Gefahr beim Überholen

Wann Sie beim Kolonnenspringen haften

30.10.2017, 10:00 Uhr | dpa-tmn

Arbeitet man sich bei einer Autokolonne vor und es kommt zum Unfall, trägt man die Mithaftung.

Wer sich in einer Fahrzeugkolonne durch Überholen weiter "vorarbeitet", gilt in der Rechtsprechung im Einzelfall nicht als Idealfahrer. Zwar sei Kolonnenspringen kein Verstoß, gehe aber mit einer Gefährdung einher.

Kommt es zu einem Unfall, muss man unter Umständen mithaften. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts München hervor, auf das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

Im verhandelten Fall arbeitete sich ein Autofahrer vom Ende einer Kolonne durch Kolonnenspringen nach vorne. Auf Höhe der zweiten Fahrerin scherte diese aus, und es kam zum Unfall. Der Mann verlangte Schadenersatz von der Frau.

Den sagte ihm das Gericht auch zu. Denn überwiegend sei die Frau für den Unfall verantwortlich. Sie hätte vorher sicherstellen müssen, dass sie durch ihr Überholen den rückwärtigen Verkehr nicht gefährdet. Doch auch wenn es kein Verstoß sei, eine Kolonne zu überholen, sei eben mit diesem Kolonnenspringen eine Gefahr verbunden, die ein Idealfahrer nicht eingehe. Daher hafte der Mann zu einem Anteil von 20 Prozent.

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