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VW-Skandal: Alle Infos zum Abgas-Skandal - das müssen Sie wissen

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Abgas-Skandal  

Alle relevanten Infos zu den betroffenen Dieselmodellen

20.10.2015, 16:37 Uhr | AFP, t-online.de, dpa

VW-Skandal: Alle Infos zum Abgas-Skandal - das müssen Sie wissen. Viele Diesel-Modelle aus dem VW-Konzern müssen bald in die Werkstatt. (Quelle: imago)

Viele Diesel-Modelle aus dem VW-Konzern müssen bald in die Werkstatt. (Quelle: imago)

Im Zuge des Abgas-Skandals startet VW nächstes Jahr seine Rückrufe der insgesamt elf Millionen betroffenen Autos. Das Auto-Portal von t-online.de erklärt, wie Sie feststellen können, ob Ihr Dieselfahrzeug auch betroffen ist. Außerdem beantworten wir Fragen nach weiteren möglichen Konsequenzen für die Autofahrer.

Müller: VW will im Januar Rückruf starten

Erst im Januar will Volkswagen den Rückruf der betroffenen Autos starten. "Bis Ende 2016 sollen dann alle Autos in Ordnung sein", sagte VW-Chef Matthias Müller der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". VW müsse die "jeweilige Lösung" auf jedes Modell abstimmen und die notwendigen Teile bestellen. Sorgfalt gehe vor Geschwindigkeit. "Wenn alles läuft wie geplant, können wir im Januar den Rückruf starten."

Zu den Nachbesserungen der Fahrzeuge sagte Müller, es gehe um den Motor EA 189 in Kombination mit verschiedenen Getrieben und diversen länderspezifischen Auslegungen. "Wir brauchen also nicht drei Lösungen, sondern Tausende." Für die meisten Motoren genüge ein Update der Software in der lokalen Werkstatt. Manche Fahrzeuge aber könnten neue Injektoren und Katalysatoren brauchen.

Abgas-Skandal: Hilfe für VW-Kunden im Internet

Auf der Seite www.volkswagen.de/info können Fahrer von Diesel-Autos ab sofort feststellen lassen, ob ihr Fahrzeug von dem Abgas-Skandal betroffen ist. Dafür müssen die Kunden die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) ihres Autos eingeben, die vorne im Service-Handbuch steht oder im unteren Bereich der Windschutzscheibe.

Nach der Eingabe der Daten auf der Seite www.volkswagen.de/info zeigt ein Fenster auf dem Bildschirm an, ob das Fahrzeug betroffen ist. Es heißt derzeit in dem Fenster: "Bitte setzen Sie sich umgehend mit einem Volkswagen Vertragspartner in Verbindung." Betroffene Kunden müssen allerdings nicht sofort einen VW-Vertragspartner kontaktieren. Die Händler haben derzeit noch keine Information über die weitere Vorgehensweise. Das Hinweis-Feld in der Abfrage sei "unglücklich formuliert", hieß es aus Wolfsburg auf eine Test-Anfrage von t-online.de.

Audi und Skoda schalten Seiten frei

Auf der Internetseite von Audi (www.audi.de) gibt es ebenfalls ein entsprechendes Formular. Auch die jeweiligen Auto-Händler können Auskunft geben. Dann ist ebenfalls die FIN nötig. "Sollte der Code 23Q4 - Servicemaßnahme Diesel Abgas EA189 angezeigt werden, wird Sie die Audi AG oder Ihr Audi-Partner kontaktieren, sobald die technische Lösung zur Verfügung steht", erfahren Audi-Kunden mit manipulierten Motoren auf der Webseite des Herstellers. Für weitere Fragen wird auf ein Kontaktformular verwiesen oder die Möglichkeit, sich direkt mit dem jeweiligen Audi-Händler in Verbindung zu setzen.

Skoda-Fahrer können unter www.skoda-auto.de prüfen, ob ihr Fahrzeug von der aktuellen Thematik um Diesel-Abgaswerte betroffen ist. Infos soll es aber auch über die Infoline und die Händler geben.

