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VW-Rückruf im Abgas-Skandal: 540.000 Autos müssen länger in Werkstatt

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VW-Rückruf im Abgas-Skandal  

Technische Änderungen bei 540.000 Autos

09.11.2015, 18:51 Uhr | dpa

VW-Rückruf im Abgas-Skandal: 540.000 Autos müssen länger in Werkstatt. Rückruf im Abgas-Skandal: Über 500.000 Autos brauchen mehr als ein Update. (Quelle: Reuters)

Rückruf im Abgas-Skandal: Über 500.000 Autos brauchen mehr als ein Update. (Quelle: Reuters)

Erste Klarheiten im Abgas-Skandal: In Deutschland sind wohl bei 540.000 Diesel-Fahrzeugen größere technische Änderungen als ein Austausch der manipulierten Software nötig.

Davon sei nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) derzeit auszugehen, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Die Rahmenbedingungen für diese Hardware-Änderungen sollen den betroffenen Wagenhaltern von Volkswagen mitgeteilt werden.

VW-Rückruf im Abgas-Skandal

Hintergrund ist der vom KBA angeordnete verbindliche Rückruf für insgesamt 2,4 Millionen Fahrzeuge, der Anfang 2016 beginnen soll. Dabei geht es um verschiedene Modelle.

Nach dpa-Informationen sind europaweit rund drei Millionen Fahrzeuge mit dem betroffenen 1,6-Liter-Diesel unterwegs. Die größere Variante mit 2,0 Litern Hubraum kommt auf etwa 4,6 Millionen Fahrzeuge, 340.000 haben den kleinen Motor mit 1,2 Litern. Zusätzlich zu diesen insgesamt rund acht Millionen Wagen mit Euro-5-Norm ruft VW freiwillig 500.000 Diesel zurück, die nur Euro 3 und Euro 4 erfüllen.

Beim Zwei-Liter-TDI reicht ein Update 

VW hatte bereits mitgeteilt, dass für Autos mit 2,0 Litern Hubraum reine Software-Lösungen reichen sollen. Bei anderen Modellen sind darüber hinaus Anpassungen in der Motortechnik nötig, also Eingriffe nicht nur über die Programmierung.

Komplizierter VW-Rückruf

Rund 2,4 Millionen Diesel-Fahrzeuge muss VW wegen des Abgas-Skandals in die Werkstätten bitten. Aufgrund der hohen Anzahl von verschiedenen Modellen, Motoren und Getriebevarianten sowie individueller Auslegungen muss VW für die Nachbesserung der manipulierten Dieselfahrzeuge bis zu zehntausend verschiedene Lösungen ausarbeiten. 

Demnach ergibt sich die enorme Anzahl der Tausenden individuellen Lösungen aus der Zahl der betroffenen Motorvarianten.

Viele Faktoren machen den Rückruf schwierig

Sie unterscheiden sich nämlich nicht nur in den Hubräumen (2,0 sowie 1,6 und 1,2 Liter), sondern zum Beispiel auch in ihrer Auslegung auf verschiedene Getriebe (Automatik, 5- oder 6-Gang), unterschiedliche Marken (VW, Seat, Skoda oder Audi, unterschiedliche Modelljahre oder auf die unterschiedlichen Zielmärkte weltweit.

Lokale Anpassungen an die Märkte

So liege die Verästelung der Variantenzahl unter den insgesamt elf Millionen betroffenen Dieseln zum Beispiel auch daran, dass teilweise für einige Märkte spezielle Anpassungen der Leistung erfolgen, um mit den Motoren den örtlichen Gegebenheiten der Besteuerung Rechnung zu tragen - etwa bei PS-Obergrenzen.

Der Konzern hatte Mitte Oktober erklärt, "mit Hochdruck" an den technischen Lösungen zu arbeiten. Ab Januar 2016 soll laut Plan mit den Nachbesserungen begonnen werden.

Viel Arbeit für die Werkstätten

Nach Konzernangaben gibt es bundesweit 2173 Volkswagen-Partner, deren Werkstätten für den Rückruf autorisiert sind.

VW-Rückruf: 1100 Autos pro Werkstatt

Damit ergeben sich mit den 2,4 Millionen zurückgerufenen Dieseln rechnerisch 1100 Fahrzeuge pro Werkstatt. Branchen-Insider gehen von durchschnittlich mindestens 90 Minuten Arbeitszeit pro betroffenem Wagen aus, worin neben der eigentlichen Nachbesserung auch die Zeit für Formulare und Dokumentation steckt.

Eintauschen statt Reparieren?

Aufgrund dieser Tatsache überlegt VW wohl als Alternative zur Nachbesserung eine Art Eintauschprämien . 

Rückruf wird Monate dauern

Damit ergeben sich gut 200 Arbeitstage extra für eine Kfz-Arbeitskraft - wenn diese sich ausschließlich mit dem Rückruf beschäftigte. Je nach Personalschlüssel und räumlichen Werkstattkapazitäten bräuchte also jeder VW-Servicepartner etliche Wochen für die Aktion.

"Die muss aber neben dem ganz normalen Tagesgeschäft gewuppt werden", gibt ein Experte zu bedenken. Damit sind lange Wartezeiten absehbar.

Servicebetriebe nicht für VW zuständig

Neben den knapp 2200 VW-Partnern gibt es zwar noch eine kleinere, nicht näher bekannte Zahl von autorisierten Servicebetrieben. Diese decken nur die ebenfalls vom Rückruf betroffenen VW-Schwestermarken Audi, Seat, Skoda und VW-Nutzfahrzeuge ab, nicht aber gleichzeitig auch die Kernmarke VW-Pkw. Diese Zahl dürfte aber zu vernachlässigen sein. Die freien Kfz-Werkstätten dringen bereits auf eine Teilnahme am Rückruf.

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