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Auto-Ereignisse 2015: da kommt etwas auf uns zu

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Vieles ist gar nicht neu  

Diese Auto-Ereignisse kommen 2015 auf uns zu

16.12.2014, 13:25 Uhr | Wolfram Nickel, SP-X

Alles schon einmal dagewesen: Mit Brennstoffzellen, Elektroantrieben und autonomem Fahren erfindet sich das Automobil des 21. Jahrhunderts gerade neu. Eine Zeitenwende sollen wir nach Meinung von Verkehrsexperten und Industrie erleben. Wer allerdings die fast endlos lange Liste der im Jahr 2015 zu zelebrierenden automobilen Jubiläen genauer betrachtet, wird feststellen: Kaum eines der heute zukunftsweisend genannten Konzepte ist vollkommen neu.

So erhielt der Automobilpionier Gottlieb Daimler vor 130 Jahren gleich zwei Patente für die "Petroleumkraftmaschine" als ersten speziell fürs Auto entwickelten Motor und den „Reitwagen“ als Urahnen des Motorrads – endgültig durchgesetzt hat sich der konventionelle  Verbrennungsantrieb aber erst ab 1915. Waren es doch Elektro- und Dampffahrzeuge, die bis vor 100 Jahren das automobile Straßenbild in den meisten Großstädten bestimmten.

Elektroautos seit 100 Jahren

Allein in den USA gab es damals rund 100.000 Stromer, die ohne die anfangs obligatorische Anlasserkurbel bequem zu starten waren und im urbanen Umfeld über eine gute Ladeinfrastruktur verfügten. Verdrängt wurden die Batterieautos – sogar Kaiser Wilhelm II. vertraute in Berlin auf Mercedes E-Mobile - erst durch die Erfindung des elektrischen Anlassers für Benziner und die bis heute ungelöste Ladeproblematik auf Langstrecken.

Nicht wirklich neu ist auch die "Brennstoffzelle als Energiequelle für Kraftfahrzeuge", wie eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme aus dem Jahr 1965 belegt. Schließlich gab es vor einem halben Jahrhundert bereits mehrere Fahrzeugkonzepte mit diesem "grünen" Antrieb. Allen voran der 1959 lancierte brennstoffzellenbetriebene Traktor von Allis-Chalmers, aber auch Offroader wie ein 1965 vorgestellter Land Rover boten eine geeignete Erprobungsplattform.

Bereits den 60. Jahrestag feiert 2015 die Idee des computergelenkten Autos. Erste öffentliche Demonstrationsfahrten erfolgten im amerikanischen Bundesstaat Nebraska, allgemein umgesetzt werden sollte das autonome Fahren dann auf speziellen Autobahnen, die von Großrechnern gesteuert wurden. Nicht geklärt werden konnten damals allerdings die Haftungs- und Finanzierungsfragen des vollautomatischen Fahrens, dagegen schien die gesellschaftliche Akzeptanz eines fahrerlosen Autos in jenen technikgläubigen Jahren kein Problem.

Menschlicher Natur musste dafür noch der Navigator sein, der unter dem Namen Autolotsendienst bereits seit 1925 ortsfremde Autofahrer sicher durch Großstädte leitete.

Simca ist Geschichte

Ein vorübergehend unverzichtbarer Mobilitätsservice, der heute fast vergessen ist, ebenso wie entschwundene Marken, die einst zu den Größten zählten. Der älteste britische Hersteller Wolseley etwa, der vor 40 Jahren vom Markenkonglomerat British Leyland beerdigt wurde. Oder Simca, jener französische Großseriengigant, der 1955 sogar Peugeot im französischen Produktionsranking überholte - bis Simca von Peugeot gekauft wurde. Vor 30 Jahren erfolgte Simcas finales Bravourstück – jetzt unter dem Namen Talbot.

Der noch als Simca-Talbot Arizona entwickelte Peugeot 309 etablierte die Löwenmarke in der Kompaktklasse. Fast vergessen auch der massigste Mini aller Zeiten, der schwergewichtige und fast zwei Meter breite AMC Pacer. Vor 40 Jahren startete der kuriose amerikanische Compact seine Laufbahn, wobei die vorausgegangene Ölkrise zwar den Wankelmotor verhindert hatte, nicht aber den optionalen durstigen V8.

Jubiläen, für die nur Hardcore-Fans Feiern ausrichten werden. Ganz im Gegensatz zu den Anniversarien, die sich in den Chroniken noch heute prosperierender Konzerne finden. So ließen die "Svenska Kullagerfabriken" SKF vor 100 Jahren den Markennamen Volvo (vom lateinischen "ich rolle") registrieren, zwölf Jahre bevor tatsächlich der erste Volvo Jakob seinem Namen Ehre machte und aus den Werkshallen rollte.

