und so schnell war kein serienmäßiger Jaguar XK 140. Auf der Straße erreichte der XK 140 höchstens 200 km/h, womit er aber dennoch eines der schnellsten Autos seiner Zeit war.

Ein Geschenk von John Wayne

Spillane war besonders von der Schönheit des Wagens beeindruckt. Und an einem eisigkalten und kalten schneereichen Tag im Jahr 1956 stand ein brandneuer Jaguar XK 140 vor seiner Tür, mit einer roten Schleife darum herum und einer Karte daran mit der Aufschrift: "Thanks, Duke" ("Danke, Duke"). Duke war John Waynes Spitzname nach einem Hund, den er als Kind besessen hatte. Bis heute ist er in den USA auch als "The Duke" bekannt. Sein richtiger Name lautete Marion Michael Morrison.

Mike Hammer fuhr den Vorgänger

Spillane behielt das Auto bis zu seinem Tod am 17. Juli 2006 im Alter von 88 Jahren. Wie Wayne stammte auch Spillane aus ziemlich einfachen Verhältnissen und kultivierte sein Image als harter Arbeiter. Er war ein Mann, der lieber Bier trank als Champagner. Darum fuhr er auch den Jaguar nicht allzu oft. Dafür wurde seine berühmteste Figur einmal am Steuer eines offenen Jaguar XK gesehen. Allerdings handelte es sich dabei noch um das Vorgängermodell des Jaguar XK 140. In der Verfilmung "Kiss me deadly" (deutscher Titel: "Rattennest") von 1955 steuerte Ralph Meeker als Mike Hammer einen offenen Jaguar XK 120. Der Drehbuchautor von "Kiss me deadly" war Albert Isaac Bezzerides, der später zu diesem Film sagte: "Ich bin ein großer Autofan und deswegen habe ich das mit den Autos hineingeschrieben". Spillane aber gefiel es überhaupt nicht, dass Mike Hammer einen Jaguar fuhr: "Das passt überhaupt nicht zu ihm", sagte er in einem Interview. Und auch sonst hasste Spillane den Film wie die Pest..

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