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Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer zweifelt nun alle ADAC-Tests an

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"Gelber Engel" manipuliert  

Autoexperte hält nun alle ADAC-Tests für fragwürdig

20.01.2014, 14:59 Uhr | dpa

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer zweifelt nun alle ADAC-Tests an. Die manipulierte Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen stürzt den ADAC in eine Vertrauenskrise (Quelle: dpa)

Die manipulierte Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen stürzt den ADAC in eine Vertrauenskrise (Quelle: dpa)

Das Eingeständnis des ADAC, beim Autopreis "Gelber Engel" manipuliert zu haben, wirft nach Ansicht des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen auch ein Schlaglicht auf andere Tests und Statistiken des Clubs. "Auch die Pannen- und Tunnelstatistik müsste man jetzt untersuchen", sagte Dudenhöffer.

In der Öffentlichkeit genießen diese Tests hohes Ansehen und Vertrauen. "Wenn sie beim Gelben Engel lügen, könne man das auch für die anderen Bereiche nicht ausschließen", betonte Dudenhöffer. Im System des ADAC laufe grundsätzlich etwas falsch.

Der Autoexperte führt dies vor allem auf fehlende Kontrollmechanismen in dem Verband und einer fehlenden Corporate Governance - Regeln für eine gute Unternehmensführung - zurück. Für die Autohersteller sei jetzt der Werbewert des Auto-Rankings beim "Gelben Engel" negativ, meinte Dudenhöffer.

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Volkswagen fordert Aufklärung

Volkswagen erwartet volle Aufklärung von dem Automobilclub. "Wir müssen denen natürlich auch eine Chance geben, die Sache aufzuklären", sagte ein Sprecher des Wolfsburger Konzerns. Erst dann werde entschieden, wie weiter vorzugehen ist. "Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass der Golf das Lieblingsauto der Deutschen ist." Die Frage sei jedoch, was dieser Preis bei den Begleitumständen überhaupt noch wert sei.

Der Autoclub hatte am Sonntag eingeräumt, dass die Zahl der abgegebenen Stimmen in der Preiskategorie Lieblingsauto der Deutschen, zu dem der VW Golf gewählt wurde, "geschönt" und höher dargestellt wurden.

"Motorwelt"-Chefredakteur nimmt seinen Hut

Michael Ramstetter, ADAC-Kommunikationschef und Chefredakteur der Mitgliederzeitschrift "Motorwelt", habe am vergangenen Freitag zugegeben, die Zahl der Stimmen bei diesem Preis manipuliert zu haben, teilte der ADAC mit. Ramstetter übernehme dafür "die alleinige persönliche Verantwortung" und habe sämtliche Funktionen beim ADAC niedergelegt.

Ramstetter habe sich für sein Fehlverhalten entschuldigt, hieß es weiter in der Pressemitteilung des Vereins. Der 60-Jährige habe bedauert, der Glaubwürdigkeit des ADAC Schaden zugefügt zu haben.

Dem ADAC - mit rund 19 Millionen Mitgliedern größter Autoclub in Europa und größter Verein in Deutschland - droht nun eine massive Vertrauenskrise. Der Automobilclub bemühte sich am Sonntag sofort um Schadensbegrenzung. Bei der Wahl des Lieblingsautos sei nur die Zahl der abgegebenen Stimmen geschönt worden, aber nicht die Rangfolge der Ergebnisse, wurde ausdrücklich betont.

ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair hatte am vergangenen Donnerstag bei der offiziellen Feier zur Auszeichnung des VW Golf mit dem "Gelben Engel" vor den geladenen Gästen im Zusammenhang von Medienberichten über Manipulationen noch von "Unterstellungen und Unwahrheiten" gesprochen. Obermair hatte sogar gespottet, immerhin seien die vier Buchstaben des ADAC richtig abgedruckt worden.

ADAC will künftige Wahlen überwachen lassen

Nun erklärte der ADAC dagegen, unmittelbar nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe gegen Ramstetter hätten Geschäftsführung und Präsidium eine lückenlose interne Prüfung angeordnet und entsprechende Schritte initiiert. Noch vor Abschluss dieser Untersuchung habe Ramstetter dann seinen Fehler eingeräumt. Weder die Geschäftsführung noch Präsidium seien zu irgendeinem Zeitpunkt zuvor "über diese Unregelmäßigkeiten bei der Leserwahl" unterrichtet gewesen.

Die anderen Kategorien beim Preis "Gelber Engel" seien von den Vorgängen nicht betroffen, betonte der Autoclub. Er will Vertrauen zurückgewinnen und kündigte an, bis 2015 für die Abstimmung zum Lieblingsauto ein notariell überwachtes Verfahren zu entwickeln, das über jeden Zweifel erhaben sei.

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