Online-Check bei Seat

Auch unter www.seat.de kann die Fahrgestellnummer eingegeben und sämtliche Informationen zum Modell und Motorentyp eingesehen werden.

Hersteller informiert Kunden auch per Post

Die Besitzer betroffener Autos und aller VW-Marken bekommen in den kommenden Wochen und Monaten auch Post vom Hersteller, in denen sie über Servicemaßnahmen informiert werden. Doch wie und wann die Fahrzeuge repariert werden, ist weiterhin offen. "Noch im Oktober werden Volkswagen und die weiteren betroffenen Marken des Konzerns den zuständigen Behörden die technischen Lösungen und Maßnahmen vorstellen", erklärte der Konzern.

Diese Autos aus dem Hause Volkswagen sind betroffen

Betroffen sind beispielsweise der VW Golf 6, der Passat 7 und die erste Generation des VW Tiguan. Auf Anfrage von t-online.de konnte bislang keine genauere Auskunft gegeben werden, die vollständige Liste soll aber bald verfügbar sein. Wann die anderen VW-Marken zurückgerufen werden, ist auch noch nicht klar.

Derzeit bereitet der Konzern eine Liste der von der Abgas-Affäre betroffenen Dieselwagen vor. Klar ist, dass Modelle des VW-Konzerns mit dem Diesel-Motor Typ EA 189 mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum der Baujahre 2009 bis 2014 betroffen sind - und das sind Fahrzeuge, die nicht auf dem Modularen Querbaukasten aufbauen, der 2012 eingeführt wurde. Noch nicht geklärt ist, ob auch der 1,2 TDI auch manipuliert wurde. Hinweise auf weitere Motoren neben dem EA 189 gibt es bisher nicht. Neuwagen mit Motoren, die die strengere Abgasnorm Euro-6 erfüllen, sind nicht betroffen.

  • VW

    Die 1,6 und 2,0 TDI-Motoren sind von 2008 bis 2013 in nahezu allen VW-Modellen verbaut worden: VW Golf, VW Jetta, VW Beetle, VW Tiguan, VW Passat, VW Touran und VW Sharan. Inzwischen ist klar, das auch die Nutzfahrzeuge von Volkswagen betroffen sind: Das betrifft die Modelle Transporter, Caddy, Crafter und Amarok.

  • Audi

    Der besagte Motorentyp wurde bei Audi 2,1 Millionen Modellen verbaut: Vom Audi A1, Audi A3, Audi A4, Audi A5, Audi A6, Audi TT bis zu den SUV Audi Q3 und Audi Q5.

  • Skoda

    Auch bei Skoda wurden 2009 bis 2013 die betroffenen Dieselmotoren in 1,2 Millionen Fahrzeugen eingesetzt: Skoda Fabia II (2009 - 2914), Roomster (2009 - 2015), Rapid (2011 - 2015), Skoda Octavia (2009 - 2013), Yeti (2009 - 2015) und Skoda Superb II (2009 - 2015).

  • Seat

    Auch Seat bestätigte, dass in dem Werk der spanischen VW-Tochter Fahrzeuge mit der manipulierten Diesel-Technologie montiert worden seien. Inzwischen ist laut Seat von ca. 700.000 Fahrzeugen die Rede. Vermutlich sind die Modelle Seat Leon, Seat Altea, Seat Exeo, Seat Toledo und Seat Alhambra betroffen.

Woran erkenne ich, dass ein solcher Motor in meinem Auto verbaut ist?

Bitte gehen Sie auf die entsprechenden Seiten und geben Sie wie oben beschrieben ihre Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN) ein.

Was macht das Update?

VW schreibt auf der Homepage: "Die Fahrzeuge sind weiterhin technisch sicher und fahrbereit." Das Problem ist der im Real-Betrieb zu hohe Schadstoff-Ausstoß, der behoben werden soll. Ob es sich nur um ein Software-Update handelt oder weitere Maßnahmen erforderlich sind, ist noch nicht bekannt. Auch die Auswirkungen auf Motorleistung und den Verbrauch sind noch nicht abzusehen.

Was kann ich als VW-Kunde mit einem betroffenen Fahrzeug tun?