Die Nobelmarke Cadillac wiederum löste 1915 mitten im Ersten Weltkrieg den ersten PS- und Prestigerausch aus. Im damals noch neutralen Amerika sorgten Cadillacs V8 für Furore und inspirierten Packard zum ersten für Serienautos entwickelten V12.

90 Jahre Ford in Deutschland

Ganz im Gegensatz dazu stehen die zu würdigenden runden Jahrestage aus den Roaring Twenties und Thirties für Massenmobilität. Vor 90 Jahren etwa startete Ford Deutschland mit der Montage des T-Modells in Berlin, während Hanomag seinen vom Volksmund "Kommissbrot" genannten Kleinwagen vom Band rollen ließ und sich so als Pionier der Pontonform ein Denkmal setzte.

Gleich ein Doppeljubiläum kann Opel feiern: 1935 errang das Modell P4 den Status des bis dahin erfolgreichsten deutschen Volksfahrzeuges, während der etwas größere Olympia durch eine selbsttragende Karosserie für weltweites Aufsehen sorgte. Sogar im fernen Japan bekamen die Ingenieure davon Kenntnis, entschieden sich beim ebenfalls 1935 präsentierten ersten Toyota Pkw-Protoypen aber doch für konventionelle Technik.

Tempolimit lange aufgehoben

Ganz groß in Fahrt kamen die asiatische und die europäische Massenmotorisierung allerdings erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren. Damals wurde die "Stadt des KdF-Wagens“ in Wolfsburg umbenannt und die Produktion des Volkswagen ("Käfer") lief an, um schon 1955 die Ein-Million-Marke zu knacken. Ein neuer, politisch unbelasteter Name schmückte auch einen britischen Sportwagenbauer: SS Cars mutierte 1945 zu Jaguar Cars. Schnelles Fahren war damals in Deutschland übrigens noch verpönt, bis Dezember 1952 galten Tempolimits von 40 km/h innerorts und 80 km/h außerorts.

Im Jahr 1955 erreichte das Wirtschaftswunder der Nachkriegsjahre einen ersten Höhepunkt, entsprechend reichhaltig war der automobile Premierenjahrgang: Der "göttliche“ Citroen DS zählt ebenso dazu wie der Peugeot 403 im Pininfarina-Dress, außerdem der erste japanische Exporterfolg Toyota Crown und der gleich auf mehreren Kontinenten gefertigte Fiat 600.

Japaner kamen nach Deutschland

Vor einem halben Jahrhundert, 1965 also, wollten die Japaner die deutschen Autobauer endgültig vom zweiten Platz in der Weltproduktionsstatistik verdrängen. Dennoch zählte der Toyota 2000 GT als erster Supersportwagen aus Nippon ebenso zu den Überraschungen dieses Autojahrgangs wie der Renault 16. Mit Fastback und Heckklappe brach der Franzose alle Konventionen der konservativen Mittelklasse.

Surprise auch aus Ingolstadt: Der erste Nachkriegs-Audi erinnerte zwar formal noch an seinen Zweitakt-Vorgänger F 102, nahm es ansonsten aber durchaus mit den ebenfalls neuen Opel Rekord B oder Volkswagen 1600 TL auf. Dagegen versuchte Rolls-Royce mit dem neuen Silver Shadow erfolgreich, verlorene Kunden zurückzugewinnen – tatsächlich hatten nicht wenige wohlhabende Briten vorübergehend den Mercedes-Benz 600 bevorzugt. Mercedes wiederum lancierte die Bestseller-S-Klasse W 108 und wunderte sich womöglich über die zu hoch gesteckten Ambitionen des bayerischen Goggomobil-Bauers Hans Glas, der mit einem V8 Coupé den Luxusmarkt erobern wollte.

Zehn Jahre später (1975) sah die Welt anders aus. Glas war von BMW übernommen worden und die Münchner präsentierten ihre erste 3er Reihe. Die Franzosen freuten sich über Peugeot 604 und Renault 30 TS mit dem ersten gallischen Sechszylinder der Nachkriegsära, während Jaguar das V12-Coupé XJS als Nachfolger des legendären E-Type vorstellte. Neuer Über-Mercedes war der 450 SEL 6.9, womit die Depression der Ölkrise von 1973/74 offenbar endgültig vergessen war. Sparen ging aber dennoch: Der erste VW Polo hatte in der Basisversion nicht einmal eine Tankanzeige.

Diese Oldtimer kommen

Schön bunt war die automobile Welt des Jahrgangs 1985: Zu den neuen Dreißigjährigen und damit H-Kennzeichen-Kandidaten zählen über 100 Neuheiten von Alfa (75) bis Volvo (740 Kombi-Limousine, 780 und 480), darunter erstmals Marken wie Seat (Malaga), Subaru (1800 Coupé) und Suzuki (SJ 413), die noch nicht lange in Deutschland vertreten waren. Feste feiern kann inzwischen also jeder Hersteller, wobei der Glanz vergangener Heldentaten bisweilen sogar das Fehlen frischer Erfolge verdeckt.

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