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Gurt-Verzicht ist riskanter als rasen

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Kommentar  

Gurt-Verzicht ist riskanter als rasen

28.03.2008, 11:36 Uhr | Holger Holzer, mid

Anschnallen ist lebenswichtig (Foto: dpa)Anschnallen ist lebenswichtig (Foto: dpa) Gurtmuffel leben gefährlicher als Autobahnraser. Eine höhere Anschnallquote würde die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland deutlich stärker sinken lassen als etwa ein Tempolimit auf der Autobahn. Statt hitzig neue Regeln zu diskutieren, heißt es zunächst, auf die Einhaltung der altbekannten zu achten.#

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Jeder vierte Verkehrstote könnte noch leben

Einer von 20 erwachsenen Pkw-Insassen verzichtet auf den Einsatz des Sicherheitsgurtes, wie nun eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen ergeben hat. Dabei ist das Fahren ohne Gurt riskant: Jeder vierte Verkehrstote könnte nach Meinung von Unfallexperten noch leben, wäre er nicht zu faul, zu eitel oder zu leichtsinnig gewesen, sich anzuschnallen. Bei jährlich rund 5000 Straßenverkehrstoten in Deutschland wären das 1250 Opfer weniger.

Der Airbag allein hilft nicht

Eine gesetzliche Anschnallpflicht für alle Pkw-Insassen gibt es bereits seit 1984. Zwischenzeitlich hat sich auch nahezu die gesamte autofahrende Bevölkerung daran gehalten, doch in den letzten Jahren geht die Zahl der Gurtnutzer wieder zurück. Möglicherweise suggerieren Airbags, Bremsassistenten und hochfeste Karosserien in dieser Hinsicht eine falsche Sicherheit. Bereits ein Aufprall bei 50 km/h ohne Anschnallgurt entspricht einem Sturz aus zehn Metern Höhe. Dabei würde auch niemand einem gerade einmal kopfkissengroßen Luftsäcke sein Leben anvertrauen.

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Gurtwarner wichtiger als Tempolimits

Die hohen Geschwindigkeiten auf deutschen Autobahn machen Tempolimit-Befürworter für 200 Verkehrstote im Jahr verantwortlich. Auch das sind 200 Opfer zu viel. Aber wer die Zahl der Toten wirklich reduzieren will, muss woanders ansetzen. Etwa bei mehr Aufklärung über die Risiken des Gurtverzichts, einer generellen Gurt-Piepser-Pflicht auf allen Plätzen für Neuwagen oder höheren Bußgeldern. Zurzeit sind 30 Euro fällig, so viel wie für eine Tempoüberschreitung um 16 km/h außerorts.

Ratgeber: Kennen Sie die wichtigsten Regeln auf der Autobahn?

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