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch rät VW-Fahrern, sich schriftlich an den Autobauer zu wenden und sich die Schadstoffwerte für ihr Auto bestätigen zu lassen. "In dem Schreiben empfiehlt sich ein Hinweis darauf, dass man sich rechtliche Schritte vorbehält, wenn falsche Angaben gemacht werden sollten." Ein Musterformular für ein solches Schreiben findet sich beim ADAC zum Download. Liegen die Werte über den Vorgaben, sollten Kunden eine kostenlose Nachbesserung einfordern, sagt Resch. Die Verbraucherzentralen haben den VW-Konzern aufgefordert, betroffene Autos nachzurüsten oder den Besitzern einen Anspruch darauf zuzugestehen. "Volkswagen muss, um Vertrauen zurückzugewinnen, jeden betroffenen Verbraucher von Schäden freistellen", betont Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

Ist der Diesel noch zu retten?

Der VW-Skandal wird den Dieselmotor in den USA auf absehbare Zeit unverkäuflich machen - bei uns spielt er nach wie vor eine wichtige Rolle. Der Autoverband VDA betont, dass Diesel-Fahrzeuge für die geplante Senkung des CO2-Ausstoßes sehr wichtig sind: "Moderne Diesel-Antriebe sind für die Erreichung der europäischen Klimaschutzziele unverzichtbar." Selbst Resch von der Deutschen Umwelthilfe räumt ein: "Man kann Diesel auch sauber machen." Allerdings sei dies oft nicht der Fall. Erst dieser Tage hatte die DUH vor der Frankfurter IAA mit dem Slogan "Diesel-Abgase töten" gegen die aus ihrer Sicht "vorsätzliche Nichteinhaltung gesetzlicher Grenzwerte für die giftigen Dieselabgase" protestiert.

Darf ich noch in die Umweltzone?

Für den Autofahrerclub ADAC ist das Hauptproblem die große Verunsicherung der Verbraucher. Es gebe sehr viele Anrufe beunruhigter Mitglieder, schildert Sprecher Christian Buric. Viele Sorgen könnten gleich entkräftet werden: Bei den Plaketten für die Umweltzonen gehe es etwa um die Luftbelastung durch Rußpartikel, die Steuer orientiere sich am CO2- und nicht am Stickoxid-Ausstoß. Vieles sei aber auch noch gar nicht absehbar. Volkswagen müsse in den nächsten Tagen dringend für Klarheit sorgen. Die Verbraucherzentralen fordern den Konzern auf, betroffene Autos nachzurüsten oder den Besitzern einen Anspruch darauf zuzugestehen.

Komme ich aus einem Vertrag für einen Neuwagen wieder heraus?

Wer sich gerade erst für einen VW-Diesel entschieden hat, kommt aus dem Vertrag nicht ohne weiteres heraus.

"Kunden haben zunächst nur einen Anspruch auf Nacherfüllung", erklärt, Daniela Mielchen, Fachanwältin in der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Laut Gesetz muss der Verkäufer die Möglichkeit haben, Mängel zu beseitigen. Dafür muss dem Verkäufer eine angemessene Frist eingeräumt werden. Wie lange diese Frist ist, hängt vom Einzelfall ab. Ein Rücktritt soll grundsätzlich nur das letzte Mittel sein. Wichtig hierbei zu beachten: "Sowohl für den Rücktritt als auch den Anspruch auf Nacherfüllung gilt eine Verjährungsfrist von zwei Jahren ab Übergabe des Fahrzeuges."

Bevor ein Rücktritt überhaupt in Betracht kommt, muss klar sein, dass ein Sachmangel im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) vorliegt. In diesem Fall kommt es also unter Umständen auch darauf an, ob im Vertrag eine ausdrückliche Vereinbarung getroffen oder ob ausdrücklich mit den Abgaswerten geworben wurde. "Sollte dies nicht der Fall sein und die Betriebserlaubnis bestehen bleiben, dürfte kein Mangel bestehen." Anders kann es aber sein, wenn erhöhte Abgaswerte dazu führen, dass das Fahrzeug gegebenenfalls in Umweltzonen nicht mehr genutzt werden kann. Auch wenn die Betriebserlaubnis erlöschen sollte, dürfte dies einen Sachmangel darstellen.

