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Euro-Kennzeichen: Bußgeld für fehlenden Bindestrich?

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Recht und Verkehr  

Euro-Kennzeichen im Ausland: Bußgeld wegen Bindestrich?

13.05.2015, 10:33 Uhr | tm (CF)

Im Unterschied zum aktuellen Euro-Kennzeichen wurde bis 1994 das Stadtkürzel von den übrigen Buchstaben und Zahlen durch einen Bindestrich getrennt – und auch so im Fahrzeugschein vermerkt. Haben Sie Ihren Fahrzeugschein nicht entsprechend umschreiben lassen, könnte das im Ausland teuer werden. Angeblich werden Bußgelder von bis zu 500 Euro verlangt.

500 Euro Bußgeld für einen Bindestrich?

Anfangs waren es nur Gerüchte im Internet. So berichtete das Internetportal der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" von einem Österreich-Urlauber aus Duisburg, der angeblich 300 Euro Bußgeld dafür zahlen musste, dass das Nummernschild nicht mit dem Eintrag im Fahrzeugschein übereinstimmte. "Es gibt Fälle, in denen bis zu 500 Euro Bußgeld kassiert worden waren", zitiert die Zeitung einen Sprecher der Stadt Duisburg zu diesem Fall.

Euro-Kennzeichen: Bußgeld für fehlenden Bindestrich?. Ein falscher Fahrzeugschein kann im Ausland teuer werden. (Quelle: imago/McPHOTO)

Ein falscher Fahrzeugschein kann im Ausland teuer werden. (Quelle: McPHOTO/imago)

Allerdings handele es sich beim Bindestrich-Bußgeld nur um eine "Wandersage", schreibt die "Oberbergische Volkszeitung". Laut Iris Trespe, der Sprecherin des Oberbergischen Kreises seien wegen der Gerüchte bereits Fahrzeughalter erschienen, um sich aus neue Papiere ausstellen zu lassen.

UMFRAGE
Mussten Sie schon einmal ein Bußgeld im Ausland wegen eines verkehrsrechtlichen Verstoßes zahlen?

Was an den bisherigen Fällen dran ist

Bisher sind solche Fälle scheinbar ausschließlich bei Fahrten im nahegelegene Ausland aufgetreten: Österreichische sowie italienische Polizisten sollen nach dem Abgleich von Fahrzeugschein und Nummernschild scheinbar drastische Bußgelder gefordert haben. Die Frage ist, ob es sich dabei um verbotene Abzocke oder geltendes Recht handelt.

Fakt ist: In keinem europäischen Land gibt es ein geltendes Gesetz oder einen Erlass, der ein Bußgeld wegen fehlendem Bindestrich untermauert. Handfeste Beweise scheint es auch nicht zu geben. Bisher gab es keinen deutschen Autofahrer, der eine entsprechende Bußgeld-Quittung vorlegen konnte.

Doch woher kommt diese Wandersage? Angeblich berichtete ein deutscher LKW-Fahrer von einem Strafzettel, den er wegen Fehlern beim Führen des Fahrtenbuches bekommen habe. Dabei sei wohl während der Kontrolle der Bindestrich erwähnt worden. Dies scheint die Grundlage für die Gerüchte zu bilden, die nachfolgend vermehrt auftraten.

Bußgeld laut ADAC ungerechtfertigt

Der ADAC hat auf die Frage, was an der ganzen Geschichte dran ist, eine eindeutige Antwort: "Die ordnungsgemäße Zulassung des Fahrzeugs steht auch im Falle der Eintragung eines auf dem Kennzeichen nicht vorhandenen Bindestrichs nicht infrage, sodass eine derartige Beanstandung durch ausländische Behörden unberechtigterweise erfolgen würde." Aus juristischer Sicht müssen Sie das Bußgeld, das Polizisten im Ausland bei einer entsprechenden Kontrolle von Ihnen verlangen, nicht zahlen.

Im unwahrscheinlichen Fall, dass es dennoch zu Problemen kommen sollte, sollten sich Betroffene direkt bei der Juristischen Zentrale des ADAC melden.

Im Zweifelsfall zahlen und Quittung aufheben

In der Praxis wissen allerdings viele nicht, wie sie Ordnungshüter davon überzeugen können, dass das hohe Bußgeld zu Unrecht verhängt wird. Sollte es also auf einer Auslandsreise doch einmal dazu kommen, bewahren Sie Ruhe und zahlen Sie das Bußgeld – allerdings nicht, ohne sich eine Quittung oder einen entsprechenden Bescheid aushändigen zu lassen. Darauf sollten neben der Adresse der Behörde auch der Name des Polizisten und dessen Unterschrift zu finden sein.

Nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland sollten Sie sich an einen Anwalt, Ihre Rechtschutzversicherung oder Ihren Automobilclub wenden, sofern Sie Mitglied sind.

Euro-Kennzeichen im Fahrzeugschein nachtragen lassen

Wenn Sie vor Ihrer nächsten Reise ins Ausland auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie den Fahrzeugschein bei Ihrer örtlichen Zulassungsbehörde umschreiben lassen. Die Kosten dafür betragen laut ADAC etwa 10 Euro. Allerdings haben sich nach Bekanntwerden der Fälle einige Bundesländer dazu bereit erklärt, das Problem mit dem Bindestrich im Fahrzeug kostenlos zu beheben.

Erkundigen Sie sich am besten bei der für Sie zuständigen Behörde. Anschließend können Sie auch mit dem Euro-Kennzeichen wieder beruhigt ins Ausland fahren.

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