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ADAC: Hausinterner Streit um Neustrukturierung eskaliert

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Kurz vor der Hauptversammlung  

Hauskrach beim ADAC eskaliert

05.05.2016, 16:26 Uhr | Roland Losch, dpa

ADAC: Hausinterner Streit um Neustrukturierung eskaliert. Dunkle Wolken über der Hauptzentrale des größten Automobilclubs von Europa. (Quelle: imago / Sven Simon)

Dunkle Wolken über der Hauptzentrale des größten Automobilclubs von Europa. (Quelle: imago / Sven Simon)

Der neue ADAC-Präsident August Markl will den Autoclub neu strukturieren. Doch der von seinem Vorgänger geführte Regionalclub Nordrhein stellt sich quer. Kurz vor der entscheidenden Hauptversammlung am Wochenende fliegen gewaltig die Fetzen. 

Mit einem neuen Rechtsgutachten versucht der ADAC-Regionalclub Nordrhein die Neuausrichtung noch zu stoppen und droht der ADAC-Spitze in München mit einer Klage wegen "Verschwendung von Vereinsvermögen".

Die ADAC-Zentrale wirft ihrerseits dem Regionalclub vereinsschädigendes Verhalten vor und droht im Gegenzug ebenfalls mit rechtlichen Schritten.

Reform soll Vereinsstatus des ADAC sichern

ADAC-Präsident August Markl will Deutschlands größten Verein nach der Krise 2014 transparenter aufstellen und strikt vom ADAC-Konzern trennen, der mit Versicherungen, Autovermietung und anderen Geschäften eine Milliarde Umsatz macht. Zudem soll ein Viertel der Konzern-Aktien an eine neue ADAC-Stiftung übergeben werden, die sich um die Luftrettung kümmert.

Mit dieser Reform will Markl den Vereinsstatus sichern, der beim Amtsgericht München immer noch auf dem Prüfstand steht. Auf der ADAC-Hauptversammlung am Samstag in Lübeck steht die Reform zur Abstimmung.

"Zugriff auf Vermögenswerte im hohen dreistelligen Millionenbereich"

Der von Markls Vorgänger Peter Meyer geleitete ADAC Nordrhein macht dagegen Front und legte am Mittwoch ein Gutachten des Direktors des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht, Professor Holger Fleischer, vor. Danach ist die Reform unnötig.

Mit der Aufteilung verliere der Verein "den Zugriff auf Vermögenswerte im hohen dreistelligen Millionenbereich". Die verantwortlichen ADAC-Vorstände könnten wegen "Verschwendung von Vereinsvermögen" belangt werden. Außerdem könne die Reform in Lübeck nur mit einer Drei-Viertel-Mehrheit beschlossen werden.

Trennung des Vereins von wirtschaftlichen Interessen

Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hatte dagegen betont, die "Trennung des eingetragenen Vereins von den wirtschaftlichen Aktivitäten ist nötig, um den Vereinsstatus zu bewahren".

ADAC-Sprecher Christian Garrels sagte am Rande einer ADAC-Präsidiumssitzung am Mittwoch in Lübeck, das jetzt präsentierte Gutachten "geht von falschen Annahmen aus" und "ist in der Sache komplett falsch". Dem ADAC Nordrhein warf er massiv vereinsschädigendes Verhalten vor. Der ADAC e.V. behalte sich vereinsinterne und rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen vor.

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