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ADAC zahlt Pannenhelfern Boni für Verkauf von Batterien

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Mitarbeiter unter Druck gesetzt?  

ADAC soll Pannenhelfern Boni für Verkauf von Batterien zahlen

31.01.2014, 19:53 Uhr | dpa, AFP

ADAC zahlt Pannenhelfern Boni für Verkauf von Batterien. ADAC zahlt Pannenhelfern Boni für Verkauf von Batterien (Quelle: imago/biky)

ADAC zahlt Pannenhelfern Boni für Verkauf von Batterien (Quelle: biky/imago)

Der ADAC zahlt seinen Pannenhelfern Boni, wenn sie den Fahrern von liegen gebliebenen Wagen neue Autobatterien verkaufen. Der Bonus entspreche nach Angaben des Autoclubs einem mittleren einstelligen Prozentsatz des Gesamtgehalts, berichteten die "Süddeutsche Zeitung" und das NDR-Magazin "Panorama".

Nach Recherchen der beiden Medien drängt der Autoclub seine Pannenhelfer, eigens für den ADAC von der Firma Varta gefertigte Autobatterien zu verkaufen. Dementsprechend erhöhe sich ihre Bonus-Zahlung. Ein ehemaliger Straßenwachtfahrer hat demnach behauptet: "Autofahrern werden Batterien aufgeschwatzt, die sie nicht brauchen, oder die sie bei einem regulären Einkauf weit günstiger bekommen könnten." Auch andere Pannenhelfer hätten von entsprechendem Verkaufsdruck berichtet.

ADAC: Leistungsprämie ja, aber nicht pro Batterie

Der ADAC wies die Vorwürfe am Freitag zurück. "Der ADAC erzielt keinen Gewinn mit dem Austausch der Batterien im Rahmen der Pannenhilfe", betonte ADAC-Sprecher Christian Garrels. Laut Pannenstatistik gab es im Jahr 2012 demnach 685.751 Fälle, in denen der ADAC zu liegengebliebenen Autos mit Batterie-Problemen kam. In 165.000 Fällen, also bei fast jedem vierten Autofahrer, habe der ADAC nach eigenen Angaben neue Batterien verkauft. Der ADAC gab den Berichten zufolge an, die alte Batterie werde vor dem Austausch geprüft und das Messprotokoll dem Fahrer übergeben. So solle ausgeschlossen werden, dass ein Austausch zu Unrecht vorgenommen werde.

Der ADAC bestätigte zugleich, dass die Mitarbeiter der Straßenwacht eine Leistungsprämie "im mittleren einstelligen Prozentbereich" am Gesamtgehalt bekämen - dabei werde auch der Austausch von defekten oder leeren Batterien berücksichtigt. Es gebe jedoch keine Prämie pro Batterie und keine zusätzliche Leistungsprämie bei der Überschreitung einer bestimmten Anzahl ausgetauschter Batterien, betonte Sprecher Garrels. "Die Leistungsprämie dient als zusätzliche Motivation, die Pannenhilfeleistung in bestmöglicher Qualität zu erbringen." Dem ADAC entstünden bei jeder Pannenhilfe erhebliche Kosten etwa mit Einkauf, Lagerung und Einbau, betonte Garrels. Die Einnahmen über den Austausch der Batterien leisteten einen Beitrag zur Dämpfung der eigenen Kosten.

ADAC schließt weitere Manipulationen beim Preis "Gelber Engel" nicht aus

Der ADAC geht unterdessen möglichen weiteren Manipulationen bei seinem Autopreis "Gelber Engel" nach. Sein Präsident Peter Meyer schließt eine gefälschte Platzierung der einzelnen Fahrzeuge bei der Wahl des VW Golf zum Lieblingsauto der Deutschen nicht aus. Man könne derzeit nicht mit Gewissheit sagen, ob auch daran gedreht worden sei, sagte Meyer in einem Interview der Februar-Ausgabe der Mitgliederzeitschrift "Motorwelt".

Bisher hatte es geheißen, der inzwischen abgetretene ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter habe lediglich die Stimmenzahl nach oben frisiert, die Reihenfolge der Fahrzeuge aber sei nicht betroffen. "Wir haben das Eingeständnis, dass die Zahl der absoluten Stimmen, nicht aber die Reihenfolge der Preisträger verändert wurde", sagte Meyer. "Ob das der Wahrheit entspricht, soll die Untersuchung ans Licht bringen, mit der wir externe Prüfer federführend beauftragt haben."

Externe Prüfer beim Automobilclub

Die Experten des Wirtschaftsprüfers Deloitte gingen derzeit auch allen übrigen Kategorien des Autopreises "Gelber Engel" auf den Grund, betonte der ADAC-Präsident. "Unsere Mitglieder und die gesamte Öffentlichkeit haben das Recht auf umfassende Aufklärung und einen kompromisslosen Reformprozess." Fast täglich waren in den vergangenen Wochen neue Fragen rund um den Autoclub aufgetaucht. Der ADAC steht auch wegen Hubschrauberflügen von Spitzenvertretern in der Kritik, unter ihnen Meyer selbst.

"Wir nehmen sämtliche Vorwürfe sehr ernst und werden nicht ruhen, bis alles aufgeklärt ist - mit dem Ziel, die Glaubwürdigkeit des ADAC wiederherzustellen", versprach Meyer im "Motorwelt"-Interview der clubeigenen Zeitschrift. Er bekräftigte den Reformwillen des Autoclubs. So dürften auch Führungskräfte künftig keine Reservemaschinen der ADAC-Rettungshubschrauber mehr dienstlich nutzen: "Zukünftig fliegen Hubschrauber ausnahmslos Rettungseinsätze."

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