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Tempolimit: Wann sie Geschwindigkeitsbegrenzungen brechen dürfen

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Nur in Extremsituationen  

Wann Sie das Tempolimit brechen dürfen

30.07.2015, 14:33 Uhr | dpa

Tempolimit: Wann sie Geschwindigkeitsbegrenzungen brechen dürfen. Wer Tempolimits bricht, muss einen sehr triftigen Grund vorweisen können. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer Tempolimits bricht, muss einen sehr triftigen Grund vorweisen können. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer sich nicht an Tempolimits im Straßenverkehr hält, muss dafür büßen. Mindestens ein Verwarn- oder Bußgeld wird fällig - und in schwerwiegenden Fällen auch ein Fahrverbot. Doch es gibt Situationen, in denen die Geschwindigkeitsbegrenzungen gebrochen werden dürfen.

Extremsituationen rechtfertigen Geschwindigkeitsüberschreitung

Gemäß Paragraf 16 des Ordnungswidrigkeitsgesetzes kann ein rechtfertigender Notstand bestehen: "Extremsituationen, in denen Gefahr für Leib, Leben oder Eigentum besteht", erklärt Hannes Krämer vom Auto Club Europa (ACE). Als Notstand kann gelten, wenn eine Frau in den Wehen liegt, oder wenn ein Beifahrer eine Herzattacke hat.

Wichtig aber ist, dass die brenzlige Situation unerwartet eintritt. "Wer in der Vergangenheit schon öfter unter Durchfall am Steuer gelitten hat, kann schließlich Vorsorge treffen", sagt Krämer. In der Regel ist die Notsituation allerdings schwer nachzuweisen.

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Betroffene sollten sich deswegen einen Besuch im Krankenhaus bestätigen lassen. Eine festgestellte Erkrankung sollte mit einem Attest belegt werden.

Einspruch gegen Bußgeldbescheid möglich

Wer geblitzt wird, bekommt zunächst einen Bußgeldbescheid. Dagegen kann im Fall einer Notsituation Einspruch eingelegt werden. Reichen die Beweise aus, kann das Verfahren bereits an dieser Stelle eingestellt werden.

"In der Regel ist aber damit zu rechnen, dass solche Fälle vor dem Amtsgericht landen", sagt Krämer. Dort muss sich dann der Angeklagte erklären - und dem Richter bestenfalls glaubhaft darlegen, weswegen er gegen die Regeln verstoßen hat.

Durchfall nicht unbedingt hinreichender Grund

Das ist einem Fahrer 2014 nicht gelungen, als er vor dem Amtsgericht Lüdinghausen eine massive Geschwindigkeitsübertretung erklären sollte. Auf einer Strecke mit einem Limit von 70 Kilometern pro Stunde fuhr er 132 km/h (Az.: 19 OWi-89 Js 155/14-21/14).

Zwar glaubte das Gericht dem Fahrer, dass er wegen Durchfalls Grund hatte, zu schnell zu fahren. Da der Fahrer jedoch angab, schon zuvor einen Druck im Darm verspürt zu haben, hätte er laut Gericht anders handeln müssen. Er musste eine Strafe von 315 Euro zahlen, der Führerschein wurde ihm für einen Monat entzogen.

"Im Endeffekt hängt es immer vom Richter selbst ab, ob er den konkreten Fall als Notsituation einstuft", sagt Krämer.

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