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Maserati Mistral: Jaguar E-Type aus Italien

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Maserati Mistral: Ferrari-Konkurrent mit Dreizack

05.04.2013, 13:44 Uhr | Ulrich Feld

Maserati Mistral: Jaguar E-Type aus Italien. Maserati Mistral: Eleganter GT mit Rennmotor (Quelle: Hersteller)

Maserati Mistral: Jaguar E-Type aus Italien (Quelle: Hersteller)

Der Maserati Mistral erhielt als erster Maserati den Namen eines Windes. Bei seiner Premiere vor 50 Jahren auf dem Automobilsalon in Turin hieß der hübsche Sportwagen noch schlicht "2posti", zu deutsch Zweisitzer. Den Namen Mistral bekam der Maserati nach einem Vorschlag von Colonel John Simone, Importeur von Maserati in Frankreich.

Formal war der Maserati Mistral auf der Höhe der Zeit. Mit dem 1961 präsentierten Jaguar E-Type wurden die stehenden Kühlergrille und eher kantig geformten Frontansichten vieler Sportwagen (etwa dem Ferrari 250 Cabriolet oder auch der im gleichen Jahr wie der Mistral erschienenen Mercedes Pagode) für viele Betrachter unmodern. Fließende Linien und flache Motorhauben waren jetzt angesagt.

Maserati Mistral als italienischer Jaguar E-Type

Der Maserati Mistral erinnert von seinen Proportionen darum stark an den Jaguar E-Type, besonders das Coupè mit der großen Heckklappe. Die Heckklappe öffnete aber nicht wie beim Jaguar zur Seite, sondern nach oben. Der Kofferraum darunter ist groß genug, dass das US-Automagazin "Road and Track" den Maserati Mistral als ideales Auto für eilige Hausfrauen bezeichnete.

Maserati Mistral mit feinem Innenraum

Eilige Hausfrauen dürften sich auch sonst im Maserati Mistral wohlfühlen. Das reich bestückte Armaturenbrett mit chromumrandeten Instrumenten und das Lenkrad mit drei Speichen vermitteln zusammen mit den Lederpolstern bis heute klassisches Sportwagenflair der 60er Jahre.

Beste Verarbeitung im Maserati Mistral

Auch die Verarbeitung des Maserati Mistral dürfte selbst die pingeligste Hausfrau zufriedengestellt haben. Das von Designer Pietro Frua (1913-1983) entworfene Blechkleid überzeugt nicht nur mit eleganten Linien, sondern auch mit exakt eingepassten Hauben und Türen. Auch innen straft der Maserati Mistral sämtliche Geschichten über die laxe Arbeit italienischer Automobil-Innenausstatter Lügen. Nichts steht ab, nirgendwo ist eine Unsauberkeit zu entdecken.

Maserati Mistral mit Rennmotor

Motorisch gab es den Maserati Mistral in drei Hubraum- und Leistungsstufen. Sein Reihensechszylinder wurzelte noch in der Rennwagen-Maschine des 300S, dessen Drei-Liter-Aggregat Maserati zwecks besserer Manieren im Straßenverkehr auf 3,5 Liter Hubraum aufgebohrt hatte. Mit eben diesem Motor debütierte der Mistral 1963 auch in Turin. Später kamen noch Versionen mit 3,7 und vier Litern Hubraum dazu.

Maserati Mistral war ein echter Renner

Die Motoren leisteten nach Angaben von Maserati zwischen 235 und 255 PS. Für die stärkste Vier-Liter-Version gab Maserati eine Höchstgeschwindigkeit von 255 km/h an - knapp über 230 km/h dürfte aber erheblich realistischer sein. Doch auch damit war der Maserati Mistral eines der schnellsten Autos seiner Zeit. Der damals weit verbreitete VW Käfer schaffte gerade mal 120 Sachen.

Den Maserati Mistral gab es auch offen

Fahrdynamisch überzeugte der Maserati Mistral zeitgenössische Tester auf ganzer Linie. Er besaß auch in schnellen Kurven ein ausgewogenes Fahrverhalten und war dabei handlich und durchaus noch komfortabel. Durch seine großzügigen Platzverhältnisse präsentierte er sich als Reise-Sportwagen der Sonderklasse. Das galt auch für die offene Spider-Version, die Maserati 1965 auf den Markt brachte. Nur auf die praktische Heckklappe mit Riesen-Kofferraum mussten die Fahrer der Cabrio-Version verzichten. Was bei dem schönen Auto sicher nicht schwerfiel.

Konkurrenten des Maserati Mistral

Mit insgesamt 948 verkauften Maserati Mistral (120 davon als Spider) hielt sich der Verkaufserfolg jedoch in Grenzen. Einer der Gründe war sicher der Preis: 50.000 Mark musste auf den Tisch legen, wer die frühe Coupé-Version fahren wollte. Den sehr ähnlichen Jaguar E-Type gab es als Coupé für vergleichsweise schlanke 27.000 Mark, den neuen Porsche 911 für 22.000 Mark. Und 1966 brachte Maserati auch noch den spektakulären Ghibli heraus, der stilistisch völlig eigenständig war und sich trotz seines noch höheren Preises besser als der Mistral verkaufte.

Maserati Mistral: auch heute kein preiswertes Vergnügen

1970 lief der letzte Mistral vom Band. Ein Maserati Mistral kostet heute als Coupé zwischen 50.000 und 70.000 Euro, die Vier-Liter-Version ist natürlich am meisten gesucht. Sehr viel teurer kommt die Spider-Version: sie erfordert eine Investition von mindestens 200.000 Euro. Das ist zwar nur ein Drittel dessen, was heute ein Ferrari 250 Cabriolet kostet, aber immer noch für die meisten Bewunderer unerschwinglich. Als preiswertere Alternative bietet sich der ausgerechnet der Jaguar E-Type an, der dem schönen Italiener mit dem markanten Dreizack-Logo schon zu seiner Bauzeit viele Käufer wegnahm.

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