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Oldtimer-Leasing: Im Schmuckstuck dem Fiskus davonfahren

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Oldtimer-Leasing  

Oldtimer-Leasing: Schmuckstück als Steuertrick

05.04.2013, 11:52 Uhr | dpa-tmn

Oldtimer-Leasing: Im Schmuckstuck dem Fiskus davonfahren. Oldtimer-Leasing: Steuertrick mit Tücken (Quelle: dpa)

Oldtimer-Leasing: Steuertrick mit Tücken (Quelle: dpa)

Einen Traumwagen fahren und damit auch noch Steuern sparen - das ist die Idee hinter dem Oldtimer-Leasing. Für einen kleinen Kundenkreis funktioniert das tatsächlich. Doch wie so oft, wenn es um ganz legale Steuertricks geht, fährt man damit auf einem schmalen Grat.

Oldtimer-Leasing ist ein Trend, der in den vergangenen Jahren mit dem Boom für Old- und Youngtimer entstanden ist. Denn immer mehr Unternehmen verleasen und vermitteln auch Dienstwagen, die ein bisschen aus der Reihe fallen. "Das ist für die Freunde klassischer Fahrzeuge ein lukratives Modell", sagt Rolf Huber von AIL Classic Leasing in Polling, der sich selbst als Pionier dieser Sparte und als Marktführer bezeichnet.

Oldtimer-Leasing vor allem für Dienstwagen

"Allerdings rentiert sich das Oldtimer-Leasing nur für Freiberufler und Gewerbetreibende", schränkt Huber ein. Denn der Clou dieses Modells liegt in der Nutzung als Dienst- oder Firmenwagen, erläutert der Geschäftsmann: So kann man nicht nur mit kleinen Monatszahlungen ein Fahrzeug mit großem Spaßfaktor benutzen und nebenbei das Geld für die Abschlusszahlung ansparen. "Sondern man kann einen Großteil seiner Kosten als Betriebsausgaben geltend machen und den Wagen am Ende relativ günstig in das Privatvermögen übernehmen", erläutert Huber.

Hohe Steuerersparnis möglich

Am Beispiel eines Porsche 911 von 1973 rechnet er das vor: Der Kaufpreis liege bei 35.000 Euro. Bei einer Anzahlung von 7000 Euro und einer monatlichen Rate von 507 Euro bleibe nach 36 Monaten ein Restwert von 14.000 Euro. "Nur diesen Teil muss der Kunde aus seinem Privatvermögen bestreiten. Der Rest ist eine Betriebsausgabe und wirkt steuermindernd", sagt Huber. "Rechnet man die Steuervorteile mit ein, spart man so schnell je nach persönlichem Steuersatz zwischen 6000 und 8000 Euro."

Restaurierungskosten können verrechnet werden

Der Unternehmer spart gleich doppelt Steuern, erläutert Fred Hegewald vom Leasingvermittler VMW Consult aus Leipzig: Einerseits könne er die monatlichen Leasingraten und eventuelle Reparaturen oder Restaurierungsaufwendungen als laufende Kosten geltend machen und die Einmalzahlung in seine Abschreibungen aufnehmen. Und andererseits müsse er nur einen sehr geringen geldwerten Vorteil versteuern.

Niedriger Listenpreis

"Der Satz liegt bei einem Prozent des Fahrzeugwertes pro Monat", erläutert Hegewald. "Allerdings bezieht sich das nicht auf den Kaufpreis, sondern auf den Neupreis bei der Erstzulassung." Bei einem 50 Jahre alten Mercedes SL wäre die Bezugsgröße also etwa 50.000 D-Mark (25.560 Euro) und der geldwerte Vorteil etwa 250 Euro im Monat, rechnet Hegewald vor. "Für jeden modernen Mittelklasse-Kombi zahlt man da deutlich mehr."

Kein Unterschied zwischen Neuwagen und Oldtimer

Nora Schmidt-Kesseler von der Bundessteuerberaterkammer in Berlin sieht mit dem Oldtimer-Leasing grundsätzlich keine Probleme: "Denn das Finanzamt macht bei der Firmenwagenbesteuerung keinen Unterschied zwischen einem geleasten Neuwagen oder Klassiker."

Angemessenheit beachten

Allerdings macht die Expertin eine wichtige Einschränkung: "Man muss bei solchen Verträgen die Angemessenheit beachten." So dürften Aufwendungen, die die Lebensführung berühren, den Gewinn nicht unangemessen mindern. Stehe für die Anschaffung und Nutzung eines bestimmten Fahrzeugs eine private Motivation im Vordergrund, könne das die Unangemessenheit der Anschaffungskosten begründen.

Riskantes Steuersparmodell

Dann wären die mit dem Oldtimer verbundenen Kosten nicht oder nur anteilig als Betriebsausgabe abzugsfähig. Als Steuersparmodell kann Schmidt-Kesseler solche Konstruktionen deshalb nicht empfehlen. "Das wäre riskant", sagt die Expertin. "Aber für Selbstständige, die Klassiker lieben und so ein Fahrzeug als Firmenwagen nutzen möchten, ist Oldtimer-Leasing durchaus eine Alternative."

Unangemessener Repräsentationsaufwand

Sonja Prechnter vom Steuerberaterverband Hessen sieht das Oldtimer-Leasing eher kritisch. Die Steuerberaterin verweist auf ein Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg. Danach sind Oldtimer als unangemessener Repräsentationsaufwand anzusehen und dürften deshalb nicht dem Betriebsvermögen zugerechnet werden (Az.: 6 K 2473/09). Wer wirklich einen Oldtimer genießen möchte, sollte diese Freude nicht im Paragrafendschungel der Steuergesetze riskieren.

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