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Nach VW-Skandal: EU beschließt realistischere Abgas-Tests

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Emissionen im Fahrbetrieb messen  

EU beschließt realistischere Abgas-Tests

29.10.2015, 10:36 Uhr | dpa

Nach VW-Skandal: EU beschließt realistischere Abgas-Tests. Kommen schärfere Abgasuntersuchungen?  (Quelle: dpa)

Kommen schärfere Abgasuntersuchungen? (Quelle: dpa)

Die EU beschließt schärfere Abgas-Tests. Die deutschen Autohersteller nennen die vereinbarte Werte "sehr ambitioniert", für die Grünen dagegen werden die europäischen Autohersteller "für Dreistigkeit belohnt" und Greenpeace sieht eine Gesundheitsgefährdung.

Nach der Volkswagen-Affäre haben die EU-Staaten die Rahmenbedingungen für neue Abgastests von Dieselfahrzeugen ab dem Jahr 2017 beschlossen.

Neue Abgastests mit Schlupflöchern

Sie sehen vor, dass der Stickoxid-Ausstoß bei den künftigen Tests auf der Straße dauerhaft um die Hälfte über den im Labor gemessenen Werten liegen darf, wie die EU-Kommission mitteilte. In einer Übergangsphase kann die Abweichung mehr als das Doppelte betragen. Umweltschützer reagierten empört.

Schadstoffe werden im Fahrbetrieb gemessen

Der Volkswagen-Konzern hatte die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen durch eine Software manipuliert, die bei den bisher üblichen Labortests zu einem niedrigeren Schadstoffausstoß führte als im Normalbetrieb. Die neuen Tests (Real Driving Emissions - RDE) sollen weniger anfällig für solche Tricks sein, da sie auf der Straße unter realistischen Fahrbedingungen stattfinden.

Neue EU-Abgastests ab 2017

Ein technischer Ausschuss der Mitgliedstaaten entschied nun, dass die Straßentests für neue Fahrzeugtypen ab dem 1. September 2017 verpflichtend sind und für alle neu zugelassenen Fahrzeuge ab dem 1. September 2019. Dann darf der gemessene Stickoxid-Ausstoß aber noch um das 2,1-fache über dem Laborwert liegen.

Die Übergangsphase endet dann am 1. Januar 2020 für neue Fahrzeugtypen und am 1. Januar 2021 bei allen neu zugelassenen Autos. Danach dürfen die Überschreitungen auf der Straße das 1,5-Fache betragen - Diplomaten zufolge gilt dies "dauerhaft".

EU-Vorschlag aufgeweicht

Ein Vorschlag der EU-Kommission hatte weniger starke Abweichungen zwischen Labor- und Straßentests vorgesehen, die laut Umweltschützern für die Übergangsphase einen Faktor 1,6 und danach von 1,185 vorsahen. Nach der Euro-6-Norm darf der Stickoxid-Ausstoß maximal 80 Milligramm pro Kilometer betragen. Mit den nun verabschiedeten Werten kann der Ausstoß unter realen Fahrbedingungen in der Übergangsphase bis 2020 bis zu 168 Milligramm betragen und danach bis zu 120 Milligramm.

EU-Kommission ist zufrieden

EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska erklärte, mit dem Beschluss sei die EU "die erste und einzige Region in der Welt, die diese robusten Testmethoden einführt". Ihrer Behörde zufolge betragen die Abweichungen zwischen Labormessungen und tatsächlichem Ausstoß auf der Straße heute noch das Vierfache.

Autohersteller vor großen Aufgaben

Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) nannte die vereinbarten Werte auch "sehr ambitioniert". Sie stellten Autobauer und Zulieferer "vor große technische und wirtschaftliche Herausforderungen", erklärte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Das geplante Einführungsdatum für die RDE-Tests ab 2017 unterstütze die Branche.

Grüne wettern gegen die Bundesregierung

Die Vorsitzende der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms, kritisierte eine "zynische Entscheidung" der Mitgliedstaaten. "Allen voran die deutsche Bundesregierung hat offenbar nichts aus dem Abgas-Skandal von Volkswagen gelernt", erklärte sie. "Europäische Automobilhersteller werden für ihre Dreistigkeit belohnt, keine Anstrengungen zu unternehmen, die europäischen Regeln einzuhalten und ihre Fahrzeuge zu verbessern." Der niederländische Liberale Gerben-Jan Gerbrandy sprach von einer "verachtenswerten" Entscheidung und "schrecklichen Nachrichten für unsere Umwelt und das Vertrauen der Verbraucher in Europas Automarken".

Greenpeace sieht Gesundheit gefährdet

Greenpeace kritisierte, die Entscheidung schädige nicht nur die Umwelt, sondern gefährde auch die Gesundheit der europäischen Bürger. "Politiker schmeicheln sich weiter bei Lobbyisten ein, die klar für Herzinfarkte, Asthma und unumkehrbare Schäden am Klima verantwortlich sind", erklärte der Energieexperte der Organisation, Jiri Jerabek. Er verwies darauf, dass das EU-Parlament "den Deal noch immer zurückweisen kann". Dafür liegen die Hürden allerdings hoch.

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