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Auto und Motor - Alternative Antriebe: Der Hybridantrieb

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Alternative Antriebe  

Der Hybridantrieb

23.04.2007, 13:06 Uhr | Holger Holzer, mid, t-online.de

Honda Civic Hybrid (Foto: Honda)Honda Civic Hybrid (Foto: Honda) Spätestens seit dem UN-Klimabericht ist klar: Mit dem Auto kann es so nicht weiter gehen. Doch wo liegen die Alternativen? Diese Serie beleuchtet das Potential des Hybridantriebs, von Gasautos, Brennstoff-
zellenfahrzeugen und alternativen Treibstoffen.#

Foto-Show Honda Civic Hybrid
Foto-Show Toyota Prius
Foto-Show Lexus GS

Seit 1997: Toyota Prius
Vor allem die japanischen Automobilhersteller setzen seit den 90er-Jahren auf den so genannten Hybridantrieb. Der bekannteste Vertreter dieser Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor kommt seit 1997 im Toyota Prius zum Einsatz. Bislang steht der Durchbruch der Spritspartechnik im Dieselland Deutschland aber noch aus, lediglich 5245 Fahrzeuge fanden 2006 einen Käufer. In den USA hingegen, wo der Sparantrieb steuerlich gefördert wird, ist der kompakte Fünftürer ein Renner.



Jeder Motor spielt seine Stärken aus
Das Grund-Prinzip der Technik ist einfach: Beim Hybridfahrzeug übernimmt jeder der eingesetzten Motoren die Aufgabe, die er am besten und energieeffizientesten beherrscht. Der Elektromotor verfügt im untersten Drehzahlbereich über viel Kraft und übernimmt daher das Anfahren. Der Verbrennungsmotor hat seine Stärken im oberen Drehzahlbereich, wo er mehr Leistung bringt als das kleine Elektroaggregat. Den Strom für den E-Motor liefert ein Generator, der über den Verbrennungsmotor beim Bremsen oder im Schubbetrieb aufgeladen wird.

E-Motor kann ein Auto auch alleine bewegen
Dieses System lässt sich variieren und ergänzen. Die ambitionierteste Version setzt zurzeit der Toyota-Konzern in mehreren Modellen ein. Bei seinem so genannten "Vollhybriden" fährt der E-Motor nicht nur an, sondern kann das Auto über kurze Strecken auch alleine antreiben - und das komplett ohne Lärm- oder Schadstoffemissionen. Zudem tritt der Elektromotor dem Ottotriebwerk während des Beschleunigens zur Seite. Den elektrischen Strom liefert eine Bremskraftrückgewinnung. Neben dem kompakten Prius werden auch die Limousine Lexus GS 450h und das SUV Lexus RX 400h von einem solchen Hybridantrieb in Fahrt gebracht.

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Verbrauchsvorteil in der Stadt
Besonders im städtischen Stop-and-go-Verkehr kann der Hybridantrieb seinen Verbrauchsvorteil ausspielen, da dort das energieaufwendige Anfahren häufig nötig ist und auch die Bremskraftrückgewinnungs-Anlage viel Energie-Futter bekommt. Auf langen Autobahn-Etappen hingegen liegen die Verbrauchswerte des Hybriden auf dem Niveau eines normalen Benziners, da der E-Motor dort kaum zum Zuge kommt und zudem durch sein Gewicht den Durst des Autos in die Höhe treibt. Dort ist ein konventioneller Diesel deutlich sparsamer, wenn auch bei höherem Stickoxid- und Rußausstoß. Auch die relativ hohen Preise verhindern bislang den durchschlagenden Hybrid-Erfolg in Deutschland: Günstigstes Modell ist zurzeit der Honda Civic Hybrid für rund 24.000 Euro. Für Fahrzeuge unterhalb der Kompaktklasse ist die Technik zudem noch zu sperrig, obwohl gerade dort enormes Einsparpotential läge, da Kleinwagen meist im Stadtverkehr unterwegs sind.


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Potential vorhanden
Doch der Hybridantrieb hat durchaus noch Potential. In der Entwicklung sind unter anderem beim Zulieferer Degussa neue Lithium-Ionen-Batterien die deutlich leichter und leistungsfähiger sein sollen als die zurzeit verwendeten Nickel-Hydrid-Akkus. Peugeot und Citroen arbeiten zudem an einer Kombination des sparsamen Dieselmotors mit einem Elektromotor, Marktstart soll unter Umständen noch im laufenden Jahr im neuen kompakten Peugeot 308 sein. Und nicht zu vergessen sind die Nebenprodukte aus der Hybrid-Entwicklung: der konventionell motorisierte kompakte 1er-BMW etwa ist mit Bremskraftrückgewinnung für die Bordelektronik und der aus dem Hybrid entlehnten Start-Stopp-Automatik von Bosch eine Art Micro-Hybrid geworden; und auch der Einfluss auf die eventuelle Zukunft rein elektrisch betriebener Autos darf nicht unterschätzt werden.

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Deutscher Hersteller wollen mitmachen
Die deutschen Pkw-Hersteller wollen nun beim Hybridantrieb aufholen. BMW und DaimlerChrysler entwickeln gemeinsam Elektro-Otto-Antriebskonzepte für heckgetriebene Fahrzeuge, zusammen mit GM wird zudem an einem Antrieb für große Geländewagen geforscht. VW will unter anderem den Golf mit einem zusätzlichen Elektromotor zum Sparmobil machen, ab 2008 soll er in den USA als Jetta auf den Markt kommen. Trotzdem bleibt abzuwarten, ob der Hybridantrieb dem Diesel in Europa Marktanteile abjagen kann, oder ob er ein amerikanisches Phänomen bleibt. Ein Umwelt-Allheilmittel ist er auf jeden Fall nicht.

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