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Unfallgefahr beim Autofahren: Versicherer fordern Fahrtests für Ältere

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Wegen hoher Unfallgefahr  

Versicherungen fordern Fahrtests für Ältere

04.04.2018, 19:25 Uhr | Anne-Sophie Galli, dpa

Unfallgefahr beim Autofahren: Versicherer fordern Fahrtests für Ältere. Senioren am Steuer: Oft verursachen sie Unfälle, weil sie zu sehr nach Gefühl fahren, die Vorfahrt missachten, falsch abbiegen oder Abstände nicht richtig einschätzen. (Quelle: Getty Images/Liderina)

Senioren am Steuer: Oft verursachen sie Unfälle, weil sie zu sehr nach Gefühl fahren, die Vorfahrt missachten, falsch abbiegen oder Abstände nicht richtig einschätzen. (Quelle: Liderina/Getty Images)

Statistiken zeigen, dass Ältere ein hohes Unfallrisiko im Straßenverkehr sind. Die Versicherer fordern deshalb Fahr- und Sehtests. Andere Länder sind da bereits viel weiter. Die Wissenschaft aber ist skeptisch.

Die Augen sehen schlechter, die Reaktionen werden langsamer, der Schulterblick fällt schwerer: Viele Senioren ab 75 Jahren sitzen trotz Einschränkungen immer noch am Steuer. Dadurch verursachen sie überproportional viele schwere Unfälle.

Rentner als Risiko

Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Gerät ein Senior ab 75 in einen Unfall mit Toten und Verletzten, dann ist er in drei von vier Fällen der Verursacher. Da Menschen immer länger leben, wird es in Zukunft noch mehr Unfälle mit Senioren geben, erklären die Unfallforscher der Versicherer.

Die Forderung der Versicherer

Daher fordern sie eine verpflichtende Feedbackfahrt für alle Autofahrer ab 75 Jahren. Außerdem wollen die Unfallforscher regelmäßige Sehtests im Abstand von fünf Jahren durchsetzen – auch für junge Autofahrer.

Viele Senioren hängen an ihrem Auto oder brauchen es für ihre täglichen Wege. Populär ist die Forderung der Versicherungen deshalb nicht. Aus diesem Grund will bislang auch kein prominenter Politiker unsichere Rentner dazu zwingen, den Führerschein abzugeben. Stattdessen appelliert man an deren Eigenverantwortung.

Auswertung einer Feedbackfahrt: Fahrlehrer Uwe Bocher (links) bespricht mit einem älteren Autofahrer, welche Verkehrsregeln er auffrischen sollte. (Quelle: dpa/Anne-Sophie Galli)Auswertung einer Feedbackfahrt: Fahrlehrer Uwe Bocher (links) bespricht mit einem älteren Autofahrer, welche Verkehrsregeln er auffrischen sollte. (Quelle: Anne-Sophie Galli/dpa)

Dass das aber wenig bringt, weiß Uwe Bocher. Der Fahrlehrer bietet Feedbackfahrten und spezielle Weiterbildungskurse für Senioren an. Bocher sagt: "Die Rentner, die wirklich kommen sollten, kommen nicht." Die meisten würden von der Familie dazu gedrängt. Oft wird das Thema aber verschwiegen, um Streit zu vermeiden.

So regeln es andere Länder

In vielen Ländern hat man deshalb Regelungen getroffen: Ältere Schweizer, Italiener, Finnen, Tschechen, Neuseeländer und Kanadier etwa müssen alle paar Jahre einen Gesundheits- oder Sehtest absolvieren. In einigen Staaten kann der Arzt sie dann zum Fahrtest schicken. Wenn sie dabei scheitern, ist der Führerschein weg. Japan testet in diesem Rahmen außerdem, ob Rentner dement sind.

Was sagen Wissenschaftler?

Ob Tests für alle Senioren den Straßenverkehr insgesamt wirklich sicherer machen, können Wissenschaftler noch nicht genau sagen. Das stellte das Weltverkehrsforum der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) fest. Viele Experten meinen dennoch, dass eine Regelung gefunden werden müsse. Denn nicht nur das Alter der Rentner wird deutlich steigen. Sondern auch deren Anzahl.

Es dürfte aber noch eine ganze Weile dauern bis zu dieser Regelung. So lange bleibt nur der Appell an die Vernunft: Wer sich nicht mehr fit genug fühlt fürs Autofahren, kann den Führerschein freiwillig zurückgeben – oder zumindest eine ebenfalls freiwillige Feedbackfahrt bei einem Verkehrsclub oder einem anderen Anbieter absolvieren. Dabei prüft ein Experte auf dem Beifahrersitz die Fähigkeiten des Fahrers. Die Fahrt kostet ab etwa 50 Euro. Konsequenzen zieht sie nicht nach sich – dafür aber vielleicht eine wichtige Einsicht.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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