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Deutschem Raser drohen mehrere Monate Gefängnis in der Schweiz

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Mit 215 statt 120 km/h unterwegs  

Deutschem Raser droht Knast in der Schweiz

05.08.2014, 14:06 Uhr | Thomas Burmeister, dpa

Deutschem Raser drohen mehrere Monate Gefängnis in der Schweiz. Der in der Schweiz ertappte Raser aus Deutschland muss möglicherweise eine Gefängnisstrafe antreten (Quelle: dpa)

Der in der Schweiz ertappte Raser aus Deutschland muss möglicherweise eine Gefängnisstrafe antreten (Quelle: dpa)

Einem Raser aus Deutschland droht in der Schweiz nach der Beschlagnahme seines Autos nun auch noch Gefängnis. "Wir sind durch das Gesetz gezwungen, eine Haftstrafe zwischen einem und vier Jahren zu verlangen", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau, Elisabeth Strebel. Diese Anklage werde jetzt vorbereitet.

Der 59-jährige Deutsche war am Sonntag mit 215 Kilometern pro Stunde auf der A1 nahe der Ortschaft Spreitenbach im Kanton Aargau geblitzt und kurz darauf gestoppt worden. Maximal erlaubt ist auf eidgenössischen Autobahnen Tempo 120. Bei 80 Sachen und mehr über dem Limit werden Fahrer nach dem vor anderthalb Jahren deutlich verschärften Schweizer Verkehrsrecht Via Sicura" offiziell als "Raser" eingestuft und in aller Regel hart bestraft.

Gefängnisstrafe als Bewährung

Möglich sei aber, dass eine Gefängnisstrafe zur Bewährung ausgesetzt wird, erläuterte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dann werde sie in jedem Fall mit einer Geldbuße verbunden, die umgerechnet mehrere Tausend Euro betragen könne. Unabhängig davon wird das Fahrzeug des Rasers - in diesem Fall eine ältere Mercedes-Limousine - einbehalten und zugunsten der Staatskasse verkauft.

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Einen Preisnachlass für Vorbesitzer gibt es aber nicht. Obendrein wird der Mann wohl viel Geld in die Hand nehmen müssen, um die Anwalts- und Gerichtskosten des Prozesses begleichen zu können, der wahrscheinlich noch dieses Jahr beim Bezirksgericht in Baden (Kanton Aargau) über die Bühne geht.

Recht milde Strafen in Deutschland

Verglichen mit "Via Sicura" wirkt Deutschlands Verkehrsstrafenkatalog immer noch recht milde. Allerdings wäre bei einer Tempoüberschreitung außerorts von über 70 km/h auch in Deutschland eine verhältnismäßig hohe Strafe fällig. Dem Fahrer würden drei Monate Fahrverbot drohen, eine Geldbuße von 600 Euro sowie zwei Punkte in Flensburg. Eine Auto-Beschlagnahmung ist in Deutschland nur dann möglich, wenn der Verdacht auf eine Straftat besteht.

Bisher haben Schweizer Richter in ungefähr vergleichbaren Fällen Gefängnisstrafen zwischen 15 und 24 Monaten verhängt. Darunter auch einige wenige Deutsche, wobei alle diese Strafen zur Bewährung ausgesetzt wurden. Bei der Entscheidung berücksichtigt das Gericht den so genannten "automobilistischen Leumund". Wir erfragen bei deutschen Behörden, ob die betreffende Person bereits ein einschlägiges Vorstrafenregister hat", sagt Strebel. "Wenn ja, wirkt das auch hier strafverschärfend."

Teueres "Vergnügen" für Rául Bobadilla vom FC Augsburg

Entsprechende Erfahrungen musste im Mai der Fußballstar Rául Bobadilla vom FC Augsburg machen. Das Amtsgericht Dorneck-Thierstein verurteilte den Argentinier, weil er trotz eines Tempolimits von 50 Kilometern pro Stunde mit seinem Sportwagen 111 Sachen fuhr, zu 16 Monaten Haft auf Bewährung.

Den teuren Maserati des Stürmers zogen die Schweizer ein. Obendrein wurden Bobadilla für das Verfahren sowie ältere Geldbußen insgesamt rund rund 35.000 Euro in Rechnung gestellt. Bei der Urteilsfindung spielte eine Rolle, dass er zuvor in Deutschland und der Schweiz wegen verschiedener Verkehrsdelikte belangt worden war.

Schweizer wehren sich gegen Raser

Autobeschlagnahme und Gefängnishaft riskiert in der Schweiz seit Anfang 2013, wer in Tempo-30-Zonen mehr als 70, in Ortschaften mehr als 100, auf Landstraßen mehr als 140 und auf Autobahnen mehr als 200 Stundenkilometer fährt. Ausgedacht hat sich das nicht etwa eine schikanöse Obrigkeit. Vielmehr schloss sich die Regierung einer Volksinitiative unter dem Motto "Schutz vor Rasern" an, als sich dafür eine große Mehrheit abzeichnete.

Und so mancher Schweizer tritt schon mal das Gaspedal durch, sobald seine Grenze im Rückspiegel zu sehen ist. Dass deutsche Autobahnen bei den daheim "ausgebremsten" Eidgenossen beliebt sind, ist kein Geheimnis. Zudem besitzen die Schweizer die im Durchschnitt PS-stärksten Fahrzeuge.

Meist drücken sie jedoch nur auf den Abschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung auf die Tube. Jedenfalls werden Eidgenossen laut Behördenangaben im Grenzland Baden-Württemberg auch nicht häufiger geblitzt als Deutsche. Die meisten Schweizer kommen eher wegen der günstigeren Preise zum Einkaufen und Schlemmen nach Deutschland - und nicht wegen der geringeren Raserstrafen.

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