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Idiotentest: Was Sie über die MPU wissen sollten

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MPU  

Idiotentest: Was Sie über die MPU wissen sollten

17.11.2016, 10:28 Uhr | uc (CF)

Idiotentest: Was Sie über die MPU wissen sollten. Die psychologische Untersuchung stellt viele Prüflinge auf eine harte Probe. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die psychologische Untersuchung stellt viele Prüflinge auf eine harte Probe. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Rund 100.000 Menschen müssen pro Jahr zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung, der MPU. Was genau ist diese im Volksmund auch als Idiotentest bekannte Prüfung und für wen ist sie relevant?

Was ist ein Idiotentest?

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung, MPU, wird alltagssprachlich gern als Idiotentest bezeichnet und ist ein Verfahren, das von einer Behörde oder einem Gericht angeordnet wird. Dieses soll prüfen, ob der Führer eines Fahrzeugs weiterhin als geeignet gilt, am Straßenverkehr teilzunehmen. Geht es bei der üblichen Führerscheinprüfung um Wissen und Können, liegt hier die Sache anders: Bei der MPU wird Ihre charakterliche Eignung überprüft.

Die Untersuchung soll gewährleisten, dass bei Verkehrssündern individuell ein Urteil dahin gehend gefällt werden kann, ob der jeweilige Prüfling künftig eine erhöhte Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellt oder nicht. Sie stellt keine zusätzliche Strafmaßnahme dar.

Wer muss sich einer MPU unterziehen?

Die Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen weist in den vergangenen Jahren Alkoholmissbrauch als den wesentlichsten Grund auf, der zum sogenannten Idiotentest führt. Dies betrifft rund fünfzig Prozent der Menschen, die sich der Prüfung unterziehen müssen. Dahinter findet sich das Thema "Missbrauch von Drogen und Medikamenten", aufgrund dessen rund 20 Prozent zur MPU müssen. Weitere Anlässe wie körperliche Mängel oder sonstige Verkehrsauffälligkeiten wie zu viele Punkte in Flensburg bilden die restlichen rund 30 Prozent.

Alkohol als Grund für die MPU

Wenn Sie mit 1,6 Promille oder mehr hinter dem Steuer ertappt werden, kommen Zweifel Ihrer charakterlichen Eignung zum Führen eines Fahrzeugs auf und sie müssen zur MPU. Auch die Variante, dass Sie mit 1,6 Promille oder mehr auf Ihrem Fahrrad unterwegs sind, fällt nicht anders aus: Hier müssen Sie ebenfalls zum Idiotentest. Das gilt auch, wenn Sie keinen Führerschein besitzen. Sollte es nicht das erste Mal sein, dass Sie unter Alkoholeinfluss beim Führen eines Fahrzeugs im Straßenverkehr ertappt wurden, sinkt der genannte Schwellwert deutlich: Wurden Sie schon des Öfteren erwischt, könnten schon 0,5 Promille Alkohol im Blut reichen, um Ihnen eine MPU abzuverlangen.

Drogen als Grund für die MPU

Wenn Sie als Fahrer Auffälligkeiten im Straßenverkehr zeigen, bei Ihnen aber kein Alkohol festgestellt wird, greift die Polizei inzwischen vermehrt zu einem Drogenwischtest. Über diesen lassen sich der Missbrauch von Cannabis, Ecstasy, Kokain, Heroin und weiteren Drogen nachweisen. Das gilt auch, wenn Sie nur minimale Mengen zu sich genommen haben, denn auch diese werden über den Test umgehend angezeigt. Bei den genannten illegalen Drogen gibt es keine rechtsverbindlichen Grenzwerte, unter denen Sie noch fahren dürfen. Deshalb müssen Sie bei einem Nachweis von Drogenmissbrauch aller Wahrscheinlichkeit nach zum Idiotentest.

Punkte als Grund für die MPU

Das neue Flensburger Punktesystem gilt seit dem 1. Mai 2014. Die Maßnahmen und zugehörigen Regelungen sind härter geworden. So müssen Sie inzwischen punktebedingt viel schneller den Führerschein abgeben als früher. Brauchte es einst 18 Punkte, bis der Führerschein weg war, sind es nun acht Punkte. Die Führerscheinstelle oder das Gericht haben nach dem punktbedingten Führerscheinverlust grundsätzlich das Recht, eine MPU von Ihnen zu verlangen.

Wie verläuft die MPU?

Die alltagssprachliche Bezeichnung Idiotentest führt in die Irre: Bei der MPU geht es nicht um Aufgaben wie bei einem einfachen Intelligenztest. Es ist die charakterliche Eignung, die neben einigen Leistungsdaten bei dem Test überprüft werden soll. Folgender Verlauf ist dabei typisch:

  1. Bei der Anmeldung wird Ihnen genau erklärt, wie das weitere Prozedere aussieht. Ihre Personalien werden eingesehen, Zahlungsvorgänge gecheckt und Sie erhalten ein Merkblatt mit Informationen, wie die weitere Untersuchung ablaufen wird.
  2. Anschließend erhalten Sie zwei bis drei Fragebögen: einen zum Lebenslauf, einen zu Gesundheit und Erkrankungen und einen zu Ihrem Untersuchungsanlass, wie dem Missbrauch von Alkohol oder Drogen.
  3. Danach folgt ein Leistungstest an einem Computertestgerät, an dem Ihre Leistungsfähigkeit in für den Führerschein relevanten Bereichen geprüft wird. Diese sind aufgeteilt in die Abschnitte Wahrnehmung, Konzentration und Reaktion. Beim Reaktionstest beispielsweise müssen Sie auf akustische und visuelle Signale reagieren, indem Sie Pedale und Tasten oder nur eines von beiden drücken. Die Geschwindigkeit der Signalfolgen variiert dabei.
  4. Nächster Schritt ist die medizinische Untersuchung. Hier werden körperliche Voraussetzungen wie Herz oder Kreislauf, neurologische Aspekte wie Nerven oder Reflexe und je nach Anlass alkohol- und drogenspezifische Werte untersucht.
  5. Die nächste und besonders wichtige Station ist das psychologische Gespräch. Fast die Hälfte aller Verkehrssünder, die im Jahr zu MPU müssen, scheitert hier. Das Gespräch dauert rund eine Dreiviertelstunde. Sie haben die Gelegenheit, die Verkehrsdelikte ausführlich aus Ihrer Sicht zu schildern und Ihre Erfahrungen, Veränderungen sowie Vorsätze für Ihr zukünftiges Verhalten nachzuzeichnen. Am Ende muss der Psychologe genügend positive Unterschiede zwischen früher und heute feststellen, nur dann wird er eine positive Beurteilung abgeben.
  6. Rund zehn Tage nach dem Begutachtungstermin wird Ihnen das schriftliche Gutachten zugesandt. Hier können Sie die einzelnen Untersuchungsergebnisse und die abschließende Beurteilung nachlesen.

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