03.01.2013, 10:09 Uhr | dpa
Für viele zählt das Auto nicht mehr als Statussymbol. Deshalb verzichten vor allem Menschen in Großstädten auf ihr eigenes Auto. Wenn es doch mal ein Auto sein muss, bietet sich Carsharing an: das Auto zum Teilen. Auch die Autohersteller wittern auf dem Markt ihr Potenzial. Doch wie funktioniert das neue Modell und für wen eignet es sich?
Etwa 140 eigenständige Anbieter gibt es in Deutschland, vor allem in den Metropolen nimmt der Wettbewerb zu. Anfang 2012 gab es laut Bundesverband Carsharing 220.000 Nutzer.
Grundsätzlich gibt es zwei Spielarten: stationsbasiertes oder freies Carsharing, auch "Free-Floating" genannt. Das Auto wird dabei irgendwo abgestellt und von dort wieder genutzt. Diese noch junge Variante des Teilens ist die Domäne der Autohersteller. Daimler und Europecar bieten gemeinsam Car2Go an, BMW und Sixt sind mit DriveNow vertreten.
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Bei Carsharing mit festen Stellplätzen buchen die Fahrer im Vorfeld für einen bestimmten Zeitraum. Sie können zwischen mehreren Autoklassen wählen und sich darauf verlassen, den Wagen auch vorzufinden, wie Martin Klug von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf erklärt. Free-Floating sei im Vergleich dazu noch nicht so verbreitet. "Hier kann ich als Verbraucher nicht lange vorher planen", sagt der Mobilitätsexperte. Die Fahrentscheidung falle eher spontan.
Die Tarifstruktur der Anbieter ist weitgehend ähnlich. Die Anmeldegebühr liegt zwischen 20 und 40 Euro. Dazu komme eventuell ein Monatsentgelt, das von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sei und mit den Nutzungstarifen korrespondiere. Beim stationären Carsharing liegen diese bei etwa bei zwei Euro pro Stunde plus 17 bis 22 Cent pro Kilometer. Daneben gibt es Vielfahrertarife. Beim "Free-Floating" wird jede Minute abgerechnet, meist mit 29 Cent. Und es gibt einen Parktarif: "Wenn ich zum Beispiel mit dem Auto zum Einkaufen fahre, kann ich das Auto auf dem Parkplatz damit besetzt halten", erklärt Loose.
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Carsharing hat vor allem für Gelegenheitsfahrer Vorteile: Anschaffungs- und Fixkosten sowie Reparaturen und Wartung eines Autos fallen weg. Zudem haben Fahrer die Wahl zwischen verschiedenen Fahrzeugklassen: der Kombi für den Einkauf, der Transporter für Umzüge, der Kleinwagen für Besuche. Interessenten sollten zunächst aber ihr Mobilitätsverhalten prüfen. "Carsharing lohnt sich nicht, wenn ich nur zweimal im Jahr fahre", sagt Verbraucherschützer Klug. Wer im Jahr weniger als 10.000 Kilometer mit dem Pkw fährt, für den sei Carsharing grundsätzlich eine Option.
Wichtig ist dann, wo die Standorte sind. "Wenn die Autos zu weit entfernt sind, ist das nicht alltagstauglich", sagt Klug. Interessant ist auch, ob Autofahrer nur in der eigenen Stadt fahren wollen oder auch in anderen Städten. Im zweiten Fall komme es darauf an, in welchem System sich der favorisierte Anbieter befindet, erklärt Loose.
Unter den stationären Angeboten seien 90 Prozent aller Fahrzeuge in einem von drei Systemen, erklärt Verbandssprecher Loose. Das sind Stadtmobil/Ebus, Cambio und Flinkster. Alle klassischen großstädtischen Anbieter seien in einem dieser Systeme. Die Free-Floating-Angebote seien dagegen bisher nur innerhalb ihrer eigenen Marke in anderen Städten nutzbar.
"Carsharing wird in der Zukunft mehr an Bedeutung gewinnen, weil einige das eigene Auto aus Kostengründen abschaffen", prognostiziert Cathrin von der Heide vom AvD. Auch die Hersteller werden immer stärker in die Carsharing-Szene eingreifen und ihre teilweise schon vorhandene Flotten ausbauen.
Quelle: dpa
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