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Parkscheibe richtig einstellen: Achtung bei Supermarkt-Parkplätzen

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Alles rund um die blaue Karte  

Parkscheiben-Knöllchen beim Supermarkt-Besuch

14.11.2016, 11:24 Uhr | ts (CF)/ses

Parkscheibe richtig einstellen: Achtung bei Supermarkt-Parkplätzen. Parkscheibe: Größe und Verwendung ist genau geregelt (Quelle: dpa)

Parkscheibe: Größe und Verwendung ist genau geregelt. (Quelle: dpa)

Dachten auch Sie bisher, dass eine Parkscheibe lediglich anzeigt, seit wann Sie einen Parkplatz belegen? Dann liegen Sie falsch. Denn in Deutschland hat die blaue Scheibe die Funktion eines Verkehrszeichens. Deshalb regelt die Straßenverkehrsordnung (StVO) genau, wie eine Parkscheibe auszusehen hat - und wie sie zu verwenden ist.

Parkscheiben-Pflicht beim Supermarkt

Für zerstreute Autofahrer kann der Supermarkt-Besuch mit einem Knöllchen enden. Auf den Parkplätzen einiger Ketten werden für das Vergessen der Parkscheibe bis zu 30 Euro Bußgeld fällig, berichtet die Zeitschrift "Auto Straßenverkehr".

Zwar müssen Schilder auf die Parkscheibenpflicht hinweisen. Sie sind aber häufig leicht zu übersehen. Private Pächter kontrollieren Verstöße dafür minutiös. Dauerparker - die möglicherweise gar nicht im Supermarkt einkaufen - sollen damit abgeschreckt werden.

Rechtlich ist diese Knöllchen-Praxis zulässig - Ignorieren und Aussitzen bringt darum nichts und verursacht höchstens noch mehr Kosten. Stattdessen sollten Betroffene schriftlich Widerspruch einlegen oder direkt mit Knöllchen und Kassenbon in den Supermarkt zurückgehen und um Kulanz bitten.

StVO regelt Benutzung der Parkscheibe

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) ist eine Rechtsverordnung, die sämtliche Regeln für die Teilnehmer am Straßenverkehr festlegt. § 13 StVO regelt in diesem Zusammenhang die Nutzung der "Einrichtungen zur Überwachung der Parkzeit" wie Parkuhren, Parkscheinautomaten oder Parkscheiben.

§ 13 Abs. 2 StVO erlaubt das Parken mit Parkscheibe nur für die Zeit, die auf dem jeweiligen Verkehrszeichen angegeben ist und nur insoweit das Fahrzeug eine von außen gut lesbare Parkscheibe hat. Einen konkreten Platz für die Parkscheibe im Fahrzeug, etwa hinter der Frontscheibe, schreibt der Gesetzgeber nicht vor.

Parkscheibe am Motorrad

Was machen aber Motorradfahrer? Ein handgeschriebener Zettel mit der Ankunftszeit wird laut ADAC in aller Regel nicht akzeptiert. Biker können aber ein gelochtes Exemplar mit einem Kabelbinder am Motorrad befestigten.

Parkscheibe: Uhrzeit richtig einstellen

Der weiße Pfeil muss immer auf die halbe Stunde nach dem Zeitpunkt zeigen, an dem Sie auf dem Parkplatz angekommen sind. Wer also um 13:04 Uhr einparkt, stellt die Scheibe auf 13:30 Uhr ein; wer um 8:36 Uhr ankommt, dreht die Scheibe auf 9:00 Uhr. Ab diesem Zeitpunkt gilt dann die maximale Höchstparkzeit, die am Parkplatz angegeben ist.

Steht der Zeiger zwischen zwei Markierungen, etwa auf einer Viertelstunde, riskieren Autofahrer ein Bußgeld. "Streng genommen ist das ein Gesetzesbruch", sagt Thomas Pitschi vom ADAC. Die Straßenverkehrsordnung regelt in Paragraf 13, dass die kleine Parktafel nur dann gültig ist, wenn "der Zeiger der Scheibe auf den Strich der halben Stunde eingestellt ist, die dem Zeitpunkt des Anhaltens folgt." Ein Verwarnungsgeld ab zehn Euro ist möglich.

