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Gebrauchtwagentipp Audi Coupé GT: Weg vom Oberlehrer-Image

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Gebrauchtwagentipp Audi Coupé GT  

Weg vom Oberlehrer-Image

12.03.2015, 16:53 Uhr | Patrick Broich, SP-X

Gebrauchtwagentipp Audi Coupé GT: Weg vom Oberlehrer-Image . Mit dem Audi Coupé GT wollte Audi endlich das Oberlehrer-Image ablegen. (Quelle: Hersteller)

Mit dem Audi Coupé GT wollte Audi endlich das Oberlehrer-Image ablegen. (Quelle: Hersteller)

Im Jahr 1980 haftete den Modellen der Marke Audi das Image des Oberlehrers an. Mit der Coupé-Variante des Audi 80 wollten die Ingolstädter das ändern, doch die Früchte sollten erst viel später geerntet werden.

Audi Coupé GT: Nur eine Tonne Leergewicht

Wer dem profanen Vierzylinder-Gedanken entfliehen wollte, musste im neuen Audi-Coupé zu einem Fünfender greifen. Die Topvariante, schlicht "Quattro" genannt, 200 PS stark, wird von einem Turbo zwangsbeatmet und kostet für die Marke fast absurde 49.900 Mark. Das hier besprochene Modell, quasi die zivile Spitzenversion, muss mit 130 PS und ohne Turbine auskommen.

Der alte Ingolstädter bringt nur wenig mehr als eine Tonne auf die Waage. Entsprechend giftig fühlt sich das simpel gezeichnete Coupé an.

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Satter Sound des Fünfenders

Wer nicht den spezifischen Sound des 2,1-Liters kennt, könnte ihn glatt für einen Sechszylinder halten. Er dreht mit leichtem Bass in der Stimme hoch, ist dabei maschinenarttypisch-grummelig, nicht aber über Gebühr vibrationsträchtig - das gilt für den gesamten Drehzahlbereich. Und auch wenn die Manschette um den Schalthebel unseres Probeexemplares etwas mitgenommen aussieht, so lassen sich die Gänge doch ohne Schwierigkeiten und halbwegs exakt einlegen.

Nicht ganz so exakt muten Fahrwerk und Lenkung des oberbayerischen Oldies an. Immerhin gibt es Servounterstützung bei dieser Ausführung serienmäßig.

Fahrverhalten: Nicht perfekt, aber charmant

Bei hohen Tempi wird das leichte, frontgetriebene Coupé ein wenig flatterig, Bodenwellen dringen merklich in die Fahrgastzelle - perfektes Fahren ist anders. Doch darin besteht ja gerade der Charme alter Autos. Über die Konzeption mit Halb-Starrachse hinten und McPherson-Lösung vorn kann man heute schmunzeln. Ein bisschen Spiel in der recht stramm gehenden Lenkung ist völlig okay; Trommelbremsen hinten deuten auf Low-Cost hin, bei den feinen Marken waren Scheiben rundherum längst Usus.

Ein bisschen Luxus gab es schon

Zumindest gegen Aufpreis waren elektrische Fensterheber und Klimaanlage lieferbar. Letztere gehörte bei den Brot- und Butterklassen der Achtziger zu den exotischsten und teuersten Extras. Deutlich über zweieinhalbtausend Mark mehr mussten damalige Coupé-Eigner ausgeben, um sommers nicht im Auto zu schwitzen.

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Auch Komfort-Optionen wie Sitzheizung und Tempomat waren gegen rund 1200 Mark zu haben. In puncto Optik indes sollte für den Zweitürer nur das Beste gut genug sein: Leichtmetallräder gehörten immer dazu.

Sportskanone mit 14-Zöllern

Bestenfalls montierten die Techniker darauf 195/60er. Kein Wunder, dass die Pneus schon durch frühes Heulen ankündigen, ab welcher Geschwindigkeit man sich in den Kurven besser zurücknehmen sollte, wenngleich der harmlose Untersteuerer auch für Laien noch halbwegs beherrschbar war und ist. Sicherheitsbewusste Neukunden mit strapazierbarem Budget konnten je nach Baujahr sogar ABS ordern für die Kleinigkeit von fast 3000 Mark.

Nähe zu Volkswagen ist erkennbar

Drehzahlmesser und Eco-Meter sind bei den besser motorisierten Versionen immerhin vorhanden, denn Benzin war in der von der Ölkrise gezeichneten, ersten Hälfte der 1980er-Jahre teuer. Dünne Türbeläge sowie die schlicht gehaltenen -Öffner versprühen noch heute diesen Geist der VAG-Ära. Gute Exemplare machen sich rar.

Das Coupé ist erschwinglich

Obwohl bodenständig und vielleicht sogar an sich ein bisschen langweilig, zählen die selten gewordenen Zweitürer doch zu den interessanteren Teilnehmern etwaiger Oldie-Ausfahrten. Außerdem sind sie für überschaubares Geld zu haben - das gilt selbst für gut erhaltene Exemplare. Die zu finden, benötigt jedoch ein wenig Zeit. Es gibt eben Fahrzeuge, für die es mehr Geduld als Kapital braucht.

Das Angebot am Markt ist entsprechend klein. Wer jedoch etwas Zeit mitbringt, kann für einen bezahlbaren Kurs um 6000 Euro ein feines Exemplar ergattern.

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