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Rückrufaktionen für Autos: Neuer Rekordstand erreicht

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Rückrufaktionen für Autos  

Sind Neuwagen überhaupt noch sicher?

11.03.2014, 18:42 Uhr | mid

Rückrufaktionen für Autos: Neuer Rekordstand erreicht. Neuer Rekordstand bei Rückrufaktionen: Viele Problemzonen sorgen für Verdruss bei Autofahrern (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Neuer Rekordstand bei Rückrufaktionen: Viele Problemzonen sorgen für Verdruss bei Autofahrern (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Zahl der Rückrufaktionen der Hersteller auf dem Referenzmarkt USA hat im vergangenen Jahr einen Rekordstand erreicht. Betroffen waren davon 2013 vor allem die koreanischen und japanischen Konzerne sowie Fiat-Chrysler, BMW und Honda.

Diese Marken sind am häufigsten betroffen

Negativ-Spitzenreiter bei den Rückrufen nach absoluten Zahlen ist Toyota mit etwa 5,3 Millionen Fahrzeugen, gefolgt von Fiat-Chrysler mit rund 4,7 Millionen Autos und Hyundai-Kia mit knapp 3,3 Millionen Pkw. In Relation zu den Neuzulassungen schneidet bei den Rückrufquoten der Hyundai-Kia-Konzern am schlechtesten ab. Knapp dahinter landet Fiat-Chrysler, und auch Toyota, BMW und Honda liegen weit über dem Durchschnitt. Zu diesem Ergebnis kommt das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, das die Rückruf-Trends der globalen Automobilhersteller analysiert hat.

Neuer US-Rekord: Mehr als 20 Millionen Autos

Die fehlerhafte Produktion der Autos und die notwendigen Rückrufe entwickeln sich zu einem zunehmenden Risikofaktor für Hersteller. So wurden 2013 allein in den USA insgesamt mehr als 20,5 Millionen Pkw zurückgerufen. Das entspricht einem Plus von rund fünf Millionen Fahrzeugen. Damit wurde sogar das Pannenjahr 2010 übertroffen, als rund 18 Millionen Autos in die Werkstätten beordert wurden.

UMFRAGE
Wie oft waren Sie schon mit Ihrem Fahrzeug von einer Rückruf-Aktion betroffen?

USA: Allein 870.000 BMW-Modelle betroffen

Auch Premium-Hersteller BMW rief in den USA insgesamt mehr als 870.000 Pkw (Vorjahr: 550.000) zurück, unter anderem erneut wegen Problemen mit der Stromversorgung. Die Konzerne Volkswagen (inklusive Audi und Porsche) sowie Daimler weisen dagegen wie im Vorjahr im US-Markt deutlich unterdurchschnittliche Mängelquoten auf. Während VW einen leichten Anstieg der Rückrufe verzeichnet, gelingt es Mercedes-Benz, den Bestwert der Branche zu setzen.

Liegt der Negativ-Trend an den Zulieferer-Betrieben?

Die Automobilhersteller stehen aufgrund der hohen Wettbewerbsintensität unter enormen Kostendruck. Das stellt nach Ansicht von Prof. Dr. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management, eine Gefahr für die Produktqualität dar. Die Autobauer geben den Kostendruck an die Zulieferer weiter, die dazu angehalten sind, ihre eigenen Kosten sowie die ihrer Teile- und Rohstofflieferanten zu drücken.

Die Zulieferer spielen eine immer stärkere Rolle, damit die Hersteller Kosten-, Zeit- und Innovationsvorteile realisieren können. Große Teile der Wertschöpfung werden auf die Automobilzulieferer übertragen. Ihr Anteil ist mittlerweile auf rund 75 Prozent gestiegen. Gleichzeitig steigen mit dieser Verlagerung die Anforderungen an ein unternehmensübergreifendes Qualitätsmanagement, das darüber hinaus auf globaler Ebene sichergestellt werden muss.

"Verwundbarkeitsrisiko" der Autohersteller auch in Zukunft hoch

Die Hersteller setzen verstärkt darauf, immer mehr Modelle auf ein und derselben technischen Plattform zu produzieren. So plant BMW etwa, die Zahl der Fahrzeuge je Plattform bis 2019 zu verdoppeln, Volkswagen will diese Zahl gar verdreifachen. Diese Strategie entwickelt sich nach Ansicht von Stefan Bratzel zu einem wichtigen Erfolgs- und Überlebensfaktor der Hersteller, da sich aus ihr erhebliche Kostenvorteile ergeben können. Die Experten gehen aufgrund der Untersuchungsergebnisse davon aus, dass das "Verwundbarkeitsrisiko" der Automobilhersteller auch in Zukunft hoch ist.

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