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ADAC: Schwere Vorwürfe wegen Türkei-Abenteuer

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Schwere Vorwürfe gegen den ADAC  

Gescheiterte Türkei-Expansion im Fokus

04.02.2014, 16:58 Uhr | t-online.de

ADAC: Schwere Vorwürfe wegen Türkei-Abenteuer. ADAC: Immer weitere Vorwürfe werden laut (Quelle: dpa)

ADAC: Immer weitere Vorwürfe werden laut (Quelle: dpa)

Neuer Vorwurf gegen den ADAC. Diesmal geht es um ein gescheitertes Auslandsengagement des Autoclubs und dessen Folgen. Wie das ARD-Politmagazin "Report Mainz" (4.2., 21.45 Uhr in der ARD) berichtet, sitzen viele Unternehmer infolge des ADAC-Türkei-Geschäfts in den Jahren 2008 bis 2010 auf unbezahlten Rechnungen in Millionenhöhe. Laut Automobil-Experte Bratzel sei der ADAC dort aufgetreten wie ein "Unternehmens-Hai". Der Autoclub will die Vorgänge prüfen.

Offene Rechnungen in Höhe von zehn Millionen Euro

Noch vor wenigen Jahren plante der Club eine breit angelegte Expansion ins Ausland und nahm dabei auch Russland, Länder in Osteuropa und China ins Visier. Letztendlich scheiterte die Expansion und kostete dem Club Millionen. Auch an den Bosporus zog es den Autoclub.

2008 hatte der ADAC dazu eine Tochterfirma "ADAC Service A. S." gegründet und mit Hilfe von externen Dienstleistern eine eigene Flotte mit Pannenhelfern aufgebaut. Doch das Türkei-Experiment floppte: Nach planmäßigem Start ging die Firma im Dezember 2010 pleite.

UMFRAGE
Wie soll es mit dem ADAC weitergehen?

Ehemalige Dienstleister erheben den Vorwurf, sie hätten über Monate ihre Rechnungen nicht mehr bezahlt bekommen. Der Istanbuler Anwalt Güngor Ciğerli, der viele kleine Betriebe vertritt, sagte im Interview mit "Report Mainz": "800 kleine Betriebe sind betroffen. Und was die offenen Rechnungen angeht, so sprechen wir - Zinsen eingerechnet - von zehn Millionen Euro."

"Der ADAC hat mein Leben zum Einsturz gebracht"

Manche Unternehmer hatten in der Hoffnung auf gute Geschäfte mit einem großen Autoclub viel Geld investiert und hohe Schulden aufgenommen. Ein Betroffener sagte zu "Report Mainz": "Der ADAC hat mein Leben zum Einsturz gebracht." Der ADAC wollte sich laut Angaben des Magazins nicht zu konkreten Fragen äußern. Schriftlich teilte er mit: "Die im Raum stehenden Vorwürfe werden derzeit von unabhängigen, externen Prüfern untersucht und aufgeklärt."

In einem Brief an die türkische Botschaft im Jahr 2011, der dem ARD-Fernsehmagazin vorliegt, hatte ADAC-Präsident Peter Meyer offene Forderungen von Dienstleistern nicht bestritten, er sehe jedoch "kein[en] Weg zu einer Regulierung der Verbindlichkeiten" der türkischen Tochterfirma durch den ADAC in Deutschland.

Türkei-Tochter angeblich eng von Zentrale gesteuert

Zudem machte er türkische Mitarbeiter der damaligen Auslandstochter für die finanzielle Schieflage verantwortlich. Doch interne Papiere belegen laut "Report Mainz", dass die türkische Tochterfirma von der ADAC-Zentrale eng kontrolliert und gesteuert wurde. Ein mit dem Türkeigeschäft vertrauter Insider sagte gegenüber "Report Mainz": "Die türkischen Mitarbeiter hatten gar nicht die Macht, größere Entscheidungen zu treffen.

Auch die Entscheidung, aus der Türkei rauszugehen, kam von oberster Stelle, da war auch Herr Meyer involviert. Die haben das bewusst gemacht, weil man sich gleichzeitig auch aus China und Russland zurückgezogen hat."

Autoexperte Bratzel spricht von "Großmannssucht"

Einer der bekannten Autoexperten in Deutschland, Professor Bratzel von der Fachhochschule Bergisch-Gladbach findet für das Gebaren des Autoclubs deutliche Worte: "Im Grundsatz ist der ADAC ein stückweit aufgetreten wie ein Unternehmens-Hai, der kommt, frisst und wenn es nicht geklappt hat, dann spuckt er es wieder aus und geht nach Hause. Das ist ein negatives Beispiel dieser Großmannssucht für den ADAC."

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