Blitzatlas 2017

Radarfallen: Erhöhte Sicherheit oder Abzocke?

09.11.2017, 13:52 Uhr | Max Friedhoff/SP-X

Speziell auf die vier Großstädte Berlin, München, Köln und Hamburg geht der Blitzatlas 2017 ein.

Blitzer sollen die Sicherheit auf den Straßen erhöhen. Hohe Unfallraten werden häufig als Grund für die Geschwindigkeitskontrollen angeführt. Doch der Blitzatlas 2017 zeigt: Geblitzt wird nicht immer da, wo die meisten Unfälle passieren.

Exakt 56.326 Geschwindigkeitskontrollen haben die Nutzer der Smartphone-App "Blitzer.de" für den Zeitraum vom 1. Januar bis 17. Oktober 2017 registriert. Aus dieser Zahl hat der Verein "Mobil in Deutschland e.V." nun den Blitzatlas 2017 erstellt und dabei untersucht, ob die Radarfallen zur Verkehrssicherheit beitragen oder vermehrt eher für wirtschaftliche Interessen eingesetzt werden.

München top, Berlin flop

Speziell auf die vier Großstädte Berlin, München, Köln und Hamburg geht die Untersuchung ein. Dabei wurden die meisten Blitzer (23.269) in der Bundeshauptstadt und die wenigsten in der bayrischen Metropole (3491) verzeichnet. Allerdings überschneiden sich die Hauptunfallstraßen in Berlin nur an einer Top-Ten-Position mit jenen, in denen am meisten geblitzt werde.

Anders in München und Köln: Hier attestiert der Verein den Kontrollorganen ein Messen der Geschwindigkeiten an überdurchschnittlich vielen Unfallschwerpunkten und damit im Namen der Sicherheit.

So kommt der Blitzatlas mit einem gemischten Urteil: Zwar gäbe es Städte, die sicherheitsrelevant kontrollieren würden, viele – vor allem stationäre – Blitzer scheinen aber auch vor allem aus wirtschaftlichen Gründen aufgestellt worden zu sein.

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