Parkscheibe bloß nicht nachjustieren

Ebenfalls problematisch ist das Nachjustieren der Parkscheibe. Den Zeiger nach der abgelaufenen Zeit einfach eine Stunde weiterzudrehen, entspricht dem Parken ohne Parkscheibe. Überziehen Autofahrer die vorgeschriebene Zeit um 30 Minuten, werden 10 Euro fällig, bei einer Stunde 15 Euro. Bei bis zu zwei Stunden drohen 20 Euro Strafe und bei mehr als drei Stunden sogar 30 Euro.

Verlängern können Autofahrer die Parkzeit dennoch - wenn sie ihren Wagen einmal um den Block fahren. Entscheidend ist, dass ein neuer Parkvorgang eingeleitet wird. Den Wagen in der Parklücke ein paar Zentimeter vor- und zurückzufahren, gilt jedoch nicht. Andere Autofahrer müssen eine reale Chance haben, den Stellplatz zu bekommen.

Das OLG Naumburg sah in einem verhandelten Fall (Az: 1 Ss (Bz) 132/97) keinen Grund zur Beanstandung, dass sich die Parkscheibe an der linken hinteren Scheibe im Auto befand.

StVO legt das Format fest

Darüber hinaus gibt die StVO genau vor, wie eine Parkscheibe auszusehen hat: Das Format ist auf 150 Millimeter in der Höhe und 110 Millimeter in der Breite festgelegt. Die Farbe muss Blau sein - allerdings nicht irgendein Blau, sondern es muss genau der Farbton sein, der auch für reguläre Verkehrszeichen verwendet wird. Die Schriftart des "P" ist genauso festgelegt wie die Größe des Ausschnitts, in dem die Uhrzeit abzulesen ist. Genaueres lässt sich dem Musterbild 318 der StVO entnehmen.

Digitale Parkscheiben sind zulässig

Elektronische Parkscheiben sind auch zulässig - sie müssen laut ADAC aber einige Bedingungen erfüllen:

  • Eine Typengenehmigung muss erteilt sein
  • Nach dem Abstellen des Fahrzeugmotors darf sie ihre Einstellung nicht ändern und sie muss gegen jegliche Eingriffe gesichert sein
  • Auf der Vorderseite trägt sie eine Abbildung des Verkehrszeichens 314
  • Über dem Display steht das Wort "Ankunftszeit" 
  • Im Display ist eine 24-Stunden-Zeitangabe mit einer Zahlenhöhe von mindestens 2 cm und sie muss von außen gut und zweifelsfrei lesbar sein

Parkscheibe vergessen - Knöllchen droht

Wer gar keine Parkscheibe zur Hand hat, muss sich übrigens ebenfalls mit einem Knöllchen wegen Falschparkens anfreunden können - denn ein Zettel, auf dem Sie Ihre Ankunftszeit notieren, wird nicht als gültige Parkscheibe akzeptiert.

Wo man Parkscheiben kaufen kann

Eine Parkscheibe können Sie fast überall kaufen - zum Beispiel an Tankstellen, in Werkstätten oder Baumärkten. Oft gibt es Parkscheiben aber auch als Werbegeschenk. Manche Modelle können auch als Eiskratzer verwendet werden.

Knöllchen für pinkfarbene Parkscheibe

Gesetzeshüter beharren oft auf der korrekten Auslegung des Gesetzestextes und belegen einen Verstoß mit einer Geldstrafe. So bekam eine Autofahrerin ein Knöllchen in Höhe von fünf Euro wegen Falschparkens. Aber nicht etwa, weil sie die zulässige Parkdauer überschritten hatte, sondern weil sie eine pinkfarbene Parkscheibe hinter die Frontscheibe legte, auf der "bin shoppen" aufgedruckt war.

Die Ordnungshüter begründeten Ihren Bußgeldbescheid mit einem Verstoß gegen die Vorgaben des § 13 Abs. 2 StVO. Auf Parkscheiben in anderen Farben oder solche mit aufgedruckter Werbung sollten Sie also unbedingt verzichten, wenn Sie nicht das Risiko eines Knöllchens eingehen wollen.

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