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ADAC trennt in neuer Reform Pannenhilfe und Kommerz

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Reform des Autoclubs  

ADAC beschließt Trennung von Pannenhilfe und Kommerz

08.12.2014, 14:25 Uhr | AFP, dpa

ADAC trennt in neuer Reform Pannenhilfe und Kommerz. Autoclub steht vor der Strukturreform (Quelle: imago)

Autoclub steht vor der Strukturreform (Quelle: imago)

Strikte Trennung von Pannenhilfe und kommerziellen Aktivitäten: Der krisengeschüttelte ADAC will sich auf seine Wurzeln als Mitgliedergemeinschaft zurückbesinnen und künftig in erster Linie um Serviceleistungen für Kraftfahrer kümmern. Das entsprechende Reformprogramm beschloss die außerordentliche Hauptversammlung in München.

Die wirtschaftlichen Tätigkeiten und das Firmengeflecht des Autoclubs sollen in eine Aktiengesellschaft ausgegliedert werden, damit der ADAC seinen steuermindernden Status als eingetragener Verein behalten kann.

ADAC: Markl zum Präsidenten gewählt

"Der ADAC ist eine Mitgliederorganisation und möchte auch künftig ein Verein bleiben", sagte August Markl, der bei der Versammlung mit großer Mehrheit zum Präsidenten gewählt wurde. Er hatte das Amt zuvor kommissarisch inne, nachdem der langjährige ADAC-Präsident Peter Meyer im Zuge der Krise im Februar abgetreten war. Für einen raschen Weg aus der Krise war die außerordentliche Hauptversammlung einberufen worden, es war die erste seit 1948. Mit dem Programm "Reform für Vertrauen" wolle der ADAC auch "sein früheres Ansehen zurückzugewinnen", sagte Markl.

UMFRAGE
Kann der ADAC mit der Reform das Vertrauen wieder herstellen?

Der Gewinn solle nicht mehr im Vordergrund stehen, sondern die Mitgliederorientierung, sagte Mahbod Asgari von der ADAC-Geschäftsführung. So will der Autoclub auch seine Rabatte beim Batteriekauf künftig bei der Pannenhilfe voll an liegengebliebene Autofahrer weitergeben.

Kritik am größten Autoclub Europas

Nach Bekanntwerden der Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" und anderen Enthüllungen wie der zweckwidrigen Nutzung von Rettungshubschraubern war der ADAC in eine tiefe Vertrauenskrise gestürzt. Viel Kritik gab es auch am konzernähnlichen Wirtschaftsgebaren von Europas größtem Autoclub mit knapp 19 Millionen Mitgliedern. Das Amtsgericht München prüft zurzeit, ob der ADAC noch ein Verein oder in Wirklichkeit ein potentes Wirtschaftsunternehmen ist. Es will seine Entscheidung auch von den Reformen abhängig machen.

Drei-Säulen-Modell für den ADAC

Das Reformprogramm soll den Autoclub nach einem Drei-Säulen-Modell umbauen. Dieses sieht neben dem Verein - dem ADAC e.V. - und der separaten Beteiligungsgesellschaft in Form einer nicht börsennotierten Aktiengesellschaft als dritte Säule eine gemeinnützige ADAC-Stiftung vor. Sie soll als Stiftungskapital Anteile in Höhe von 25,1 Prozent an der Aktiengesellschaft und damit eine Sperrminorität in deren Aufsichtsrat erhalten. 74,9 Prozent an der Aktiengesellschaft soll der Verein selbst halten.

Zur Sicherung seiner Wettbewerbsfähigkeit sei der ADAC auch künftig auf wirtschaftliche Aktivitäten angewiesen, betonte Markl. "Aber er muss sie stärker vom Verein und seinen Aktivitäten trennen." Die Dauer des Reformprozesses lasse sich nicht absehen, weil die Neugestaltung der rechtlichen Strukturen viel Zeit verlange.

Die geplante Stiftung werde sich um Themen wie Förderung der Unfallverhütung, Unfallhilfe, Rettung aus Lebensgefahr und die entsprechende Forschung dazu kümmern, sagte Kurt Heinen, ADAC-Vizepräsident für Tourismus. "ADAC e.V. und ADAC-Stiftung werden sich gegenseitig befruchten und antreiben", sagte Rupert Graf Strachwitz, Mitglied des Beirats, den der Autoclub zur Krisenbewältigung ins Leben gerufen hatte.

Markl: Mehr Mitbestimmung

Der Autoclub will seine Mitglieder künftig auch besser informieren und stärker einbinden. Der Verein wolle seine Mitglieder künftig "über alles informieren, was der ADAC tut, und auch befragen, bevor wir irgendwelche Meinungen an die Öffentlichkeit weitergeben", sagte Präsident August Markl im Bayerischen Rundfunk. Dass er als bislang kommissarischer Präsident zur Wahl antrat und nicht jemand Neues, hatte seinen Angaben zufolge einen einfachen Grund: "Es war schlichtweg so, dass sich niemand dafür gefunden hat in dieser doch relativ kurzen Zeit, dem ADAC sein Gesicht zu geben." Markl war am Wochenende mit 180 von 218 Stimmen gewählt worden; seine Amtszeit läuft bis 2017.

Neue Compliance-Richtlinie

Als Verhaltenskodex für den gesamten ADAC ist zudem eine einheitliche sogenannte Compliance-Richtlinie vorgesehen. Die Reform werde den ADAC tiefgreifend verändern, betonte Markl. Wenn man einen Vergleich mit einem Marathonlauf wähle, dann "liegen die ersten Kilometer hinter uns, die Kondition stimmt und weitere wichtige Kilometer sind zu absolvieren".

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