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ADAC: Präsident Meyer rät nach Heli-Affäre weiter unter Druck

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"Abflug des ADAC-Präsidenten"  

Folgt auf die Heli-Affäre Meyers Rücktritt?

25.01.2014, 11:37 Uhr | vdb

ADAC: Präsident Meyer rät nach Heli-Affäre weiter unter Druck. Der ADAC-Präsident Peter Meyer ist mit dem Helikopter zu Terminen geflogen.  (Quelle: dpa)

Der ADAC-Präsident Peter Meyer ist mit dem Helikopter zu Terminen geflogen. (Quelle: dpa)

Der ADAC nennt die Rettungshubschrauber die "gelben Engel der Lüfte". Eigentlich sollen sie schwerverletzte Unfallopfer bergen. Nachdem der "Stern" bekannt machte, dass die Maschinen auch von den Präsidiumsmitgliedern des Automobilclubs genutzt werden, reagiert die Presse empört. Die Forderungen nach einem Rücktritt von ADAC-Präsident Peter Mayer werden immer lauter. Am Freitag forderte auch die ehemalige Verbraucherschutzministerin Renate Künast den Wechsel des ADAC-Managements.

In den vergangenen zehn Jahren sei das Benutzen der Helikopter als Verkehrsmittel zu Terminen "weniger als 30 Mal" vorgekommen, soll der ADAC dem "Stern" bestätigt haben. Das sind aber noch immer drei sinnfremde Einsätze pro Jahr.

Jetzt geht es um Moral und Verantwortung

Damit gewinnt der ganze Wirbel um den ADAC eine neue Qualität, schreibt die "Neue Osnabrücker Zeitung". Ging es zuvor um das Frisieren mieser Zahlen, so geht es nun um Moral und Verantwortung. Die Frage "Darf ein Gerät, das für die Lebensrettung bestimmt ist, für profane Geschäftsflüge von A nach B genutzt werden?" beantwortet das Blatt ganz klar mit Nein. "Jemand ,der dies tut, sollte auch nicht Präsident eines Vereins sein, dessen Mitarbeiter Tag für Tag versuchen, Menschen in Not zu helfen und Leben zu retten." Und überhaupt: Warum konnte man nicht ganz gewöhnlich mit dem Auto fahren? "Die deutschen Autobahnen sind so schlecht nicht, dass sie auch von ADAC-Präsidiums-Mitgliedern genutzt werden könnten", kommentiert die "Schwäbische Zeitung".

FAZ: "Abflug des ADAC-Präsidenten"

So sieht es auch Henning Peitsmeier in seinem Kommentar "Abflug des ADAC-Präsidenten" in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die 51 technologisch hochgerüsteten Maschinen des ADAC seien "fliegende Intensivstationen und nicht für Taxiflüge zuständig", heißt es darin. Auch wenn das nur dienstlich geschehen und legal sei, so bliebe die moralische Frage doch unbeantwortet, findet der Autor. Und: Für die bekannt gewordene Heli-Affäre müsse nun Meyer allein die Verantwortung übernehmen. Die versprochene Aufklärung und die Neuausrichtung des ADAC solle er allerdings besser seinem Nachfolger überlassen.

So unschön das Ganze ist, so wenig ist der ADAC-Präsident der erste, dem seine Transportmittelwahl zum Verhängnis wird, räumt der "Spiegel" auf seinem Online-Portal ein. Das Magazin zeigte am Samstag unter dem Titel "Wer fliegt, der fliegt" in einer Fotostrecke andere Prominente von Scharping über Süssmuth bis Tebartz-von Elst, die es Meyer vorgemacht haben. Gut kamen solche Reiseaffären in der Öffentlichkeit noch nie an.

Gemeingut als Taxi missbraucht

Im Fall des größten deutschen Vereins dürften sich auch die 19 Millionen Mitglieder und andere Einrichtungen daran stören. Die Luftflotte des ADAC wird nämlich von den Club-Mitgliedern, Krankenkassen, Spenden und dem Staat finanziert. Mit welchem Recht also kann ein ADAC-Präsident einen solchen Helikopter der gemeinnützigen GmbH ADAC Luftrettung als Taxi benutzen? Damit wird der Druck auf den ADAC und besonders auf den Vorstand deutlich größer und sollte bald ein unerträgliches Maß erreicht haben.

Die Vorgeschichte: In den vergangenen Tagen hatte eine Betrugsaffäre beim ADAC Schlagzeilen gemacht. Hintergrund sind geschönte Teilnehmerzahlen bei der Wahl zum "Gelben Engel", dem Autopreis des Clubs. Der damalige Kommunikationschef Michael Ramstetter hatte die Zahlen geschönt, er ist mittlerweile von allen Ämtern zurückgetreten. Die Existenzkrise des ADAC ist deutlich und nicht umsonst wird bereits die Frage vom Amtsgericht am Hauptstandort München geprüft, ob der ADAC überhaupt als Verein geführt werden darf.

Demokratieproblem des ADAC

Zu diesem Punkt wirft "Die Welt" ein weiteres Problem auf, nämlich das der Demokratie im ADAC. So machte die "Welt am Sonntag" eine Umfrage unter 18 Regionalclubs und fand heraus, dass sich nur sehr wenige einfache ADAC-Mitglieder an den Jahresversammlungen beteiligen. So sollen auf der letzten Mitgliederversammlung des Regionalvereins ADAC Sachsen mit 800.000 Mitgliedern nur 53 Delegierte und ein einziges normales ADAC-Mitglied erschienen sein. Hier soll das komplizierte Verfahren schuld sein, nach dem sich einfache Mitglieder Wochen vorher anmelden müssen.

Woran auch immer es liegt: Der Einfluss der fast 20 Millionen Mitglieder auf die Willensbildung des ADAC scheint gering zu sein. Doch sie finanzieren mit ihren Beiträgen den Verein und haben einen Anspruch darauf, dass der ADAC einwandfrei geführt wird.

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