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ADAC gerät immer mehr unter Druck: Wie geht es mit dem Club weiter?

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Weitere Vorwürfe gegen den ADAC  

Wie geht es mit dem Autoclub nun weiter?

22.01.2014, 12:33 Uhr | t-online.de, mid, dpa

ADAC gerät immer mehr unter Druck: Wie geht es mit dem Club weiter?. ADAC: Immer weitere Vorwürfe werden laut (Quelle: dpa)

ADAC: Immer weitere Vorwürfe werden laut (Quelle: dpa)

Der ADAC gerät im Skandal um die manipulierten Zahlen beim Autopreis "Gelber Engel" immer weiter unter Druck: Neue und alte Vorwürfe werden an allen Ecken und Enden laut.

Opoczynski wirft dem ADAC Realitätsverlust vor

In der ZDF-Talk-Sendung "Markus Lanz" berichtete der Wiso-Moderator Michael Opoczynski gestern Abend von einem Test aus dem Jahr 2007. Hier arbeitete das ZDF-Verbrauchermagazin zum ersten und letzten Mal mit dem ADAC zusammen. Damals wurden Mietwagen in den Urlaubsregionen rund ums Mittelmeer getestet. Unter den Leihwagen war auch ein Peugeot eines ADAC-Kooperationspartners und genau jener Testkandidat fiel mit Pauken und Trompeten durch den Test. Selbst der ADAC-Techniker hätte dieses Auto am liebsten aus dem Verkehr gezogen, so schlecht war der Allgemeinzustand.

Während der ADAC dieses Auto aus der Testveröffentlichung verbannt hat, verlangte der Club vom Wiso-Redaktionsleiter, dass auch die TV-Ausstrahlung auf diesen Testkandidaten verzichten sollte. Doch Opoczynski blieb hart und beließ den kaum verkehrssicheren ADAC-Peugeot im Test. Der Wiso-Moderator wirft dem Autoclub Realitätsverlust vor: "Der ADAC versucht die Wirklichkeit manchmal in seine Richtung zu lenken."

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Deutschland-Rallye: Auch hier Statistik geschönt?

Die Trierer Grünen werfen dem ADAC die Manipulation von Besucherzahlen seiner Deutschland-Rallye vor. Ausgegeben worden seien etwa 70.000 Eintrittskarten, der ADAC habe aber dreimal so viele Besucher angegeben, berichtete die Stadtratsfraktion der Partei am Dienstag. Zuschauer seien mehrfach gezählt und Anwohner mit Durchgangskarten mitgerechnet worden. Die Stadt Trier unterstütze die Veranstaltung mit etwa 140.000 Euro jährlich - Grundlage für diesen Betrag seien die vom ADAC angegebenen Zuschauerzahlen.

Der Automobilclub wies den Manipulationsvorwurf zurück. Es sei gängige Praxis bei Großereignissen, dass nicht nur die verkauften Eintrittskarten den Ausschlag über die Zuschauerzahl gebe, sagte ADAC-Motorsportchef Lars Soutschka auf Anfrage. So brächten die Teams Gäste mit, auch gebe es Zuschauer, die ohne Tickets an die Strecke gingen, aber dennoch gezählt würden. Zudem handele es sich um ein mehrtägiges Ereignis, so dass Zuschauer mehrfach gezählt würden. Das ergebe die vom ADAC angegebenen Zuschauerzahlen von rund 200.000, obwohl nur zwischen 70.000 und 80.000 Tickets verkauft würden.

Wiederholte Kritik an der Pannenstatistik

Tagesschau.de meldet wiederum Zweifel an der Pannenstatistik des Clubs an. Der altbekannte Vorwurf: Die Statistik gründet nur auf Fälle, die tatsächlich durch die Pannenhilfe des ADAC aufgebracht wurden. Nehmen havarierte Autofahrer dagegen die Pannenhilfe eines Autoherstellers in Anspruch, tauchen sie in der Statistik des ADAC nicht auf. Zudem haben die "Gelben Engel" Mobilitätsverträge mit verschiedenen Autoherstellern - laut der Süddeutschen Zeitung betrifft das "Ford, Opel, Nissan, Honda, Kia, Hyundai, Citroën, Peugeot, Volvo, Jaguar, Land Rover sowie eingeschränkt Daimler, BMW und VW". Auch hier fließen die Daten nicht in die ADAC-Statistik ein.

