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Mercedes 600: Deutschlands Super-Limousine für die Großen

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Mercedes 600: Deutschlands Super-Limousine für die Großen

13.03.2013, 11:12 Uhr | Ulrich Feld

Mercedes 600: Deutschlands Super-Limousine für die Großen. Mercedes 600 als Landaulet mit geschlossenem Dach (Quelle: Hersteller)

Mercedes 600 als Landaulet mit geschlossenem Dach (Quelle: Hersteller)

Der Mercedes 600 stand wie kaum ein anderes Auto für politische Macht. Nicht einmal die Paradelimousinen von Lincoln und Cadillac der US-Präsidenten konnten einen solchen Nimbus für sich beanspruchen. Aber auch die internationale Glitzerwelt ließ sich gerne im Mercedes 600 chauffieren oder saß wie Ex-Beatle John Lennon sogar selbst hinter dem Steuer.

Ob Sänger wie Elvis Presley, Udo Jürgens und Ivan Rebroff, Filmstars wie William Holden und Curd Jürgens, Papst Paul VI oder die Großen der Politik: sie alle fuhren im Mercedes 600 vor. Besonders beliebt war die deutsche Super-Limousine übrigens bei kommunistischen Diktatoren: Für Kim Il-sung von Nordkorea, Rumäniens Nicolae Ceaucescu oder Mao war der Besitz oft sogar mehrerer Mercedes 600 ebenso wenig ein Problem wie für KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew oder Tito von Jugoslawien.

Mercedes 600 schlug Rolls-Royce um Längen

Mit dem 600 ließ Mercedes die Konkurrenz schlagartig alt aussehen. Der 600 war nämlich auch noch richtig schnell für 1963. Wenn einem Rolls-Royce und Cadillac bei 180 allmählich die Puste ausgeht, sind beim 600er noch ungefähr 20 Sachen drin. Aus dem Stand walzt der Große in zehn Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt mindestens 200 km/h, weswegen der Mercedes 600 gerne als größter Sportwagen der Welt bezeichnet wurde. Der 6,3 Liter große V8 entwickelte 250 PS und war keineswegs zufällig um 0,1 Liter Hubraum stärker als der zeitgenössische Rolls-Royce-V8.

Drei Karosserievarianten für Mercedes 600

Insgesamt drei Karosserie-Varianten baute Mercedes vom 600: Die kürzeste Version (als SWB für "Short Wheel Base", also kurzer Radstand) maß 5,54 Meter und wog 2,6 Tonnen. Satte 70 Zentimeter länger war der Pullmann, die es auch mit sechs Türen und einer mittleren Sitzreihe gab. Die Krönung war der Landaulet, eine Pullmann-Version, dessen hintere Dachhälfte zurück geklappt werden konnte. Sie wurde allerdings fast nur zu Paradefahrten eingesetzt.

Kein Coupé oder Cabrio für den Mercedes 600

Pläne für ein richtiges Cabrio und ein Coupé wurden bald wieder verworfen. Wohl auch deswegen, weil der Verkauf des Mercedes 600 meilenweit hinter den Erwartungen zurückblieb. Ursprünglich war Mercedes davon ausgegangen, pro Jahr 3000 Exemplare des Luxuswagens absetzen zu können. Doch bis zum Ende der Produktionszeit im Jahr 1981 konnte Mercedes nur 2677 Kunden für den 600 gewinnen.

Teutonische Strenge dominiert Erscheinung des Mercedes 600

Möglicherweise stand das Design einem größeren Verkaufserfolg im Wege. Während speziell der Rolls-Royce Silver Cloud dem Auge mit formvollendeten Linien schmeichelte, wirkte der Mercedes 600 mit seinen kantigen Linien zwar keineswegs unelegant, aber doch auch teutonisch streng. Eventuell nahmen viele potentielle Käufer den 600er auch ausschließlich als Repräsentationsfahrzeug wahr, weswegen sie für private Zwecke lieber eine Luxuslimousine von Rolls-Royce, Bentley oder Cadillac oder ein kleineres Mercedes-Modell benutzten.

Mercedes 600 war teuer wie ein Einfamilienhaus

Der Preis von 56.500 Mark für den kurzen und 63.500 Mark für den langen Mercedes 600 bei der Markteinführung spielte natürlich auch eine Rolle. Für dieses Geld gab es damals ein Einfamilienhaus. Sonderausstattungen kosteten natürlich extra, und das reichlich. Trotzdem war der 600er für Mercedes stets ein Zuschussgeschäft. Indirekt dürfte der Stuttgarter Autohersteller aber doch am 600 verdient haben: Als Prestige-Objekt für Daimler Benz war der 600 nämlich unschlagbar. Wenn er bei Staatsempfängen durchs Bild fuhr, wusste jeder: Hier kommt die Spitze.

Teuerste Mercedes 600-Variante kostet eine Million Euro

Schon zu seiner Bauzeit bedeutete der Verkauf eines neu angeschafften Mercedes 600 einen gigantischen Wertverlust, was sich nach dem Produktionsende noch erheblich verstärkte. Der 600 wurde regelrecht verramscht. Doch diese Zeiten sind vorbei. Gute Mercedes 600 beginnen bei etwa 60.000 bis 70.000 Euro für die SWB-Version, ein vergleichbarer Pullmann kostet mindestens 20.000 Euro mehr. Preislich völlig abgehoben sind die allerdings auch nur 49mal gebauten Landaulets: Sie kosten mindestens eine Million Euro.

Jack Nicholson im Mercedes 600

Wer sich für das Dickschiff aus Untertürkheim begeistert, sollte zudem die immensen Folgekosten beachten. Der Mercedes 600 war das technisch anspruchvollste Auto seiner Zeit. Reparaturen und Inspektionen sind sehr teuer. Für nicht ganz so wohlhabende 600-Fans gibt es noch den Film "Die Hexen von Eastwick" (1986) von "Mad Max"-Regisseur George Miller mit Jack Nicholson im Mercedes 600.

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