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Heidi Hetzer erobert mit ihrem Oldtimer "Hudo" jetzt die USA

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Heidi und "Hudo" auf Weltreise  

78-jährige Berlinerin erobert mit Oldtimer die USA

26.07.2015, 13:00 Uhr | dpa

Heidi Hetzer erobert mit ihrem Oldtimer "Hudo" jetzt die USA. Die Berliner Rallyefahrerin Heidi Hetzer posiert auf dem legendären Highway 66 im US-Staat Arizona neben ihrem Oldtimer "Hudo". (Quelle: dpa)

Die Berliner Rallyefahrerin Heidi Hetzer posiert auf dem legendären Highway 66 im US-Staat Arizona neben ihrem Oldtimer "Hudo". (Quelle: dpa)

Zusammen sind Fahrerin und Fahrzeug über 160 Jahre alt und haben bereits 45.000 Kilometer zurückgelegt: Die 78-jährige Berlinerin Heidi Hetzer und ihr Oldtimer "Hudo" sind seit einem Jahr auf Weltreise. Länder wie die Türkei, Russland, China, Neuseeland und Australien liegen bereits hinter dem rüstigen Duo. Zur Halbzeit haben die beiden jetzt die USA erreicht.

Seit einem Jahr chauffiert Hetzer den Oldtimer, der 1930 in Detroit gebaut wurde, rund um die Welt. "Es läuft wie geschmiert", versichert die ehemalige Opel-Händlerin. Am 27. Juli letzten Jahres war sie in Berlin gestartet. Nun liegen noch die USA, Kanada, Mexiko, Südamerika und Afrika vor ihr. "Ich will alle fünf Kontinente schaffen", sagt die resolute Rentnerin.

Tolles Abenteuer ohne brenzlige Situationen

Anfang Juli hatte Hetzer "Hudo" im kalifornischen Hafen Long Beach in Empfang genommen. Er war ihr von Neuseeland im Container über den Pazifik gefolgt. "Rundherum toll" war das bisherige Abenteuer, zieht Hetzer Bilanz. "Es gab wirklich noch keine brenzligen Situation." In Laos wollte ihr jemand die Handtasche klauen, doch der Dieb habe nur einen Henkel erwischt, erzählt sie ganz nebenbei.

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Auf dem Weg nach China auf einer Bergstraße in 3750 Meter Höhe bei 21 Minusgraden konnte sie die Finger vor Kälte nicht mehr bewegen. Doch solche Strapazen steckt Hetzer locker weg. "In dem ganzen Jahr habe ich nicht eine Tablette genommen", versichert die Weltreisende.

In Australien ging dem Motor die Puste aus

"Hudo" machte dagegen häufiger schlapp. Im australischen Melbourne musste ein neuer Motor rein. "Wenn es hoch und runter geht muss ich oft anhalten, damit er abkühlen kann." Aber auf flachen Straßen legt der petrolfarbene Oldtimer mit Berliner Kennzeichen und Werbung für Brandenburger Würstchen locker 60 bis 80 Stundenkilometer hin. Nahe am Grand Canyon überrundete der Tacho die 100.000-Kilometer-Marke. Nun fängt "Hudo" wieder bei Null an.

Staunende Menschen und spannende Begegnungen

"Seine alten Holzfelgen sind ein echter Hingucker", schwärmt Hetzer von ihrem Weggefährten. Sie treffe ständig auf "fassungslose" Menschen, die Fotos knipsen wollen und sich mit Gastfreundschaft revanchieren, berichtet die Berlinerin. In Laos, wo sie Weihnachten verbrachte, landete sie beim deutschen Botschafter, im US-Staat Utah bot ihr jetzt ein Cowboy einen Schlafplatz auf seiner Ranch an. Tolle Menschen seien ihr auch in Neuseeland, "dem bisher schönsten Land" auf ihrer Reise, begegnet.

Hetzers Vorbild für die zweijährige Fahrt ist die Rennfahrerin Clärenore Stinnes, die in den 1920er Jahren als erste Frau die Welt mit einem Auto umrundete. Die etwa 48.000 Kilometer lange Tour führte durch 23 Länder. "Ich will fühlen, was diese Frau damals gefühlt hat", sagt Hetzer. Stinnes sei mit ihrem "Adler Standard 6" auf viel schlechteren Straßen gefahren. Nur mit einem Oldtimer könne sie nun dieses Abenteuer nachvollziehen.

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"Leichte" Reisebegleitung für Südamerika gesucht

Für eine der schwierigsten Etappen - drei Monate soll die Tour durch Mexiko und Mittelamerika bis Argentinien dauern - sucht die allein reisende Weltenbummlerin noch Begleitung. Allerdings muss der Beifahrer oder die Beifahrerin einige Bedingungen erfüllen: Spanisch sprechen, sich mit Internet und Fotografie auskennen und möglichst nicht mehr als 60 Kilo wiegen.

"Ich habe Sportsitze im Wagen, da muss man schlank sein", sagt die drahtige Berlinerin. Mit den kurzen blonden Haaren sieht sie viel jünger aus als Jahrgang 1937. Und je leichter die Last für "Hudo", umso besser läuft der Oldtimer.

"Ich bin süchtig nach Hudo"

Im Sommer 2016 will die fünffache Großmutter ihr Abenteuer in Berlin wieder beenden. Einen Abschied von ihrem ständigen Begleiter kann sie sich allerdings nicht vorstellen. "Ich bin richtig süchtig nach 'Hudo', ohne den kann ich nicht mehr leben", sagt Hetzer. "Ich will auf keinen Fall einrosten. Mal sehen, wie es in Berlin weitergeht."

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