Trotz dieser nachweislichen Mängel in der Statistik versteigt sich der ADAC aber regelmäßig in Formulierungen, die dem Leser eine Qualität von vornehmlich deutschen Autos suggerieren, die nicht ohne Zweifel ist. Die jährlich erscheinende Pannenstatistik ist laut ADAC für viele Autofahrer ein wichtiges Kriterium für ihre Kaufentscheidung - und damit beeinflusst der ADAC die Meinung nicht unerheblich. Der Club selbst weist die Vorwürfe zurück und will von einer Verzerrung der Daten nichts wissen.

Nicht nachvollziehbarer E-Bike-Test

Im Frühjahr 2013 sorgte der E-Bike-Test des ADAC (gemeinsam mit der Stiftung Warentest) für Wirbel. Der Club legte sich mit der Fahrradindustrie an, als er mehr als die Hälfte der Fahrräder durchfallen ließ und von "eklatanten Sicherheitsmängeln" sprach. Von Rahmen- und Lenkerbrüchen, schlechten Bremsen und Störwellen war die Rede. Die Hersteller konterten zum Teil mit Prüfzertifikaten von unabhängigen Testern und übten Kritik an undurchsichtigen Bewertungen. Einige Räder wiesen beispielsweise baugleiche Motoren auf, bekamen aber verschiedene Noten zwischen "befriedigend" und "mangelhaft". Zentraler Kritikpunkt war auch das Fehlen von realen Schadensbildern, die den Testergebnissen entsprechen.

Autohöfe zweifeln an ADAC-Neutralität

Angeblich soll es auch beim Raststätten-Vergleich des deutschen Automobilclubs nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. "Der Aufmacher des ADAC 'Raststätten besser als Autohöfe' ist eine vernichtende Verallgemeinerung, die nicht im Ansatz für das Gesamtergebnis der beiden Gruppen steht. Wir bemängeln schon seit Jahren, dass der Test nicht neutral ist", sagt Alexander Ruscheinsky, Vorstand der Vereinigung Deutscher Autohöfe.

Ruscheinsky prangert vor allem die Test-Kriterien an. Diese seien einseitig, und die Auswahl der Autohöfe sei nicht repräsentativ: "Kriterien nach denen ausgewählt wird, sind uns auch auf Anfrage nicht genannt worden. Auch werden immer wieder Eigenschaften, die im Test Punkte bringen, bei den Autohöfen nachweislich übersehen."

Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe

Auch die Münchner Staatsanwaltschaft hat den Autoclub ins Visier genommen. Aufgrund der Medienberichte prüft man, ob hier Straftatbestände berührt sein könnten, teilte die Behörde mit. Sie betonte aber, dass bisher kein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Der ADAC will bei der Aufklärung mithelfen. So vermeldet der Club: "Sollte dies erforderlich sein, wird der Club sämtliche verfügbaren Dokumente und Unterlagen zur Verfügung stellen."

Alle Tests des ADAC kommen nun auf den Prüfstand

Autos, Parkhäuser, Skiboxen, Reifen, Schneeketten, Badeseen, E-Bikes oder Glühlampen - es gibt fast nichts mehr, was der ADAC nicht schon getestet hat. Oft gab es Kritik, die jedoch am größten deutschen Lobby-Verein immer abprallte. Das ist nun vorbei. Alle Studien und Statistiken des Clubs werden nun mit Argusaugen geprüft werden. Um das Vertrauen wieder herzustellen, muss der ADAC hier dringend nachbessern und für mehr Transparenz sorgen und alle Zahlen und Fakten offenlegen.

Aufspaltung des ADAC gefordert

Bereits am Wochenende hatte der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer eine Aufspaltung des ADAC vorgeschlagen, um Verflechtungen innerhalb des Clubs aufzulösen. Inzwischen findet diese Idee immer häufiger Befürworter. So sprach sich auch Opoczynski bei Lanz dafür aus. Bärbel Höhn von den Grünen, Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, forderte in der Sendung "Das Duell bei n-tv" am Dienstag mehr Transparenz und weniger Verflechtungen. "Der ADAC täte gut daran, die ehrenamtlichen Sachen wirklich zu trennen von denjenigen, wo sie wirtschaftlich von profitieren", sagte die Grünen-Politikerin. "Sie müssen einfach viel mehr Kontrollfunktionen einbauen."

Berichte zur Einhaltung der Regeln könnten dem nun angeschlagenen Verein nur helfen: "Das würde auch wieder Vertrauen herstellen und es wäre wichtig, dass diejenigen, die jetzt Verantwortung tragen, endlich diesen Schritt auch gehen", sagte Höhn. Ob der ADAC wirklich die Zeichen der Zeit erkennt und in der Lage sein wird, dies umzusetzen, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen. Inzwischen hat Präsident Meyer eine Reform angekündigt.

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