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Handy am Steuer: Mobiltelefon vervierfacht Unfallrisiko

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Neue Studienergebnisse  

Handy am Steuer vervierfacht die Unfallgefahr

24.02.2016, 12:07 Uhr | dpa

Handy am Steuer: Mobiltelefon vervierfacht Unfallrisiko. Weil der Fahrer dabei den Blick oft von der Straße abwendet, ist das Hantieren mit dem Telefon riskant. (Quelle: imago/Sven Simon)

Weil der Fahrer dabei den Blick oft von der Straße abwendet, ist das Hantieren mit dem Telefon riskant. (Quelle: Sven Simon/imago)

Handys am Steuer erhöhen das Risiko von Unfällen erheblich. Der Verdacht besteht schon lange, nicht umsonst steht das Hantieren mit dem Mobiltelefon während der Fahrt unter Strafe. Eine aufwändige US-Studie bestätigt diese Vermutungen nun.

Demnach steigern die Suche nach dem Gerät, das Telefonieren und insbesondere das Lesen und Texten das Unfallrisiko um insgesamt fast das Vierfache. Dies gebe vor allem deshalb Anlass zu Sorge, weil sich Autofahrer mehr als sechs Prozent der Fahrzeit mit solchen Geräten beschäftigten, schreiben die Forscher in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS).

Das Phänomen könne auch die seit kurzem steigende Zahlen der Verkehrstoten in Deutschland erklären, sagt ein deutscher Experte.

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Fahrfehler steigerten die Unfallgefahr zwar mit Abstand am meisten, passierten aber vergleichsweise selten: So erhöhte etwa Missachten der Vorfahrt die Unfallgefahr um den Faktor 936, kam aber nur in 0,01 Prozent der Fahrzeit vor. Sichtbar starke Emotionen wie Wut oder Weinen steigerten die Wahrscheinlichkeit etwa um das Zehnfache und traten in 0,22 Prozent der Fahrzeit auf.

Fahrer sind mehr als die Hälfte der Zeit abgelenkt

In insgesamt 52 Prozent der Zeit am Steuer waren die Fahrer abgelenkt - auch durch Mitfahrer. Ablenkungen trugen zu gut 68 Prozent der Unfälle bei. "Wenn Fahrer sich für ablenkende Aktivitäten entscheiden, gehen sie mehr als die Hälfte der Fahrzeit ein verdoppeltes Unfallrisiko ein", berechnen die Autoren. Ohne Ablenkung könnten vier Millionen der jährlich fast elf Millionen Unfälle in den USA vermieden werden.

Besonders gefährlich sind demnach jene Ablenkungen, bei denen ein Fahrer den Blick von der Straße weg richtet. Der Griff zum Handy steigerte die Unfallgefahr etwa um das Fünffache, das Lesen und Schreiben von Botschaften sogar um das Zehnfache. Insgesamt erhöhte das Hantieren mit einem Handy die Wahrscheinlichkeit um den Faktor 3,6.

"Das ist zwar nicht das höchste Risiko, aber die Häufigkeit von 6,4 Prozent der Fahrzeit gibt Anlass zu besonderer Sorge," schreiben die Autoren der Studie. Handys seien vermutlich jener Einzelfaktor, der US-Verkehrsunfälle in den vergangenen Jahren am stärksten habe steigen lassen.

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Forscher: Daten auch auf Deutschland übertragbar

Die Studie, die statt Simulationen am Computer erstmals reelle Daten vom Autofahren auswerte, liefere einen umfassenden Überblick, wie auf US-Straßen gefahren werde, sagt Prof. Lars Hannawald, Geschäftsführer der Verkehrsunfallforschung (VUFO) an der Technischen Universität Dresden. "Anders kann man das kaum rausfinden."

Trotz Unterschieden zwischen den USA und Deutschland seien die Daten für viele Fragestellungen übertragbar - insbesondere auch zum Risiko durch Handy-Gebrauch.

Kinder gut für Verkehrssicherheit

"Nach langem stetigem Rückgang steigt die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland seit Kurzem wieder an", sagt Hannawald. Eine der vermuteten Ursachen sei das Hantieren mit Mobiltelefonen. "Wenn man sich im Straßenverkehr umschaut, sieht man, dass das wahnsinnig oft passiert. Wir können den Zusammenhang zwar aktuell nicht beweisen, aber diesem Anhaltspunkt müssen wir unbedingt nachgehen."

Allerdings steigerte in der Studie nicht jede Ablenkung das Unfallrisiko: Wenn fahrende Eltern sich mit ihren Kindern auf der Rückbank beschäftigen, sank die Gefahr etwa um die Hälfte. Das überrascht Hannawald nicht: "Eltern fahren mit Kindern deutlich defensiver und vorsichtiger. Kinder im Auto sind somit gut für die Verkehrssicherheit."

In Deutschland wurde der bisherige Tiefststand an Verkehrstoten im Jahr 2013 mit 3339 erreicht. 2014 starben 3377 Menschen im Straßenverkehr, für 2015 deuten vorläufige Zahlen auf eine weitere Zunahme hin.

Handy-Studie: Mehr als 3500 Fahrer unter Dauerbeobachtung

Die Studie der Verkehrsforscher um Thomas Dingus vom Virginia Tech Transportation Institute (VTTI) in Blacksburg beruht auf einer bislang beispiellosen Datenbasis. Das Team stattete Tausende Autos mit Kameras, Sensoren und Radar aus, die Daten des Fahrzeugs ebenso aufzeichneten wie das Verhalten der Fahrer.

Die mehr als 3500 Fahrer im Alter von 16 bis 98 Jahren verursachten im Zeitraum von drei Jahren 905 größere Unfälle mit Personen- oder Sachschaden. Knapp 88 Prozent davon gingen auf menschliches Versagen zurück.

Die Forscher unterschieden bei den Unfällen drei Gruppen:

  •  Beeinträchtigungen der Fahrtüchtigkeit etwa durch Müdigkeit, Alkohol, Drogen oder sichtbare Emotionen wie Wut oder Trauer
  • Fahrfehler wie Missachten der Vorfahrt, plötzliches Bremsen oder beim Abbiegen keinen Blinker setzen
  • Ablenkung etwa durch Mitfahrer, Essen, Schminken oder Handys.

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