18.07.2013, 11:08 Uhr | AFP, dpa-AFX
Im Streit um das Auto-Kältemittel R134a bekommt Frankreich weitere Unterstützung. Vertreter der EU-Staaten hätten anerkannt, dass das Zurückziehen von Autos angebracht sein könne, teilte die EU-Kommission am Mittwochabend in Brüssel mit. Nun könnte Daimler auch in anderen EU-Ländern ein Zulassungsstopp für die betroffenen Wagen drohen. Der Stuttgarter Autobauer beharrt trotz des Gegenwinds der EU auf seiner Position. Rückendeckung bekommt der Autobauer von der Umweltschutzorganisation Greenpeace.
Experten hätten es bei einem Treffen für richtig befunden, dass "Korrekturmaßnahmen ergriffen werden sollten", um die Fahrzeuge von Mercedes-Benz mit den geltenden EU-Bestimmungen in Einklang zu bringen, teilte die EU-Kommission mit. Dies könne auch einen Rückruf der betroffenen Modelle beinhalten.
Für die meisten Neuwagen sind eigentlich seit Jahresbeginn klimaschonendere Kältemittel vorgeschrieben. Das Mittel R1234yf erfüllt die EU-Auflagen, das von Daimler weiterhin genutzte R134a nicht. Daimler schließt den Einsatz seit Herbst 2012 aus und verweist auf eigene Tests, die Hinweise auf Sicherheitsrisiken des EU-konformen R1234yf ergeben hätten. Bei simulierten Unfällen habe sich R1234yf im Motorraum entzündet.
Doch die französischen Behörden betrachten die Verwendung des alten Kühlmittels als Verstoß gegen das EU-Recht und weigern sich, die betroffenen Mercedes-Modelle der Reihen A, B, CLA und SL zuzulassen. Damit erkennen sie auch eine vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) erteilte erweiterte Typgenehmigung für diese Wagen vorerst nicht an.
Betroffen sind laut Mercedes Frankreich einige hundert Autos. Auf ein Jahr hochgerechnet könnte das jedoch bis zu 30.000 Mercedes-Fahrzeuge betreffen. EU-Industriekommissar Antonio Tajani hatte Frankreich bei dem Vorgehen am Dienstag Rückendeckung gegeben. Ihm zufolge dürfen die Autos nach vorläufigen Untersuchungen der Kommission in der EU "weder vermarktet noch zugelassen werden".
Brüssel steht bisher auf dem Standpunkt, dass Deutschland das Gesetz anwenden müsse, da die Brandgefahr nicht erwiesen ist. Tajani hat Deutschland schon vor Wochen mit einem Vertragsverletzungsverfahren gedroht. Am Mittwoch erklärte die EU-Kommission, sie setze sich dafür ein, in Gesprächen mit den Mitgliedsstaaten eine "angemessene Lösung" zu finden.
Daimler beharrt im Kältemittelstreit derweil auf seiner Position. "Aus unserer Sicht hat sich damit die Sachlage nicht geändert", sagte ein Daimler-Sprecher am Donnerstag. Das KBA äußerte sich noch nicht zu möglichen Folgen für die Typgenehmigung.
Unterdessen bekommt der Autobauer mit dem Stern Rückendeckung von der Umweltorganisation Greenpeace. Das neue Mittel berge Risiken, "die schwer kalkulierbar sind", sagte der Bereichsleiter Sonderprojekte bei Greenpeace, Wolfgang Lohbeck, der "Süddeutschen Zeitung". Er dankte Daimler für den Einsatz gegen das "gefährliche und überflüssige" Kühlmittel.
Lohbeck schlug vor, Daimler die Nutzung des alten Kühlmittels vorübergehend zu erlauben. Wegen der Klimaschädlichkeit der Chemikalie solle diese Genehmigung aber auf zwei Jahre befristet werden.
18.07.2013, 11:08 Uhr | AFP, dpa-AFX
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