Um welche Schadstoffe geht es überhaupt genau?

VW räumt ein, Diesel-Autos mit einer Software so manipuliert zu haben, dass sie bei Tests durch US-Behörden deutlich weniger Stickoxide ausstießen als auf der Straße. Stickoxide sind Schadstoffe, die zusammen mit flüchtigen Kohlenwasserstoffen für die sommerliche Ozonbildung verantwortlich sind und zur Feinstaub-Belastung beitragen. Sie greifen die Schleimhäute an und können so zu Atemwegserkrankungen führen. Fakt ist: Behörden wie dem Umweltbundesamt ist seit vielen Jahren bekannt, dass die Messdaten für diese Schadstoffe nicht realistisch sind. Um das starke Treibhausgas CO2, das für den Klimawandel mitverantwortlich gemacht wird, geht es beim aktuellen Skandal nicht.

Wie kann es sein, dass es schon so lange Hinweise auf Ungereimtheiten bei den Stickoxid-Messdaten gibt?

Bei den Tests auf dem Prüfstand können viele Faktoren wie der Einfluss des Fahrers oder das Lenkverhalten gar nicht berücksichtigt werden, erklärt Mönch. Die Werte, die das Amt regelmäßig im Handbuch für Emissionsfaktoren veröffentlicht, werden daher schon seit den 1990er Jahren nicht einfach gemessen, sondern durch nachträgliche Berechnungen der Realität angenähert. Diese Daten liegen auch den Prognosen zur Luftqualität zugrunde. Der Emissionswert eines Diesel-Pkw der Abgasstufe Euro 6 liegt laut Mönch zum Beispiel im Durchschnitt um etwa ein Vierfaches höher als der im Test gemessene Ausstoß. Das grundsätzliche Problem ist also seit langem bekannt.

Der US-Grenzwert für Stickoxide ist für leichte Nutzfahrzeuge (das schließt normale Pkw ein) strenger als der EU-Wert, der auch für Deutschland maßgeblich ist. Die EU setzt derzeit eine Obergrenze von 80 Milligramm pro Kilometer. Der US-Wert von 70 Milligramm pro Meile ist strikter - eine Meile ist rund 1,6 Kilometer lang.

Wie kann das Vertrauen in die Grenzwerte wiederhergestellt werden?

Inzwischen ist eine mobile Messtechnik entwickelt, mit der die Stickoxid-Emissionen während der Fahrt direkt im Auto gemessen werden können (RDE/Real Driving Emissions). Und auf EU-Ebene wird an einem Gesetz gearbeitet, das die europaweit geltenden Grenzwerte auf Basis dieser Technik verbindlich neu festsetzen soll. "Wenn dieses Gesetzgebungsverfahren am Ende mit sehr anspruchsvollen Grenzwerten versehen wird, dann gehen wir davon aus, dass die Emissionen nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch auf den Straßen sinken", sagt UBA-Experte Mönch. Denn diese belasteten natürlich auch die Gesundheit der Bevölkerung. Auch der ADAC verspricht sich davon "ein gutes Bild": "Der Verbraucher kriegt mehr Orientierung an die Hand - und darum geht's."

Was wird in Zukunft getan?

Es könnte auch noch mehr getan werden. Das Umweltbundesamt spricht sich etwa dafür aus, bei den Kontrollen künftig einen anderen Schwerpunkt zu setzen und nicht nur Autos, die frisch aus dem Werk kommen, regelmäßig unter die Lupe zu nehmen. Mönch regt außerdem an, die neuen RDE-Werte auch zum Kriterium für die Umweltzonen-Plaketten zu machen. ADAC-Sprecher Buric hofft, dass der VW-Skandal einen positiven Nebeneffekt hat: "Vielleicht entwickeln die Verbraucher jetzt ein Bewusstsein dafür, dass neben CO2 auch Schadstoffe ein großes Thema sind. Es wäre beim Autokauf gut, das auch zu beachten."

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