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Skandal-Serie reißt nicht ab  

ADAC-Präsident schließt weitere Manipulationen nicht aus

31.01.2014, 13:46 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

ADAC-Präsident schließt weitere Manipulationen nicht aus. ADAC: Fast täglich neue Vorwürfe (Quelle: dpa)

ADAC: Fast täglich neue Vorwürfe (Quelle: dpa)

Die Affäre um Manipulationen beim ADAC-Autopreis "Gelber Engel" und die Wahl des VW Golf zum Lieblingsauto der Deutschen könnte noch größere Dimensionen haben als bisher angenommen. In einem Interview der ADAC-Mitgliederzeitschrift "Motorwelt" schloss der Präsident des Autoclubs, Peter Meyer, jetzt auch Fälschungen beim Ranking der Fahrzeuge nicht mehr aus.

Bisher hatte es stets geheißen, der - inzwischen abgetretene - ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter habe nach eigenem Geständnis lediglich die Stimmenzahl nach oben frisiert, die Reihenfolge der Fahrzeuge aber sei nicht betroffen.

Mehr als nur die Teilnehmerzahl frisiert?

Doch nun räumte Mayer ein, dass man derzeit nicht mit Gewissheit sagen könne, ob auch an der Platzierung der einzelnen Fahrzeuge gedreht worden sei. "Wir haben das Eingeständnis, dass die Zahl der absoluten Stimmen, nicht aber die Reihenfolge der Preisträger verändert wurde. Ob das der Wahrheit entspricht, soll die Untersuchung ans Licht bringen, mit der wir externe Prüfer federführend beauftragt haben."

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Auffällig oft deutsche Autos Sieger

Wie T-Online bereits vorvergangene Woche vermeldete, gewannen immer nur deutsche Autos den begehrten ADAC-Preis. Nicht ein einziges Mal konnte sich in den vergangenen Jahren ein ausländisches Fabrikat durchsetzen. Inzwischen scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass solche Auffälligkeiten mehr als nur Zufall sein könnten.

"Gelber Engel" wird komplett überprüft

Die Experten des Wirtschaftsprüfers Deloitte gingen derzeit auch allen übrigen Kategorien des Autopreises "Gelber Engel" auf den Grund, betonte der ADAC-Präsident. "Für uns sind Offenheit, Transparenz und umfassende Aufklärung oberstes Gebot."

Großer Imageschaden für den Automobilclub

Sollte sich herausstellen, dass bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen auch beim Ranking manipuliert wurde, droht dem ADAC ein weiterer Imageschaden. Denn dann geben die Autohersteller die Preise der vergangenen Jahre möglicherweise zurück. Bisher hatte es etwa bei VW dazu geheißen, man warte erst den Fortgang der Aufklärung ab.

Die Februar-Ausgabe der "Motorwelt" mit dem Titel "Die Krise als Chance" soll in diesen Tagen in den Briefkästen der Mitglieder landen; sie wurde von Freitag an per Post zugestellt. Die Zeitschrift konzentriert sich auf die Aufarbeitung der Vorwürfe und die geplante Erneuerung des Autoclubs.

Hubschrauber nur noch für Rettungseinsätze

Meyer bekräftigte in dem Interview den Reformwillen des Autoclubs. So dürften auch Führungskräfte künftig nicht mehr die Reservemaschinen der ADAC-Rettungshubschrauber dienstlich nutzen. "Zukünftig fliegen Hubschrauber ausnahmslos Rettungseinsätze."

Badeseentest jetzt im Visier

Fast täglich waren in den vergangenen Wochen neue Fragen rund um den Autoclub aufgetaucht. Der ADAC steht etwa auch wegen Hubschrauberflügen von Spitzenvertretern in der Kritik, unter ihnen Meyer selbst. Am Donnerstag waren Vorwürfe eines ADAC-Mitarbeiters im Zusammenhang mit Badegewässeruntersuchungen in den 90er Jahren bekannt geworden. Der Mitarbeiter behauptet, Informationen zur Wasserqualität an bestimmten Badestränden seien "über Jahre hinweg aus den betroffenen Zielgebieten finanziert und beeinflusst worden". Der ADAC kündigte eine sofortige Prüfung der Vorwürfe an.

"Wir nehmen sämtliche Vorwürfe sehr ernst und werden nicht ruhen, bis alles aufgeklärt ist - mit dem Ziel, die Glaubwürdigkeit des ADAC wiederherzustellen", versprach Meyer in dem Interview. Er bekräftigte den Reformwillen des Autoclubs.

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