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ADAC-Reformpläne: Ex-Präsident Meyer dagegen

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Meyer gegen Markl  

Es gibt Widerstand gegen ADAC-Reformpläne

14.03.2016, 16:15 Uhr | dpa, dpa-AFX

ADAC-Reformpläne: Ex-Präsident Meyer dagegen. Es knirscht wieder beim ADAC. (Quelle: dpa)

Es knirscht wieder beim ADAC. (Quelle: dpa)

Lange war es ruhig um den ADAC: Nach zwei Jahren intensiver Arbeit, die Scherben des Skandals um den "Gelben Engel" beiseite zu räumen, wollen Präsidium und Verwaltungsrat des Automobilclubs im Mai von den Delegierten auf der Hauptversammlung die Zustimmung für eine Reform des Autoclubs einholen. Doch nun formiert sich Widerstand - ausgerechnet vom Ex-Präsidenten.

Mit dem Vorstoß des früheren Präsidenten und amtierenden Vorsitzenden des Regionalclubs Nordrhein, Peter Meyer, hat die Vergangenheit den ADAC wieder eingeholt.

Meyer stellt das Reformwerk auf Basis eines Rechtsgutachtens infrage, und löste am Montag dem Vernehmen nach in der Münchner Zentrale des Automobilclubs Unverständnis und Empörung aus. Dass die Pläne dadurch ernsthaft ins Wanken geraten, glaubt man hier zwar offiziell nicht. Ein unangenehmes Störfeuer für den amtierenden Präsidenten August Markl dürfte der Vorstoß aber allemal sein.

ADAC: Markl will weiter aufräumen

Seit dem Skandal um Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" vor zwei Jahren treibt Markl die Aufräumarbeiten bei dem Club mit seinen mehr als 19 Millionen Mitgliedern voran. Herzstück der Neuordnung ist die neue sogenannte Drei-Säulen-Struktur, also die Aufsplittung des ADAC in den Verein, in eine Aktiengesellschaft und eine gemeinnützige Stiftung.

ADAC soll Verein bleiben können

Oberstes Ziel dabei: Der Erhalt des steuersparenden Vereinsstatus des Automobilclubs, den das Amtsgericht München seit vielen Monaten unter die Lupe nimmt. Wann genau das Gericht darüber entscheidet, ist noch offen.

Ein Nein der Richter jedenfalls hätte dramatische Folgen für die Mitgliederorganisation, zeigt man sich in München überzeugt. Denn dann drohe auch "das Aus für ehrenamtliches Engagement von vielen zehntausend ADAC-Mitgliedern in ganz Deutschland". Die Mahnung, dem Vorstoß Meyers nicht zu folgen, dürfte auch an andere Regionalclubs gerichtet sein.

Meyer ging - und blieb

Peter Meyer hatte im Zuge des Skandals 2014 seinen Hut genommen, den Vorsitz des größten ADAC-Regionalclubs Nordrhein aber behalten. Spekulationen, dass es ihm auch um persönlichen Einfluss gehen könnte, werden in seinem Umfeld zurückgewiesen. Der Ex-Präsident selbst verteidigt sein Vorgehen: "Der Vorstand und der Vorstandsrat des ADAC Nordrhein sind zu der Entscheidung gelangt, eine Zweitmeinung zum Drei-Säulen-Modell einzuholen, weil es Zweifel gibt, ob dieses Modell mit allen Konsequenzen durchdacht ist und als bestes Konzept für eine tragfähige Zukunft des ADAC angesehen werden kann", erklärt er in einer Stellungnahme. "Mit dem "Drei-Säulen-Modell" in der geplanten Form würde der ADAC e.V. jeglichen Einfluss auf die ADAC Stiftung und die wirtschaftlichen Aktivitäten verlieren."

ADAC sieht sich auf gutem Weg

Für die Münchner Zentrale dagegen führt an dem Modell weiter kein Weg vorbei. Juristisch sieht sich der ADAC auch nach dem Vorstoß Meyers gut gerüstet - schließlich hätten Präsidium und Verwaltungsrat bereits Ende 2015 ohne Gegenstimme grünes Licht für die neue Struktur gegeben und auch die Entscheidung, die Pläne den Delegierten zum clubpolitischen Votum vorzulegen, einstimmig getroffen.

Wie entscheiden die Regionalclubs?

Ob sich bis dahin andere Regionalclubs mit Nordrhein gegen Markl verbünden, ist derweil nicht absehbar. Für grünes Licht für die Pläne würde eine einfache Mehrheit auf der Hauptversammlung reichen. Würde aus dem Gegenwind aber ein Sturm, wäre das zumindest eine Schlappe für Markl. Erst zum Jahresbeginn hatte er vom unabhängigen Beirat des ADAC ein gutes Zeugnis für die Neuordnung ausgestellt bekommen.

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