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Intelligente Sicherheit: Phase vor dem Crash nutzen

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Intelligente Sicherheit: Phase vor dem Crash nutzen

03.11.2003, 12:27 Uhr

Pre-Safe-Erfinder: Baumann, Schöneburg und Breitling (Foto: dpa)Pre-Safe-Erfinder: Baumann, Schöneburg und Breitling (Foto: dpa)Die Automobilindustrie hat in den vergangenen Jahren die aktive und passive Sicherheit der Fahrzeuge massiv weiterentwickelt. Vor allem die passiven Schutzsysteme wie Gurte, Gurtstraffer und Airbags wurden perfektioniert. "Wir standen deshalb Ende der 90er Jahre vor der Frage, wie geht es mit den Sicherheitssystemen weiter," sagt Rodolfo Schöneburg, Direktor für Fahrzeugsicherheit beim Stuttgarter Autobauer DaimlerChrysler.

Phase vor dem Unfall nutzen
Da kamen die Ingenieure und Wissenschaftler von Mercedes-Benz auf die Idee, sich das Unfallgeschehen einmal genauer anzuschauen: Bislang wurden Sicherheitseinrichtungen für die Autoinsassen erst ab dem Aufprall aktiv - "in einer Zehntel-Sekunde muss dann alles ablaufen", erläutert Schöneburg den Vorgang. Die Phase vor einem Aufprall sei aber viel länger und wurde bisher nicht genutzt. Da setzt das System Pre-Safe an, das seit dem vergangenen Herbst bereits rund 75.000 Mal in die Mercedes-Benz-S-Klasse eingebaut worden ist. Damit ist das Team um Schöneburg für den Deutschen Zukunftspreis nominiert, der von Bundespräsident Johannes Rau in Berlin vergeben wird.

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Vernetzung aller Sicherheits-Systeme
Rund 30 Jahre Unfallforschung bei Mercedes hätten gezeigt, dass 60 Prozent der Unfälle die relativ lange Zeit von einer bis drei Sekunden vorausgeht (Pre-Crash-Phase). Ein klassisches Beispiel ist etwa das Schleudern. Zu Gute kommt den Sicherheitsforschern von Mercedes, dass deren Fahrzeuge inzwischen alle mit ABS, ESP oder dem Bremsassistenten BAS ausgerüstet sind. Bei Pre-Safe werden diese elektronisch arbeitenden Systeme der aktiven Sicherheit mit denen der passiven Sicherheit vernetzt.

Forum Sollte Pre-Safe in allen Autos Standard sein?

Automatische Vorbereitung auf den Crash
Konkret sieht das so aus: Wenn die Sensoren ein Abkommen von der Fahrbahn oder eine Vollbremsung melden, werden die Gurte straffer gezogen, so dass der Mensch fixiert wird. Die Sitze werden beispielsweise aus einer Liegeposition aufgerichtet, das Polster angehoben. Gleichzeitig schließt sich das Schiebeverdeck, um im Falle eines Überschlages das Eindringen von Gegenständen zu verhindern.

Noch vieles ist möglich
Insgesamt arbeiteten die Entwickler sechs Jahre an dem jetzigen System, das weiter verbessert werden soll. "Wir werden zum Beispiel die Auslöseschwelle von Airbags vorausschauend senken. Außerdem werden dann die Seitenscheiben automatisch hochfahren", beschreibt der Automanager die weiteren Möglichkeiten von Pre-Safe. Noch Zukunftsmusik, aber mit realistischer Perspektive, ist die Umfelderkennung, das nächste heiße Thema beim Schutz der Verkehrsteilnehmer. Mit Radar und Infrarot wird dann das Fahrzeug schnell auf plötzlich Ereignisse reagieren können, außerdem werden dann auch die Fußgänger in die Sicherheitssysteme mit einbezogen.

Bald auch unterhalb der S-Klasse?
Noch ist Pre-Safe mit den S-Klasse-Modellen von Mercedes-Benz auf die automobile Oberklasse beschränkt. Das soll aber nicht so bleiben. "Pre-Safe wird es irgendwann auch in kleineren Mercedes-Modellen geben", sagt Schöneburg.

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